„Was für ein Tag! Platz neun bei der Deutschen Meisterschaft ‚Elite Männer‘ 2026. Ich habe mein Herz und meine Seele in dieses Comeback nach meinem schweren Sturz in Gippingen gesteckt. Unglaublich dankbar für alles und jeden.“ Das postete Jermaine Zemke nach einem denkwürdigen Radsport-Wochenende.
Der Radsportler vom Team Rembe | rad-net hatte sich am Sonntag bei der Straßen-DM in Thüringen direkt hinter einigen großen Namen des deutschen Radsports eingereiht. Nils Politt, Georg Zimmermann, Maximilian Schachmann, Lennards Kämna seien genannt. Letzter belegte den achten Platz, direkt dahinter folgte Zemke und wurde bester Kontinental-Fahrer. „Und das nur zwei Wochen nach einem Unfall mit 82 km/h, nachdem ich froh sein konnte, am Leben zu sein und mich kaum bewegen konnte“, schrieb der 20-Jährige in einem emotionalen Statement nach dem Hitze-Rennen.
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Nach seinem schweren Sturz im Rahmen des Großen Preises von Gippingen (Schweiz) hatte Zemke erneut ein besonderes Rennen zu bewältigen. Die Wettbewerbe in Thüringen stand ganz im Zeichen der Hitze und stellte die Fahrerinnen und Fahrer vor extreme Herausforderungen.
Extreme Hitze bei Deutscher Meisterschaft wird für Fahrer zum Härtetest

So stand Überraschungssieger Felix Engelhardt schließlich mit glühendem Kopf im Ziel, aus seinem Schnurrbart rannen Sturzbäche an Schweiß. „Am Ende war es nur noch Not gegen Elend“, sagte der neue deutsche Straßenmeister völlig erschöpft und schüttelte nach der Schinderei im Thüringer Glutofen den Kopf: „Da muss man sich wirklich fragen, ob man bei der Hitze wirklich so lange fahren muss.“
Am Ende war es nur noch Not gegen Elend.
Felix Engelhardt, neuer Deutscher Straßen-Meister der Männer
Engelhardt hatte eine knappe Woche vor dem Start der Tour de France die mit Ausnahme von Topstar Florian Lipowitz komplett angetretene deutsche Elite düpiert. 4:10 Minuten später kam Zemke, der zwischendurch führte und als 20-jähriger Underdog die World-Tour-Fahrer attackierte, ins Ziel. „Platz neun ist unglaublich. Möglich war dies dank der Leidenschaft und den Leuten, die mich unterstützen“, schrieb Zemke, der 2025 zum Sauerländer Rennstall gewechselt war.
Ein brutal schweres Rennen
Nach einem brutal schweren Rennen über 191 km mit fast 4000 Höhenmetern siegte Engelhardt, Profi des australischen Teams Jayco-AlUla, im Sprint einer Fünfergruppe knapp vor Lennart Jasch (Tudor) und Tour-Starter Nico Denz (Red Bull-Bora-hansgrohe)- trotz Krämpfen in der letzten Runde. Kurz vor der letzten Zieldurchfahrt attackierte Lennard Kämna und setzte sich ab, das Finale war eröffnet. Doch auch der Tour-Etappensieger von 2020 kam nicht durch, wurde 20 km vor dem Ziel gestellt und durchgereicht. Rembe-Fahrer Julian Borresch, der beim Zeitfahren am Freitag Fünfter geworden war, belegte Rang 25, der weitaus größte Teil das Starterfeldes musste aufgeben und kam nicht ins Ziel.
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In einem packenden Frauenrennen hatte sich am Samstag Franziska Koch im Spurt vor Liane Lippert durchgesetzt und damit zum dritten Mal in Serie das Meisterinnentrikot geholt. An die Paris-Roubaix-Siegerin war am Freitag bereits der Titel im Einzelzeitfahren gegangen. Rembe-Fahrerin Lisa Klein wurde Dritte bei einem starken Team-Ergebnis. Das konnte das Team Rembe | Rad-net women am Samstag bestätigen: Da belegten die Fahrerinnen des HSK-Rennstalls unter anderem die Plätze 9 bis 13. „Wir können stolz auf das ganze Wochenende sein“, sagte Fabian Peplau, Sportlicher Leiter bei Rembe | rad-net. „Wir haben uns in allen Rennen und Klassen super präsentiert und sind die Rennen angriffslustig gefahren. Die Top-Platzierungen im Einzelzeitfahren mit Lisa Klein und Julian Borresch und der starke Auftritt von Jermaine Zemke stechen natürlich heraus.“
(mit sid)





