• 25 Länder treten heute im ESC-Finale an und hoffen auf den Sieg
  • Wirkliche Chancen haben aber nicht alle Teilnehmer
  • Wenn die Buchmacher als Favoriten sehen

Es ist ein Geburtstag, der groß gefeiert wird: Zum 70. Mal findet im Mai der Eurovision Song Contest statt. Aus dem einstigen Schlager-Grand-Prix ist über die Jahrzehnte ein Großevent geworden, das Jahr für Jahr bis zu 180 Millionen Menschen auf der ganzen Welt verfolgen. 2026 findet das Finale am 16. Mai statt, übertragen wird es ab 21 Uhr im Ersten.

Schauplatz des Spektakels ist in diesem Jahr Wien, hat doch 2025 der Countertenor JJ mit „Wasted Love“ den Wettbewerb für Österreich gewonnen. Und so ziehen sie, wenn sie denn nicht schon da sind, in den kommenden Tagen in die Stadt Mozarts und Haydns: die laut kreischenden Balladen-Sängerinnen, die durchtrainierten Tänzer – und natürlich auch die Favoriten auf den ESC-Sieg.

Zu ihnen gehören 2026 laut den auf „Eurovisionworld“ veröffentlichten Wettquoten:

(Stand 15. Mai, 19 Uhr)

Wichtig ist aber: Oft lagen die Buchmacher in den vergangenen Jahren auch falsch. JJ, den ESC-Sieger von 2025, sahen sie noch während der Finalshow nur auf Platz 2. Als Sieger stuften sie dagegen KAJ aus Schweden ein, die am Ende „nur“ auf dem vierten Platz landeten.

Favoriten auf den ESC-Sieg: In Finnland darf man hoffen

Dennoch dürfen sich Linda Lampenius und Pete Parkkonnen aus Finnland berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machen. Außergewöhnlich ist vor allem, dass eine Frau wie Lampenius überhaupt am ESC teilnimmt. Denn sie blickt bereits auf eine Weltkarriere – und große Stars hatten es beim ESC über die Jahre meist schwer. Die Violinistin ist vornehmlich in der Welt der Klassik zu Hause, scheint aber ein Faible für kuriose Ausflüge zu haben. So spielte sie einst eine Gastrolle in der US-Serie „Baywatch“. 2026 zog es Lampenius dann schließlich zum ESC.

Dort tritt sie mit dem Sänger Pete Parkkonen und dem Lied „Liekinheitin“ an, was auf Deutsch so viel wie „Flammenwerfer“ bedeutet. Während ihres Auftritts geigt sich Parkkonen in immer extatischere Höhen; es geht um die Hitze einer feurigen Beziehung, die gleichzeitig toxisch kalt ist. Dabei wird – es ist schließlich der ESC – mit der Pyrotechnik nicht gespart. Für das Gesamtpaket Eurovision ist in jedem Fall gesorgt. Doch mehren sich unter den Experten inzwischen die Stimmen, die von einem Hype sprechen, denen das Ganze schlicht zu viel ist. Sei es drum: In den Wettquoten liegen die Finnen 2026 unangefochten auf Platz 1.

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Holt Delta Goodrem den ersten ESC-Sieg für Australien?

Es gibt sie, diese ESC-Momente, in denen man plötzlich das Gefühl hat: Das könnte es sein. Das hier ist gerade besonders. Für einen solchen Moment sorgte 2014 Conchita Wurst, als sie im Halbfinale auf der Bühne stand und ganz Europa zeigte, dass man sie bisher unterschätzt hatte. Unterschätzt wurde Delta Goodrem aus Australien bisher zwar nicht – einen Sieg traute man ihr aber kaum zu. Bis zum Halbfinale, in dem sie den europäischen Kollegen mit viel Erfahrung, einer großartigen Ausstrahlung und einer tollen Stimme zeigte, wie ein ESC-Auftritt aussehen soll.

In ihrer Heimat ist die 41-Jährige schon jetzt ein großer Star. Ihre Karriere begann sie in der Serie „Neighbours“, so etwas wie der australischen Lindenstraße, die auch Kylie Minogue und Margot Robbie berühmt machte. Es folgte der Wechsel zur Musik mit inzwischen neun Nummer-eins-Hits. Nebenbei brachte sie mit „Delta“ noch ein Parfüm auf den Markt – saftige Mandarine, samtige Nektarine und spritziger grüner Apfel –, das sich mehr als eine Million Mal verkaufte.

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Folgt nun der ESC-Sieg als nächster Schritt? Möglich scheint alles. Der Auftritt von Delta Goodrem sticht hervor, bleibt im Kopf und könnte sowohl bei den Jurys als auch bei den Zuschauern punkten. Aber keine Sorge: Auch im Fall eines Sieges, würde der nächste ESC nicht Down Under stattfinden. Vielmehr würden die Australier den Eurovision Song Contest mit einem anderen Mitgliedsland in Europa austragen. 

Holt Akylas aus Griechenland den ESC-Sieg?

Gedanken über einen möglichen Sieg darf oder muss man sich auch in Griechenland machen. Der Song, den die Griechen ins Rennen schicken, ist laut, ein bisschen schräg, unkonventionell – und damit typisch ESC. In „Ferto“ singt der 27-jährige Akylas – Markenzeichen: Mütze – über Überkonsum, Gier und den ständigen Drang nach immer mehr. Das Lied ist mehr als nur ein spaßiger Beitrag zum Schmunzeln, auch wenn es im ersten Augenblick so daherkommt. Doch hinter all dem steckt eine ernste Botschaft.

Die unterstreicht Akylas, indem er das „immer mehr“, das er im Song kritisiert, auf die Bühne bringt: Sein Beitrag besteht aus einem Mix von elektronischen Beats, die an Nintendo-Videospiele der 90er-Jahre erinnern, griechischer Folklore und Rap – und lässt kaum einen Moment, um Luft zu holen. Dazu liefert der gelernte Koch einen Auftritt, der wirkt, als hätte er gerade in eine Steckdose gegriffen. Das alles ist viel, vielleicht zu viel, könnte aber gerade bei der Generation Tiktok Anklang finden, die bei aufkeimender Langeweile nicht zögert, weiterzuswipen – oder eben umzuschalten.

Durchbricht Søren Torpegaard Lund Dänemarks ESC-Fluch?

Umschalten sollten Sie am Samstag auf keinen Fall, wenn Søren Torpegaard Lund auf der Bühne steht. Er kommt – wie könnte es bei diesem Namen anders sein – aus Skandinavien, genauer gesagt aus Dänemark, und steht vor einer großen Aufgabe: Denn es gilt, den dänischen ESC-Fluch zu durchbrechen. Im vergangenen Jahr reichte es für die Dänen nur für den 23. Platz. Die vier Jahre zuvor schaffte das Land gar nicht erst den Sprung ins Finale.

Und so setzen unsere nördlichen Nachbarn in diesem Jahr auf ein wahres Ausnahmetalent: Mit nur 17 Jahren begann Torpegaard Lund seine Ausbildung an der renommierten Dänischen Schule für Darstellende Künste – als bis heute jüngster Schüler. Danach spielte er in verschiedenen Musicals, unter anderem „Tanz der Vampire“, und bringt nun auch eine musicalhaft angehauchte, aber dennoch moderne Nummer auf die ESC-Bühne: „Før vi går hjem“.

ESC 2026: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Galerie

ESC 2026 Albanien Alis
Er macht uns den Lagerfeld: Ob Tag oder Nacht, Alis gibt es nur mit Sonnenbrille. Beim ESC 2026 geht er mit „Nân“ für Albanien ins Rennen. Der Titel seines Songs heißt so viel wie „Mutter“ – mit dem indischen Brot hat er nichts zu tun.© EBU | -
ESC 2026 Armenien Simón
Optisch sieht er aus, wie frisch aus dem Musikvideo zu „Push The Button“ von den Sugababes geklaut. Beim ESC vertritt er Armenien mit „Paloma Rumba“.© EBU | Robert Koloyan
ESC 2026 Aserbaidschan Jiva
Aserbaidschan setzt beim ESC 2026 auf eine Diva: Jiva. Ihr Song heißt „Just Go“.© EBU | -
ESC 2026 Australien Delta Goodrem
Kein ESC ohne eine große Pop-Ballade. 2026 liefert sie Delta Goodrem aus Australien mit „Eclipse“.© EBU | Carlotta Moye
ESC 2026 Belgien Essyla
Essyla aus Belgien sieht aus, als wäre ihr kalt. Kein Wunder, heißt ihr ESC-Song doch „Dancing On The Ice“.© EBU | James Barbosa
ESC 2026 Bulgarien Dara
Die vergangenen drei Jahre setzte Bulgarien beim ESC aus. Jetzt ist das Land zurück – und will mit Dara und ihrem Lied „Bangaranga“ ganz vorn landen.© EBU | Vasil Germanov
ESC 2026 Dänemark Søren Torpegaard Lund
Søren Torpegaard Lund: Wer so heißt, kann nur für ein skandinavisches Land beim ESC starten. Und tatsächlich geht Søren mit „Før Vi Går Hjem“ für Dänemark ins Rennen.© EBU | Nikolaj Thaning Rentzmann
ESC 2026 Deutschland Sarah Engels
Sarah Engels kennt in Deutschland wohl jeder, der schon einmal einen Privatsender eingeschaltet hat. Beim ESC 2026 will sie mit „Fire“ überzeugen.© EBU | Marcel Brell
ESC 2026  Estland Vanilla Ninja
Moment, die kennt man doch! Vanilla Ninja sind quasi ESC-Veteraninnen. Anfang der 2000er Jahre hatten sie einige Hits und vertraten schließlich 2005 die Schweiz beim Contest. 2026 gehen sie mit „To Epic To Be True“ für ihr Heimatland Estland an den Start.© IMAGO | Scanpix
ESC 2026 Finnland Linda Lampenius x Pete Parkkonen
Glaubt man den Wettquoten, haben sie den ESC-Sieg 2026 schon fast sicher: Linda Lampenius & Pete Parkkonen aus Finnland. Ihren Song „Liekinheitin“ bringen sie mit einer feurigen Inszenierung wie aus dem ESC-Lehrbuch auf die Bühne.© EBU | Nelli Kenttä
ESC 2026 Frankreich Monroe
Monroe aus Frankreich hat schon mal die Haare schön. Aber ob das reicht, um beim ESC zu überzeugen? Ihr Song „Regarde“ setzt leider auf ein eher ausgelutschtes Konzept, schließlich haben schon die letzten beiden ESC-Gewinner Pop-Sounds mit Operngesang kombiniert.© EBU | Thomas Braut/France TV
ESC 2026 Georgien Bzikebi
Für Georgien fährt 2026 die Band Bzikebi zum ESC nach Wien. Ihr Song: „On Replay“.© EBU | -
ESC 2026 Griechenland Akylas
Akylas gehört zu den vielen ESC-Teilnehmern, die ihre Bekanntheit einer Castingshow verdanken. Bei der griechischen Variante von „The Voice“ reichte es aber nicht für den Sieg. Trotzdem schickt ihn das Land mit „Ferto“ nach Wien.© EBU | Nikos Stolis
ESC 2026 Israel Noam Bettan
Die Teilnahme Israels beim ESC ist seit Jahren umstritten. Darunter zu leiden hatten oft die Künstler. Und so wird auch Noam Bettan, der mit „Michelle“ in Wien antritt, ein dickes Fell brauchen.© EBU | Shai Franco
ESC 2026 Italien Sal Da Vinci
Die dunklen Augen, das faltenfrei gestraffte Gesicht: Ist es der wiedergeborene Costa Cordalis? Nein, es ist Sal Da Vinci, der Italien mit „Per Sempre Sì“ beim ESC 2026 vertritt.© EBU | -
ESC 2026 Kroatien Lelek
Folklore kommt beim ESC immer gut an – vor allem, wenn man sie mit etwas Mystik verbindet. Auf dieses Konzept setzt 2026 Kroatien und schickt die Band Lelek mit „Andromeda“ nach Wien.© EBU | Dario Njavro
ESC 2026 Lettland Atvara
Atvara aus Lettland sieht aus, als wäre ihr ein bisschen schlecht. Das muss aber nicht sein – so übel ist ihr Song „Ēnā“ gar nicht.© EBU | Ralfs Cimermanis
ESC 2026 Litauen Lion Ceccah
Mit diesem Look hätte Lion Ceccah aus Litauen auch problemlos eine Rolle bei „Star Trek“ bekommen. Stattdessen steht er beim ESC 2026 mit „Sólo Quiero Más“ auf der Bühne.© EBU | -
ESC 2026 Luxemburg Eva Marija
ESC-Fans wissen: Nichts sagt beim ESC so sehr „Winner“ wie eine Violine. An diese Weisheit hält sich auch Eva Marija aus Luxemburg, die mit „Mother Nature“ die Natur besingt.© EBU | Massen Photography
ESC 2026 Malta Aidan
Der Cowboy ist los: Aidan vertritt Malta beim ESC 2026 mit „Bella“.© EBU | -
ESC 2026 Moldau Satoshi
Satoshi, das ist nicht der kleine Drache aus „Super Mario“, sondern Moldaus ESC-Hoffnung. In seinem Song lässt er sein Heimatland hochleben: „Viva, Moldova!“ Dabei mischt er wild die Sprachen, singt Rumänisch, Italienisch, Latein, Englisch, Spanisch und Französisch. Wenn‘s hilft.© EBU | -
ESC 2026 Montenegro Tamara Živković
Ein ESC ohne eine Diva vom Balkan, die laut schreiend auf der Bühne steht? Undenkbar! Dafür, dass es nicht so weit kommt, sorgt 2026 Tamara Živković aus Montenegro mit „Nova Zora“.© EBU | Marko Tošković
ESC 2026 Norwegen Jonas Lovv
Ist das nicht der Typ aus Berlin-Kreuzberg? Nein, Jonas Lovv kommt aus Norwegen und vertritt sein Heimatland beim ESC 2026 mit „Ya Ya Ya“.© EBU | Fredrik Hovdevik/Warner Music Norway
ESC 2026 Österreich Cosmo
Der Gastgeber Österreich setzt beim ESC im eigenen Land auf den etwas eigenwilligen Song „Tanzschein“ von Cosmo. Der erst 19-Jährige dürfte zwar seine Fans finden. Sorgen, dass man den Contest im kommenden Jahr schon wieder ausrichten „muss“, muss man sich in Wien aber nicht machen.© EBU | Orf
ESC 2026 Polen Alicja
Diese „Lady in Red“ vertritt Polen beim ESC in Wien. Dort geht Alicja mit „Pray“ an den Start.© EBU | Daria Irena
ESC 2026 Portugal Bandido do Cante
Portugal setzt beim ESC Jahr für Jahr auf künstlerisch anspruchsvolle Beiträge. Das Konzept geht auf. Angst, dass die Bandido do Cante mit „Rosa“ den Sieg klauen, muss man aber nicht haben.© EBU | Cátia Figueiredo
ESC 2026 Rumänien Alexandra Căpitănescu
Jeder mag ja etwas anderes. Aber der Wunsch von Alexandra Căpitănescu ist dann doch ungewöhnlich. „Choke Me“ („Würg mich“) heißt ihr Beitrag für den ESC. Naja: We listen and we don‘t judge.© EBU | Vanda Bienville
ESC 2026 San Marino Senhit
San Marino hat beim ESC zwei große Vorlieben: Wiederholungstäter und Stars vergangener Tage. 2026 setzt das kleine Land auf beides. Sängerin Senhit, die mit „Superstar“ antritt, hat nach bei ihrer dritten Teilnahme schon ESC-Erfahrung – und bringt zur Verstärkung den 80er-Jahre-Sänger Boy George mit.© EBU | Panini S.p.A./Mary Stuart
ESC 2026 Schweden Felicia
Es ist ihr Markenzeichen: Felicia trägt gerne ungewöhnliche Gesichtsbedeckungen. Im schwedischen Vorentscheid entschied sie sich erst für eine Corona-Gedächtnis-Maske und dann für eine überdimensionierte Sonnenbrille. Ihr Song: „My System“.© IMAGO | TT
ESC 2026 Schweiz Veronica Fusaro
Tänzerinnen und Tänzer aufgepasst: Veronica Fusaro bringt den Walzer zum ESC 2026. Ihr Song: „Alice“.© EBU | SR/Nils Sandmeier
ESC 2026 Serbien Lavina
Schwarz ist eindeutig die Lieblingsfarbe der Bandmitglieder von Lavina. Sie wollen beim ESC 2026 mit hartem Rock und „Kraj Mene“ überzeugen.© EBU | Nataša Stamatović
ESC 2026 Tschechien Daniel Zizka
Daniel Zizka schaut so traurig drein, man möchte ihn in den Arm nehmen und trösten. Bleibt zu hoffen, dass sich seine Stimmung etwas bessert, bis er beim ESC mit „Crossroads“ auf der Bühne steht.© EBU | Hana Knizova
ESC 2026 Ukraine Leléka
Noch eine mit traurigem Blick: Leléka aus der Ukraine. Beim ESC geht sie mit „Ridnym“ ins Rennen.© EBU | -
ESC 2026 Vereinigtes Königreich Look Mum No Computer
„Look Mum No Computer“ soll das Vereinigte Königreich beim ESC endlich mal wieder einen Erfolg bringen. Nur dreimal schaffte es das Land seit der Jahrtausendwende unter die Top 10. Der diesjährige Ansatz: Zählen – und das auf Deutsch. Der britische Song heißt „Eins, Zwei, Drei“.© EBU | BBC/Michael Leckie
ESC 2026 Zypen Antigoni
Zypen feiert beim ESC das Leben: Ins Rennen geht für den Inselstaat Antigonimit „Jalla“. © EBU | -

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Ins Finale einzuziehen, dürfte für den 27-Jährigen nicht wirklich eine Herausforderung sein. Gut möglich sogar, dass er am Ende mit um den Sieg kämpft. Bringt ihm eventuell die große Glas-Box, in der er und seine Tänzer auf der ESC-Bühne performen und die ein bisschen an ein Aquarium erinnert, Glück? Es wäre den beim ESC so leidgeprüften Dänen zu gönnen.

So stehen die ESC-Chancen für Deutschland

Apropos leidgeprüft: Wie sieht es eigentlich mit Deutschland aus? Für die Bundesrepublik geht in diesem Jahr die aus zahlreichen TV-Shows bekannte Sängerin Sarah Engels ins Rennen. Sie startete ihre Karriere 2011 bei „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL), wo sie den zweiten Platz belegte. Danach heiratete sie DSDS-Sieger Pietro Lombardi, tourte durch allerlei Fernsehformate, ließ sich medienwirksam scheiden und hat nun ihren Weg zum Eurovision Song Contest gefunden.

In Wien ist ihr ein Platz im Finale sicher – als größter Geldgeber erspart Deutschland es sich, überhaupt erst im Semifinale anzutreten. Ihren Song „Fire“ wird Engels im Halbfinale dennoch präsentieren und den Zuschauerinnen und Zuschauern auf der Bühne ordentlich einheizen – Feuerfontänen garantiert! Für einen Platz weit vorn wird es wohl dennoch nicht reichen. Schuld daran ist nicht Engels, die eine großartige Stimme und tolle Ausstrahlung hat. Aber der Song, den man ihr mitgegeben hat, ist so voller ESC-Klischees, dass man das Gefühl hat, ihn schon zig Mal gehört zu haben.

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Da hilft auch der Dancebreak nicht, in dem Engels sich gekonnt lasziv auf dem Boden räkelt. Vor allem im Vergleich mit den Favoriten fällt auf: Sie alle setzen auf eigenständige, außergewöhnliche Kompositionen, auf Texte in Landessprache und auf Künstlerinnen und Künstler mit Charakter. Deutschland dagegen kann in diesem Jahr leider nur Letzteres bieten. Und so scheint ein Platz weit hinten schon vor dem Wettbewerb ein weiteres Mal sicher.