Sie winkten hierhin, sie winkten dorthin. Und nach unzähligen Umarmungen mit Fans, die hinter den Absperrgittern standen, wurden Laura Nolte und Deborah Levi im Zielbereich der Veltins-EisArena in Winterberg noch zu begehrten Selfie-Partnerinnen. „Es ist einfach so cool hier. In Winterberg macht es besonders viel Spaß. Das hat man heute wieder gespürt, alle stehen hinter einem – das gibt den Extra-Push“, sagte Levi, die zwar für den SC Potsdam startet, aber längst zur Winterberger Bobfamilie zählt. „Wir wollten hier und heute unbedingt gewinnen, vor unseren Familien und Freunden“, ergänzte Laura Nolte – und schickte nach ihrem zweiten Heimsieg des Wochenendes eine etwas andere Kampfansage an die Konkurrenz.
Winterberg: Fiebig springt bei Kalicki ein
Die aus Unna stammende 27-jährige Olympiasiegerin im Zweierbob von 2022 brannte bei weiterhin schwierigen, winterlichen Verhältnissen am Sonntag des Bob- und Skeleton-Weltcups in Winterberg im Zweierbob mit ihrer Top-Anschieberin Deborah Levi einen fast perfekten zweiten Lauf ins Eis und überholte im Klassement erneut die nach Lauf eins in Führung liegenden Lisa Buckwitz/Kira Lipperheide (BRC Thüringen/TV Gladbeck; +0,16 Sekunden). Rang drei belegten Kim Kalicki/Leonie Fiebig (TuS Eintracht Wiesbaden/BSC Winterberg; +0,66). Fiebig kam allerdings nur im zweiten Lauf zum Einsatz, weil sich Talea Prepens (MSC Magdeburg) im ersten leicht verletzte.
„Wir wussten nach dem ersten Lauf, dass wir noch gewinnen können“, sagte Nolte fröhlich und ergänzte: „Wir hatten ein bisschen Pech mit dem Schnee am Start plus zwei, drei Kleinigkeiten in der Bahn.“ Nach 5,52 Sekunden im ersten startete das Duo mit 5,45 Sekunden deutlich schneller in den finalen Durchgang und auch im Eiskanal erwischte Nolte die Ideallinie.
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Sie feierte somit im Zweierbob den vierten Sieg im fünften Weltcuprennen der Saison und revanchierte sich für zurückliegende, teilweise emotional schmerzhafte „Niederlagen“ in den vergangenen zwei Jahren auf ihrer Heimbahn.
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Lisa Buckwitz beendete nämlich 2024 eine beachtliche Siegesserie der BSC-Pilotin. Seit 2021 hatte Nolte jedes Weltcuprennen in der Veltins-EisArena gewonnen. Ausgerechnet bei der Heim-WM allerdings raste Buckwitz mit Anschieberin Vanessa Mark auf Rang eins und holte Gold, während sich Nolte/Levi mit Silber begnügen mussten. Beim Weltcuprennen Anfang 2025 triumphierte Buckwitz mit Kira Lipperheide vor Nolte/Levi.
Nolte siegt im Monobob
Laura Nolte, die bereits das Auftaktrennen der Weltcupsaison auf der Olympiabahn in Cortina d‘Ampezzo für sich entschieden hatte, gelang beim Heim-Weltcup in Winterberg der zweite Saisonsieg im Monobob. Sie verwies Cynthia Appiah (Kanada/+0,16 Sekunden) und Lisa Buckwitz (+0,20 Sekunden) auf die Plätze zwei und drei. „Jeder Sieg gibt natürlich weiteres Selbstvertrauen für Olympia“, sagte die zweifache Weltmeisterin im Monobob fröhlich. Zudem fuhr sie in dieser Saison im Monobob zweimal auf Rang zwei und einmal auf Platz drei. „Ich liebe es, in Winterberg vor heimischem Publikum zu fahren. Ich bin seit elf Jahren im BSC Winterberg, kenne hier jeden Helfer. Entsprechend ist es für mich wie ,ein nach Hause kommen‘“, sagte Nolte.
In dieser Saison fahren Nolte und Levi bislang aber in ihrer eigenen Liga. Eine Ausnahme bildete der dritte Platz auf der von der BSC-Pilotin ungeliebten Bahn in Sigulda/Lettland. „Was Laura die letzten Wochen abgeliefert hat, war wirklich bärenstark“, lobte selbst Kim Kalicki ihre Kollegin an den Lenkseilen. „Sie wird sehr, sehr schwer zu schlagen sein in Cortina“, ergänzte Kalicki.
Bei Olympia werden die Karten nochmal neu gemischt. Aber ich glaube, man muss erstmal an uns vorbeikommen.
Laura Nolte, Bobpilotin des BSC Winterberg
Damit richtete sie den Fokus auf den Saison-Höhepunkt, die Olympischen Winterspiele in Cortina d‘Ampezzo (6. bis 22. Februar).
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Und während sich Nolte in den vergangenen Wochen noch bedeckt hielt ob ihrer vor allem im Zweierbob großen Favoritenrolle auf die Goldmedaille, ließ sie sich im Freudentaumel nach dem Heimsieg im Zweierbob voller Selbstvertrauen zu einer Art Kampfansage hinreißen. „Bei Olympia werden die Karten nochmal neu gemischt. Aber ich glaube, man muss erstmal an uns vorbeikommen. Wir sind in Topform, wir sind motiviert, wir sind gelassen. Wir haben Bock“, sagte sie.




































































