Zusammenfassung
- Miguel Heidemann vom Team Rembe | Rad-net freut sich auf das Einzelzeitfahren zum Start der Sauerland Rundfahrt am 3. September in Brilon.
- Er erinnert sich an den Radsport-Hype und die starke Unterstützung der Zuschauer beim Erfolg seines Teams im vergangenen Jahr.
- Heidemann hat große Ambitionen für das Zeitfahren und will mit seinem Team um Podiumsplätze kämpfen.
Das Stichwort Einzelzeitfahren rückte in dieser Woche bei der Tour de France auf dramatische Weise in den Fokus: Die deutsche Podiums-Hoffnung Florian Lipowitz war beim Kampf gegen die Uhr schwer gestürzt und musste die Tour auf der 16. Etappe aufgeben. Das Thema Einzelzeitfahren lässt jedoch auch die markanten blauen Augen von Miguel Heidemann noch mal ein bisschen heller leuchten.
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„Ich freue mich mega auf das Zeitfahren, das ist ein Steckenpferd von mir“, sagte Rembe | Rad-net-Profi Heidemann beim Pressetermin zur Sauerland Rundfahrt, die rund um das erste September-Wochenende als viertägiges Straßenrennen der Kategorie 2.2 durch die Region führt. Sein spezielles Zeitfahrrad, das besonders aerodynamisch ist, hatte er ins Briloner Rathaus mitgebracht.
Sauerland Rundfahrt startet mit spektakulärem Einzelzeitfahren durch Brilon
In unmittelbarer Nähe wird am Donnerstag, 3. September, zum Start der Sauerland Rundfahrt dann etwa zwei Stunden lang alle 60 Sekunden ein Fahrer von der Rampe rollen und sich auf den knackigen Kurs durch das Briloner Stadtgebiet begeben. Der 13,5 Kilometer lange Rundkurs mit Start und Ziel auf dem Briloner Marktplatz führt unter anderem durch Rixen und Scharfenberg und hat 239 Höhenmeter. „Eine sehr selektive Strecke“, hat Heidemann ausgemacht. „Wir gehen von einem 40er-Schnitt aus“, hatte Organisator Heiko Volkert mit Blick auf die erste Etappe gesagt. Viel länger als 20 Minuten werden die Fahrer also gar nicht unterwegs sein.

Und trotzdem wird das Einzelzeitfahren ein großes Spektakel zum Auftakt des großen Radsport-Festivals sein, ganz ähnlich wie bei der Tour de France an diesem Dienstag. „Für uns als Organisatoren war immer klar, dass wir mit einem Einzelzeitfahren beginnen werden“, erläuterte Volkert auf Nachfrage. „Damit bekommen wir den Start sehr charmant hin. Auf dem Briloner Markt wird sehr viel Bewegung sein. Die Teams tauchen schon morgens auf, die Fahrer werden sich einschreiben und warmmachen.“
Vier Etappen, 1000 Helfer
Die Sauerland Rundfahrt 2026 findet vom 3. bis 6. September statt und wird erstmals als internationales UCI-Etappenrennen der Kategorie 2.2 über vier Tage ausgetragen. Veranstalter sind SVL Sports GmbH sowie die Städte Winterberg und Arnsberg. Nach dem Einzelzeitfahren zum Auftakt führt die zweite Etappe (135 km) von Brilon nach Siedlinghausen. Die dritte Etappe besteht aus einem Rundkurs bei Wenholthausen (122 km), zum Abschluss geht es auf die Königsetappe von Arnsberg nach Winterberg auf den Kahlen Asten (133 km).
Neu ist auch ein Jedermann-Rennen für Hobbyfahrer, das im Anschluss an die letzten Etappe beginnt und auf zwei Streckenlängen Breitensport und Profisport verbindet. Aktiv beteiligen kann man sich auch als Streckenposten oder Helfer: Insgesamt werden etwa 1000 Freiwillige gebraucht, Infos gibt es unter anderem auf den Social-Media-Kanälen der Sauerland Rundfahrt.
Für die Zuschauer und auch für Brilon als Etappenort liegt der Reiz darin, dass die Sauerland Rundfahrt Brilon dann eben nicht nach dem Start verlässt. Als Ereignis bleibt sie in und um die alte Hansestadt den ganzen Donnerstag lang zum Erleben und Anfassen. „Hier ist dann längere Zeit Programm, das ist für die Zuschauer, die vielleicht von der Arbeit kommen, super. Sonst kommen wir mit dem Fahrerfeld auch schon mal ganz schnell durch die Orte hindurch“, sagte Volkert. Gerade zur Premiere der Sauerland Rundfahrt als Mehrtages-Rennen sei das ideal. „Die Besucher bekommen viel geboten und verfolgen hoffentlich auch die weiteren Etappen.“

Das wird sich auch Heidemann wünschen. Wer glaubt, dass sein Team Rembe | rad-net als Continental-Team nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ verfährt, der irrt. Nicht nur aufgrund der Rolle als Lokalmatador – der namensgebende Hauptsponsor Rembe, Hersteller von Sicherheitssystemen für Industrieanlagen, hat seinen Unternehmenssitz in Brilon – hat der HSK-Rennstall „hohe Ziele“, wie Heidemann betont: „Wir haben große Ambitionen und würden gerne Podiumsplätze einfahren.“
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Das ist dem 28-Jährigen im Sauerland schon einmal gelungen. Auf der ersten Etappe der Deutschland Tour 2025 hatte Rembe | rad-net als Außenseiter-Mannschaft es den World-Teams gezeigt und das gepunktete Bergtrikot erobert. Ausgerechnet im Hochsauerlandkreis, beim Heimspiel.
Das Bergtrikot im Sauerland zu erobern, war 2025 unser ganz großes Ziel – und es hat uns unheimlich glücklich gemacht, das zu erreichen.
Miguel Heidemann, über die Gänsehautmomente bei der vergangenen Deutschland Tour
Heidemann stand in Arnsberg als Punktbester auf der Bühne und führte das Trikot medienwirksam am nächsten Tag durch die Region bis nach Kassel. So fuhr sich Heidemann in die Herzen vieler Sauerländer, umgekehrt hat dieses Erlebnis aber natürlich auch einen ganz großen Platz in seinem Herzen. „Das Bergtrikot im Sauerland zu erobern, war 2025 unser ganz großes Ziel – und es hat uns unheimlich glücklich gemacht, das zu erreichen“, erinnert sich Heidemann an den Radsport-Hype im vergangenen August.

Vor allem denkt der gebürtige Trierer gern an die phänomenale Zuschauer-Unterstützung seinerzeit zurück. „Die Leute an der Strecke und wir vom Team, alle zusammen haben wir das genossen. Es war ein Gänsehaut-Moment.“ Der nächste Gänsehaut-Moment soll also am 3. September folgen. „Im Kalender angekreuzt“, habe sich das Team den Rundfahrt-Auftakt, genau wie damals die erste Tour-Etappe. „Das Einzelzeitfahren ist eine besondere Herausforderung. Es ist eine sehr ehrliche Disziplin, es gibt keinen Windschatten, man ist ganz allein auf sich gestellt“, erläutert der starke Kletterer.
Vordere Plätze bei Zeitfahr-Weltmeisterschaften
Und das Zeitfahren ist noch eine größere Qualität Heidemanns. Er hofft insgeheim, im September um den Etappensieg mitfahren zu können und verweist auf seine WM-Teilnahmen und Team-Relay-Rennen in den letzten Jahren. Bei der Weltmeisterschaft 2025 in Ruanda wurde er 17., 2024 belegte Heidemann in Zürich Platz 20. Was geht in ihm als Spezialist vor, wenn der Kampf gegen die Uhr losgeht? „Aufgeregt bin ich dann nicht, die Anspannung ist aber schon eine andere als auf normalen Etappen. Gleichzeitig darf man nicht überziehen, wozu die vermeintlich kurze Distanz ja verleitet. Und ganz wichtig sind gute Streckenkenntnisse“, verrät Heidemann.
Die sollte er als Sauerland-Fahrer besitzen – und dasselbe gilt für die Begeisterung. „Es wird besonders werden, diese Zeitfahren in unserem Teamtrikot als Auftakt der Sauerland Rundfahrt“, sagt Heidemann – mit leuchtenden Augen.






