Das Duell Johannes Lochner vs. Francesco Friedrich elektrisiert in diesem Winter – und es setzte sich beim Bob-Weltcup in Winterberg fort. Während Lochner am Samstagabend seinen vierten Saisonsieg im fünften Zweierbob-Rennen der Saison feierte, blieb Friedrich in einem erneuten Schneerennen nur der dritte Platz. Im Anschluss schickte der 35-jährige Rekordweltmeister aus Sachsen eine verbale Spitze an seinen langjährigen Kontrahenten aus Bayern, der mit Olympia-Gold seine Karriere ausklingen lassen möchte. Und am Sonntag schlug Friedrich im Viererbob sportlich zurück.
Winterberg: Ammour rast auf Rang zwei
Zusammen mit Top-Anschieber Georg Fleischhauer raste Lochner in seinem letzten Zweierbob-Rennen in Winterberg zum Sieg. Nach der Halbzeit-Führung reichte ihm die zweitschnellste Laufzeit im zweiten Durchgang, um am Ende zu triumphieren. Schnellste bei winterlichen Verhältnissen mit Schneefall und Windböen im zweiten Lauf waren Adam Ammour/Alexander Schaller, die sich so noch vor Francesco Friedrich/Alexander Schüller auf Rang zwei vorschoben (+0,30 Sekunden). Friedrich/Schüller komplettierten auf Rang drei (+0,51) den erneuten deutschen Dreifach-Triumph.
Doch über allen Weltcup-Ergebnissen thront in dieser Saison das Abschneiden bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d‘Ampezzo (6. bis 22. Februar 2026). In Italien will der 32-jährige Lochner seine Karriere mit Olympia-Gold ausklingen lassen. Bei den zurückliegenden Winterspielen 2022 in China raste er sowohl im Zweier- als auch im Viererbob zur Silbermedaille – hinter Francesco Friedrich.

Der wurde damit endgültig zum Bob-Dominator, nachdem er 2018 bei den Winterspielen in Südkorea ebenfalls zweimal Gold gewonnen hatte. Bei Friedrichs vierten und Lochners dritten Winterspielen dürfte sich das Duell der deutschen Top-Piloten um Gold fortsetzen.
Winterberg: Lochner liegt im Plan
„Es war klipp und klar mein Plan. Wenn er die Rennen im Weltcup gewinnt, gewinnt er auch beim Saison-Höhepunkt“, sagte Johannes Lochner. „Mein Ziel ist es von Anfang an gewesen, dass wir von Rennen eins an zeigen: Wir sind voll da, wir sind besser als sonst und er muss liefern“, ergänzte der Schönauer.
Winterberg: Ekstase! 66 mega-coole Fotos vom Weltcup im Schnee
Nach vier Siegen im Zweierbob liegt Lochner bei nur einem Erfolg von Friedrich in seinem Plan. „Wir haben ihn in einer Position, in der er nachdenkt. Und er wird nachdenken, seine Hausaufgaben machen und auf einmal steht er da und bei Olympia wird es wieder ein Hundertstelkampf“, erzählte der Pilot des BC Stuttgart Solitude grinsend.
Winterberg: So reagiert Friedrich
Er schreibt Friedrich demnach keinesfalls ab und freut sich auf ein schönes Finale in Cortina d‘Ampezzo.
Und wenn er vorher zwölf von acht Rennen gewinnt, ist uns das auch egal.
Francesco Friedrich, Bobpilot,, in Richtung Johannes Lochner
Insofern äußerten sich Lochner und Friedrich in Winterberg ähnlich. „Bei diesen Verhältnissen mit dem Schnee erwischen es andere manchmal besser und sind dann halt vorne“, sagte Friedrich. „Die Bahnarbeiter haben gekehrt wie die Weltmeister, aber wenn eine Windböe kommt, können sie halt nichts machen“, ergänzte er. Und vor seinem zweiten Lauf kam eine solche Windböe.
Winterberg: Ein Hundertstel-Krimi
Innerlich dürfte es im Bob-Perfektionisten gären, weil er eine solche Niederlagenserie wie aktuell im Zweierbob nicht gewöhnt ist. Nach außen gab sich der Pilot des BSC Sachsen Oberbärenburg aber cool. „Wir machen uns keine Sorgen. Olympia hat Vorrang und wenn wir bis dahin gut trainieren, verletzungsfrei bleiben und unsere Material-Aufgaben erledigen, wird es spannend werden“, erklärte Friedrich, um in Richtung Lochner zu ergänzen: „Und wenn er vorher zwölf von acht Rennen gewinnt, ist uns das auch egal.“

Als müsse er diese Aussage untermauern, gewann Friedrich mit seiner Anschieber-Crew Matthias Sommer, Alexander Schüller und Costa Laurenz am Sonntag den Viererbob-Weltcup, der zu einem Hundertstel-Krimi wurde. Auf Rang zwei fuhr Lochner mit Oliver Peschk, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer (+0,02 Sekunden) vor dem Drittplatzierten Ammour mit Issam Ammour, Joshua Tasche und Alexander Schaller (+0,06).
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„Es war ein cooles, super-spannendes Rennen. Das macht Spaß“, sagte Friedrich und ergänzte mit Blick auf das Duell mit Lochner: „Im Zweier haben wir noch etwas aufzuholen, aber im Vierer wissen wir, dass wir gut sind.“


































































