- Beim letzten Heim-ESC in Österreich landeten die Gastgeber auf dem letzten Platz
- Die Buchmacher gehen davon aus: Das könnte auch Cosmó drohen
- Dabei hat sein Song „Tanzschein“ mehr Bedeutung als es den Anschein macht
Paul Stanley? Nein, Cosmó! Leidenschaftliche Musikliebhaber, die den österreichischen ESC-Teilnehmer zum ersten Mal sehen, dürften sich an die 70er Jahre und „Kiss“ mit ihrem berühmten Frontmann zurückerinnern. Denn der 19-Jährige performt mit einem auffälligen blauen Augen-Make-up. Das erinnert zwangsläufig an Paul Stanleys ikonisch geschminkten Stern im Gesicht.
Mit Hard Rock à la „Kiss“ hat Österreichs diesjähriger Beitrag für den Eurovision Song Contest allerdings wenig zu tun. Cosmó geht für den Gastgeber mit „Tanzschein“ ins Rennen – einem modernen, deutschsprachigen Song, der durch pointierte Dance-Beats heraussticht. Ob Österreich nach dem Vorjahreserfolg damit beim Heim-ESC 2026 punkten kann?
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Cosmó beim ESC 2026: Von „The Voice Kids“ zum Eurovision Song Contest
Aufmerksame TV-Zuschauer könnten Cosmó, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Gedeon heißt, wiedererkennen. 2022 nahm er an der deutschen Castingshow „The Voice Kids“ teil. Dort wurde er von Sänger Alvaro Soler gecoacht und schaffte es sogar ins Finale der zehnten Staffel. Gedeon hat deutsch-ungarische Wurzeln, aufgewachsen ist er im Burgenland in Österreich. Er musiziert, seit er klein ist; lernte Klavier, nahm Gesangsunterricht, schrieb früh eigene Texte und produzierte Songs.
Wem er die Elektro-Tanznummer „Tanzschein“ gewidmet hat? „Ich habe den Song für meine Mama geschrieben“, sagte Cosmó nach seinem Sieg beim österreichischen Vorentscheid. Seine Mutter hat zudem einen gewissen Einfluss auf seinen Künstlernamen. Sie ist Ungarin, das akzentuierte O in Cosmó repräsentiert seine ungarischen Wurzeln.
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Österreich beim ESC 2026: „Tanzschein“ soll zum Tanzen im Club animieren
Mit „Tanzschein“ setzt der junge Künstler auf ein altbewährtes ESC-Konzept: Der Song ist sofort zugänglich, hat einen eingängigen Refrain und ist prägnant auf drei Minuten getrimmt. Der druckvolle Bass und die Synthesizer-Klänge versetzen den Hörer mitten ins Clubgetümmel. Genau das will Cosmó vermitteln. „Ich hatte eine Erfahrung in einem Club, wo ich so excited war, endlich hinzugehen – und auf einmal tanzt keiner. Und im Song geht es darum, dass es in Clubs wieder ums Tanzen gehen soll und man nur mit einem ‚Tanzschein‘ reinkommt“, sagte er dem ORF.
Diesen frommen Wunsch unterstreicht er mit einer rhythmischen Performance: Umgeben von Neonfarben und Lichtwechseln bewegen sich mit Tierköpfen maskierte Tänzer und Türsteher synchron zu pulsierenden Elektro-Beats. Die Inszenierung: wirkungsvoll und wiedererkennbar. Einziger Makel: Cosmós Stimme bricht in höheren Stimmlagen immer mal wieder. Das alles erinnert ein wenig an den deutschen ESC-Beitrag 2025, „Baller“ von Abor & Tynna. Der landete immerhin auf Platz 15.
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Cosmó mit „Tanzschein“: Österreichs ESC-Beitrag im Video
Cosmó: Der Songtext von „Tanzschein“
Songtext auf Deutsch
Steh‘ vor dem Club (Ey), bin schon gespannt
Sag, hast du Lust auf einen Tanz?
Wir treten ein, mh, auf der Suche nach Ekstase
Doch hinterm Neonlichterschein liegt eine Tier-Oase
Und der Löwe versucht‘s bei einer Gazelle
Der Hunger macht ihn böse und er rückt ihr auf die Pelle
Im Gehege geht er durch wie einе Säge
Ist bekanntlich nicht romantisch, er stеht nicht aufs Gerede
Ey, ey, das kann doch gar nicht wahr sein
Die machen sich zum Affen und Tänzer seh‘ ich gar kein‘n
Ey, ey, ich hätt eine Idee, ein Konzept
Ja, das wär einfach perfekt
Sie brauchen einen Tanzschein, da muss ich streng sein
Weil ohne Tanzschein, lass ich Sie nicht rein
Hab‘n Sie einen Tanzschein? Das soll kein Witz sein
Weil ohne Tanzschein, da komm‘n Sie nicht rein
Ich schließ die Augen, dann bin ich Clubbesitzer
Und auf der schwarzen Liste steh‘n die Steroidenspritzer
Und auch wenn sie nur bell‘n und eigentlich gar nicht beißen
Das ist hier die Regel, Hunde müssen draußen bleiben
Ey, ey, so kann es jeden Tag sein
Wir tanzen durch die Nacht und Löwen seh‘ ich gar kein‘n
Ey, ey, draußen macht sich wer zum Affen
Doch der Türsteher sagt mit einem Lachen
Sie brauchen einen Tanzschein, da muss ich streng sein
Weil ohne Tanzschein, lass ich Sie nicht rein
Hab‘n Sie einen Tanzschein? Das soll kein Witz sein
Weil ohne Tanzschein, da komm‘n Sie nicht rein
Der Gorilla in der Ecke träumt von seiner Pirouette
Er scheut sich vor den Blicken, die die Artgenossen schicken
Ich nehm ihn an der Hand, ja, bildet einen Gang
Wir schau‘n uns in die Augen und jetzt fang‘n wir an
Ey, ey, ey, ey, du kannst mir vertrau‘n
Ey, ey, ey, ey, hier ist alles erlaubt
Oh, oh-oh, oh
Wir hab‘n uns doch lang genug versteckt
Und alle wollen einen Tanzschein, sie wollen wie wir sein
Doch ohne Tanzschein werden sie Tiere bleiben
Hab‘n Sie einen Tanzschein? Das soll kein Witz sein
Weil ohne Tanzschein, da komm‘n Sie nicht rein
So erfolgreich war Österreich zuletzt beim ESC
Österreich gehört traditionell zu den ESC-Nationen, die man auf dem Zettel haben muss – auch wenn in den vergangenen Jahren für einige Acts bereits im Semifinale Schluss war. Legendär ist Udo Jürgens’ Triumph aus dem Jahr 1966 mit „Merci Chérie“ – genauso wie die siegreiche Pop-Ballade „Rise Like A Phoenix“ von Conchita Wurst beim ESC 2014. Im vergangenen Jahr in Basel holte JJ mit der opernhaften Techno-Nummer „Wasted Love“ den dritten ESC-Sieg für die Alpenrepublik.
„Der ESC ist für mich ein großer Traum“, sagte Cosmó. „Ich habe damals als Kind im Fernsehen gesehen, wie Conchita Wurst gewonnen hat – und dann vergangenes Jahr, wie JJ gewonnen hat. Das waren für mich Momente voller Adrenalin und Glücksgefühle.“
- 2025: JJ – „Wasted Love“ (Platz 1)
- 2024: Kaleen – „We Will Rave“ (Platz 24)
- 2023: Teya & Salena – „Who The Hell Is Edgar?“ (Platz 15)
- 2022: LUM!X & Pia Maria – „Halo“ (im Semifinale ausgeschieden)
- 2021: Vincent Bueno – „Amen“ (im Semifinale ausgeschieden)
Dass Cosmó den Vorjahreserfolg von JJ wiederholt, darf jedoch bezweifelt werden. Beim diesjährigen Eurovision Song Contest werden ihm kaum Siegchancen eingeräumt. Dafür hebt sich der Song trotz seiner Eingängigkeit und Individualität nicht genug ab. Hinzu kommt die starke Konkurrenz aus Griechenland und Finnland. Dass Cosmó das Land, in dem er großgeworden ist, vertreten darf – noch dazu in Wien – dürfte für ihn aber Gewinn genug sein.
Alle ESC-Acts 2026 im Überblick
Eurovision Song Contest 2026: Die Startreihenfolge im Finale
- 01 Dänemark: Søren Torpegaard Lund – „Før Vi Går Hjem“
- 02 Deutschland: Sarah Engels – „Fire“
- 03 Israel: Noam Bettan – „Michelle“
- 04 Belgien: Essyla – „Dancing On The Ice“
- 05 Albanien: Alis – „Nân“
- 06 Griechenland: Akylas – „Ferto“
- 07 Ukraine: Leléka – „Ridnym“
- 08 Australien: Delta Goodrem – „Eclipse“
- 09 Serbien: Lavina – „Kraj Mene“
- 10 Malta: Aidan – „Bella“
- 11 Tschechien: Daniel Zizka – „Crossroads“
- 12 Bulgarien: Dara – „Bangaranga“
- 13 Kroatien: Lelek – „Andromeda“
- 14 Vereinigtes Königreich: Look Mum No Computer – „Eins Zwei Drei“
- 15 Frankreich: Monroe – „Regarde!“
- 16 Moldau: Satoshi – „Viva, Moldova!“
- 17 Finnland: Linda Lampenius x Pete Parkkonen – „Liekinheitin“
- 18 Polen: Alicja – „Pray“
- 19 Litauen: Lion Ceccah – „Sólo Quiero Más“
- 20 Schweden: Felicia – „My System“
- 21 Zypern: Antigoni – „Jalla“
- 22 Italien: Sal Da Vinci – „Per Sempre Sì“
- 23 Norwegen: Jonas Lovv – „Ya Ya Ya“
- 24 Rumänien: Alexandra Căpitănescu – „Choke Me“
- 25 Österreich: Cosmó – „Tanzschein“



