Miriam Scherff (SPD) ist Wuppertals neue Oberbürgermeisterin. Sie gewann gegen ihren Herausforderer Matthias Nocke (CDU) mit einem Erdrutsch-Sieg. 74,6 Prozent der Wuppertaler stimmten für sie. Wobei auch nur 34,7 Prozent der Wuppertaler zur Wahl gingen.
Dass Wuppertal künftig von einer Oberbürgermeisterin regiert würde, war seit beinahe zwei Wochen so gut wie klar. Nicht nur lag Scherff bei der ersten Wahl am 14. September schon deutlich vor Nocke. Sondern Nocke ruinierte sich zusätzlich seine kleine Chance mit einer viral gegangenen, viel beachteten Aussage gegenüber Scherff.
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Positiv: Nocke entschuldigte sich schnell, Scherff nahm die Entschuldigung an – und beide verstanden sich danach so gut, dass sie sogar auf Kuschelkurs gingen. In Wuppertal ist noch Raum für vernünftige politische Debatten.
Ob das in den kommenden fünf Jahren so bleiben wird, ob des Erstarkens der AfD in der Stadt, darf bezweifelt werden. Die Fraktion der vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingeschätzten Partei hat sich in Wuppertal verdreifacht.
Wuppertals Zukunft liegt jetzt in Miriam Scherffs Händen
Apropos die Stärke der AfD: Ob sie in fünf Jahren in Wuppertal noch stärker wird, könnte für Miriam Scherff eine der Fragen sein, die sie in ihrer Amtszeit beantworten wird.
Zwei Thesen:
- Miriam Scherff vollzieht den Politikwechsel in Wuppertal.
➜Trotz schlechter Finanzlage und Haushaltssicherung bleibt aufgrund kreativer Ideen Geld für verschiedene Anliegen in Wuppertal, die BUGA-Planungen gehen voran, das Pina-Bausch-Zentrum wird gebaut, Scherff holt Unternehmen in die Stadt und schafft Arbeitsplätze.
➜Dann kann die 36-Jährige politische Karriere in der SPD machen. Sie ist jung, politisch talentiert, nahbar im Gespräch mit Menschen. Das, was die SPD gerade so dringend benötigt. - Miriam Scherff braucht zu lange, um in Verwaltungsstrukturen reinzukommen.
➜Die schwierigen Mehrheiten im Wuppertaler Stadtrat machen ihr genauso zu schaffen wie ihrem Vorgänger Uwe Schneidewind.
➜Dann wird die AfD bei der kommenden Kommunalwahl 2030 ihre Sitze nicht nur weiter ausbauen, sondern auch in die OB-Stichwahl einziehen.
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Woran sich Miriam Scherff in Wuppertal messen lassen muss
Scherff will als „frische Kraft“ ins Rathaus einziehen, das hat sie auf ihren Wahlplakaten versprochen. „Frische Kraft“ ist unkonkret und kann vieles bedeuten – aus meiner Sicht bedeutet das aber vor allem:
- kreativ zu denken,
- offen zu sein für neue Ideen,
- der Verwaltung und der Politik in Wuppertal modernes Leadership einzuimpfen.
Daran wird sich Scherff messen lassen müssen. Wenn das gelingt, kann die Stadt in den fünf Jahren ihrer Amtszeit wachsen. Gelingen die Großprojekte, die dieser Stadt bevorstehen, wird der Blick auf Wuppertal ein anderer sein.
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Die Fallhöhe dagegen ist genauso groß. Denn zur Wahrheit gehört auch: Das, was Scherff jetzt verspricht, hat auch Uwe Schneidewind vor fünf Jahren versprochen. Ein Kandidat, der nicht zum Establishment der Wuppertaler Politik gehört, anders denkt und der vieles anders machen wollte. Gelungen ist ihm das nicht. Dann wären die Wuppertalerinnen und Wuppertal zum zweiten Mal nicht für ihren Mut an der Wahlurne belohnt worden.









