Jacqueline Pfeifer zuckte mit den Schultern und hob entschuldigend beide Arme waagerecht in die Höhe. Dabei blickte die Skeleton-Pilotin der RSG Hochsauerland in den mittlerweile dunklen Himmel über der Veltins-EisArena, während dicke Schneeflocken im Licht der Scheinwerfer, welche die Zielarena erhellten, tanzten. „Ich habe es wohl noch ganz gut getroffen“, sagte Pfeifer nach dem Weltcuprennen. Olympiasiegerin Hannah Neise (BSC Winterberg) konnte das nicht von sich behaupten – und äußerte Kritik.
Lesen Sie auch
Die Österreicherin Janine Flock entschied das „Schneerennen“, wie sie es selbst nannte, vor Mystique Ro (USA/+0,38 Sekunden) und Anna Fernstädt (Tschechien/+0,61 Sekunden) für sich.
Olympische Spiele in Cortina im Fokus
Pfeifer belegte Rang fünf (+0,80) und Neise kam vor heimischem Publikum sogar nur auf Rang 19 (+2,02). Entsprechend war die Laune der 25-Jährigen aus Schmallenberg. „Im Endeffekt kann es mir ja egal sein, weil in dieser Saison nur die Olympischen Winterspiele in Cortina zählen“, sagte Neise – und wählte anschließend Worte, die zeigten, wie verärgert sie war.

„Es ist von der IBSF ganz blöd geplant. Winterberg ist eine schöne Bahn, es kann sehr schön sein hier und alle fahren gerne in Winterberg. Aber man weiß nach den letzten Jahren, dass es zu dieser Jahreszeit einfach nicht schön ist. Bei dem Wetter funktioniert es einfach nicht und die Wettkampfbedingungen sind unfair“, sagte Neise. „Ich würde mir wünschen, dass es in den nächsten Jahren vielleicht einen anderen Wettkampfplan gibt und Winterberg zu einer Zeit stattfindet, bei der man weiß, dass das Wetter etwas besser sein könnte“, ergänzte sie.

Jacqueline Pfeifer, die mit einem Weltcupsieg in Cortina d‘Ampezzo perfekt in die Saison gestartet war, stieß verbal in ein ähnliches Horn. „Ich wäre natürlich gerne weiter nach vorne gefahren oder hätte den Sprung auf das Podest geschafft. Das soll keine Ausrede sein, aber es hatten heute alle Glück oder Pech. Im zweiten Lauf war die Spur bei mir schon sehr zu. Ich bin durch eine Schneespur gefahren, das haben die anderen besser gemacht“, sagte sie.
Winterberg: Herren-Weltcup abgebrochen
Das Rennen der Männer am Freitagvormittag wurde auf Grund der Wetterverhältnisse nach dem ersten Lauf abgebrochen, der für abends geplante Mixed-Teamwettbewerb abgesagt.
Uns wurde auf jeden Fall heute ein Sieg geklaut beim Herren-Rennen.
Christian Baude, Chef-Bundestrainer
„Die Entscheidung der Jury ist für mich eine riesengroße Enttäuschung. Ich kann es nicht nachvollziehen. Wir hatten danach zwei Stunden keinen Schneefall und mega-faire Bedingungen“, übte Chef-Bundestrainer Christian Baude. „Uns wurde auf jeden Fall heute ein Sieg geklaut beim Herren-Rennen. Wir waren mit drei Leuten top-platziert und hätten im zweiten Lauf angegriffen“, ergänzte er.
Winterberg: Ekstase! 66 mega-coole Fotos vom Weltcup im Schnee
Den Wettbewerb der Frauen zogen die Verantwortlichen durch. „Aus meiner Sicht wurde mit zweierlei Maß gemessen, denn das Frauen-Rennen hätte genauso gut abgesagt werden können, oder müssen nach der Entscheidung bei den Männern“, echauffierte sich Baude, dem darüber hinaus sauer aufstieß, dass das Rennen der Männer nicht auf abends verlegt wurde. „In dieser Saison werden alle Entscheidungen gegen uns getroffen“, haderte er. „Wir brauchen die Rennen, wenn es darum geht, sich für Olympia zu qualifizieren“, erklärte er.
Winterberg: Siegerin rast in Schneehaufen
„Es war wirklich ein Durcheinander, ein Schneerennen“, sagte Janine Flock nach ihrem zweiten Saisonsieg. „Nach der Kurve acht bin ich ziemlich im Schnee stecken geblieben, da dachte ich schon: Das war es.“
Doch Flock fand zurück in die perfekte Spur – und hob die Arme im Ziel jubelnd.






































































