Lisa Buckwitz rang sich zwar ein Lächeln ab, weil sie den Weltcup im Monobob der Frauen in Winterberg noch auf dem dritten Platz beendete. Doch mehr als ein gequältes Lächeln schaffte die Bobpilotin des BRC Thüringen nicht. „Es war ein beschissenes Rennen“, sagte Buckwitz und ergänzte: „Mal wieder hier in Winterberg.“ Ihre Teamkollegin Laura Nolte wollte in das Winterberg-Bashing nicht einstimmen.
Winterberg: Noltes zweiter Saisonsieg
Nolte verfolgte den zweiten Lauf der zur Halbzeit Führenden Buckwitz angespannt vor einem kleinen Bildschirm in der Zielarena der Veltins-EisArena. Nach deren Zielankunft riss die Pilotin des BSC Winterberg jubelnd die Arme hoch und ließ sich von ihren zahlreichen Fans feiern – als Siegerin des Weltcuprennens auf der Heimbahn im Hochsauerland.
Der 27-Jährigen, die bereits das Auftaktrennen der Weltcupsaison auf der Olympiabahn in Cortina d‘Ampezzo für sich entschieden hatte, gelang somit der zweite Saisonsieg im Monobob. Sie verwies Cynthia Appiah (Kanada/+0,16 Sekunden) und eben Buckwitz (+0,20 Sekunden) auf die Plätze zwei und drei. „Jeder Sieg gibt natürlich weiteres Selbstvertrauen für Olympia“, sagte die zweifache Weltmeisterin im Monobob fröhlich.
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Während Nolte im Zweierbob mit Anschieberin Deborah Levi ohnehin als Gold-Kandidatin Nummer eins zu den Olympischen Winterspielen in Cortina d‘Ampezzo (6. bis 22. Februar 2026) reist, meldet die aus Unna stammende Sportsoldatin auch im Monobob mehr und mehr Medaillenansprüche an. Bei ihrem Olympiasieg im Zweierbob 2022 in China musste sich Nolte im Monobob mit dem Rang vier begnügen.
Es war ein Monobob-Rennen mit schwierigen, aber am Ende regulären Bedingungen.
René Spies, Chef-Bundestrainer Bob
Dass Buckwitz von einem „beschissenen Rennen“ redete, lag allerdings weniger am Sieg ihrer Teamkollegin, sondern an den äußeren Bedingungen im Hochsauerland. Nachdem bereits die Skeleton-Rennen am Freitag unter Schneefall und Wind gelitten hatten, machte das Wetter es auch am Samstagmittag kompliziert.

„Es war ein Monobob-Rennen mit schwierigen, aber am Ende regulären Bedingungen“, resümierte Chef-Bundestrainer René Spies den Wettbewerb, bei dem durch die Windböen mal mehr und mehr weniger Schnee in die Bahn geblasen wurden. Buckwitz – erwischte im zweiten Lauf mehr Schnee.
Winterberg: Buckwitz erinnert an WM-Pech
Mit 5,77 Sekunden gelang ihr im ersten Lauf die beste Startzeit, im zweiten stoppte die Uhr bei 5,92 Sekunden. „Fast zwei Zehntel am Start, das ist eben Pech, wenn genau bei dir Schnee in die Spur weht“, klagte sie und ergänzte: „Das ist natürlich bei meiner Vorgeschichte mit Winterberg sau-ärgerlich. Bei der WM 2024 lag ich nach Tag eins auf Platz eins und bin als Erste in den Dritten Lauf gestartet. Damals war ich der Schneeschieber für alle.“ Statt Gold gab es Bronze für Buckwitz.

Sie leistete sich im zweiten Lauf zudem einen gröberen Fahrfehler – im Gegensatz zu Laura Nolte. „Ich liebe es, in Winterberg vor heimischem Publikum zu fahren. Ich bin seit elf Jahren im BSC Winterberg, kenne hier jeden Helfer. Entsprechend ist es für mich wie ,ein nach Hause kommen‘“, sagte Nolte. „Mit meinen beiden Läufen bin ich auch sehr zufrieden, ich hatte nur im ersten Durchgang einen Fehler. Ich wusste, im zweiten ist alles möglich. Deshalb bin ich sehr froh, dass es geklappt hat“, ergänzte sie.
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Eine besondere Liebeserklärung äußerte trotz Rang sechs die US-Amerikanerin Elana Meyers Taylor: „Winterberg ist meine große Liebe. Auf dieser Bahn habe ich in Europa das Bobfahren gelernt. Ich weiß noch nicht, ob ich nach Olympia als Aktive wiederkomme, aber sonst komme ich als Fan“, sagte die 41-Jährige.



































































