Zusammenfassung

  • Die Sauerland Rundfahrt 2026 startet am 3. September in Brilon mit einem Einzelzeitfahren und bringt internationales Radsport-Flair in die Region.
  • Das viertägige Etappenrennen zieht renommierte Teams an und bietet anspruchsvolle Strecken, darunter Bergetappen und Rundkurse.
  • Organisatoren hoffen, damit den Radsport weiter zu fördern, die Region touristisch zu stärken und auch lokale Fahrer ins Rampenlicht zu stellen.

„776 Jahre alt ist das Briloner Rathaus. Doch ich glaube das, was da am 3. September auf das Rathaus zukommt, hat es auch noch nicht gesehen.“ Der witzige Teil der Überleitung von Brilons Bürgermeister kam aber direkt nach diesem Satz. „Nicht ganz so alt wie unser Rathaus ist mein Rennrad...“, ergänzte Dr. Christoph Bartsch und sorgte am Mittwochmittag im Bürgersaal für Gelächter.

Sauerland-Rundfahrt 2026 startet mit Einzelzeitfahren in Brilon

Bartsch schlug den Bogen zurück zum Thema des Tages: Dem Radsport im Sauerland – und vor allem der Sauerland Rundfahrt 2026, die am Donnerstag, 3. September, in Brilon mit einem 13,5 Kilometer langen Einzelzeitfahren beginnt. Die sportliche Großveranstaltung im Spätsommer, die als Profirennen im ganzen Hochsauerlandkreis für Aufsehen sorgen wird, ist für ihre Erfinder so etwas wie der bisherige Höhepunkt einer Vision.

Organisatoren, Sportler, Vertreter der Etappenorte und Sponsoren präsentieren die Plakate zur Sauerland Rundfahrt 2026.
Organisatoren, Sportler, Vertreter der Etappenorte und Sponsoren präsentieren vor dem historischen Briloner Rathaus die Plakate zur Sauerland Rundfahrt 2026.© WP | Elmar Redemann

Diese Vision eines „Radsport-Festivals“, das nachhaltige Wirkung erzeugen will, skizzierte Heiko Volkert, einer der Organisatoren. Die Sauerland Rundfahrt soll deutlich mehr sein als das viertägige Rennen. Sie soll als Deutschlands einziges Etappenrennen neben der Deutschland Tour internationale und nationale Profis in die Region bringen. Die Rundfahrt soll Freude am Radfahren wecken – und zwar bei allen: Vom Radprofi über den Pendler bis zur ganzen Familie von jung bis alt.

Deutschland Tour 2025 Arnsberg
Unvergessliche Bilder: Die Zieleinfahrt bei einer Etappe der Deutschland Tour 2025 auf der Goethestraße in Neheim. © WP | Elmar Redemann

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So will Volkert, geschäftsführender Gesellschafter des SVL Sports GmbH, mit der Sauerland Rundfahrt auch für eine Mobilitätswende werben. Und apropos Werbung: Das Sauerland als herausragender Tourismus-Standort hat sich schon längst vom reinen Wintersport-Mekka zu einer Radsport-Hochburg entwickelt. Und wer das bisher noch nicht mitbekommen hat, dem bringen spektakuläre TV- beziehungsweise Livestream-Bilder die gastgebende Region demnächst noch einmal nahe. Tausende Haushalte können sich im September das Sauerland anschauen, theoretisch weltweit.

Eher zufällig passt unser Profil sehr gut zur Straßen-WM, die zwei Wochen später in Kanada stattfindet.

Jörg Scherf, Mit-Organisator der Sauerland Rundfahrt

Durchaus globale Bezüge stellte auch Volkerts Mitstreiter Jörg Scherf am Mittwoch her. „Eher zufällig passt unser Profil sehr gut zur Straßen-WM, die zwei Wochen später in Kanada stattfindet“, erläuterte der Neheimer, der sich um die teilnehmenden Teams und Fahrer kümmert. Scherf hofft, dass einige Rennställe die Sauerland Rundfahrt als WM-Vorbereitung nutzen; an Zusagen bekannter Mannschaften mangelt es jedenfalls nicht. „Red Bull – Bora – Hansgrohe, Lidl-Trek und das niederländische Team Picnic PostNL sind sicherlich die bekanntesten Namen“, zählte Scherf nicht ohne Stolz auf.

Pogačar kommt (noch) nicht

Den Tour-de-France-Dominator Tadej Pogačar dürfe man zwar nicht erwarten, sagte der Rundfahrt-Sportchef mit einem Augenzwinkern – aber der Italiener Lorenzo Finn als amtierender U23-Weltmeister könnte vielleicht schon in wenigen Wochen in Brilon am Start stehen. „Und wenn wir in den nächsten Jahren wachsen, kann es schnell gehen, dass wir noch größere Namen anziehen“, sagte Scherf, der auch berichtete, dass sich unter anderem Teams aus Ruanda und Australien um eine Teilnahme beworben hatten. Aus Österreich, Italien, Belgien und den Niederlanden sowieso. „In erster Linie machen wir die Sauerland Rundfahrt aber für die deutschen Teams und Fahrer“, betonte Scherf.

Bei einem Pressetermin präsentiert Heiko Volkert (SVL Sports) Details zum Verlauf der Sauerland Rundfahrt 2026.
Heiko Volkert, geschäftsführender Gesellschafter der SVL Sports GmbH, präsentierte in Brilon Details zum Verlauf der Sauerland Rundfahrt 2026.© WP | Elmar Redemann

Deshalb ist natürlich auch „sein“ Team dabei: Rembe | rad-net. Beim Pressetermin waren zwei Topfahrer des heimischen Rennstalls mit Sitz in Arnsberg zugegen: Miguel Heidemann und Johannes Adamietz. Der 28-jährige Adamietz kennt das Sauerland wie seine Westentasche, auch wegen der letztjährigen Deutschland Tour. Sein Blick geht vor allem auf die zweite Etappe von Brilon nach Winterberg-Siedlinghausen. „2025 war ich dort auf der Deutschland Tour vorne dabei, bekam dann aber einen Hungerast. Das will ich dieses Mal besser machen“, sagte der Profi. 135 Kilometer werden Adamietz und der Konkurrenz auf dem Teilstück am 4. September jedoch alles abverlangen.

Schefers wirbt für das Jedermann-Rennen

Parallel zur Schluss-Etappe findet am Sonntag, 6. September, auch zum ersten Mal das Jedermann-Rennen der Sauerlandrundfahrt statt. Auf zwei unterschiedlich langen Strecken (90 und 130 Kilometer) von Arnsberg nach Eslohe beziehungsweise Winterberg können Hobbyradfahrer und Amateure auf komplett abgesperrten Rennstrecken den Spuren der Profis folgen.

„Der Stand der Anmeldungen ist schon sehr gut, aber es sind auch noch Plätze frei“, sagte Tatjana Schefers, Leiterin des Stadtmarketings und Touristik der Stadt Arnsberg. Insgesamt gibt es 1000 Jedermann-Startplätze. Mehr Infos und Anmeldung auf www.sauerlandrundfahrt.de.

Dort wird kurz vor Brunskappel auch ein Geheimtipp für die Zuschauer liegen, um das Feld, das gut 20 Teams und etwa 140 Fahrer umfassen soll, zu bestaunen. „Da kommt Bergetappen-Feeling auf“, ist sich Volkert sicher. Am nächsten Tag wartet als 3. Etappe die „Runde von Wenholthausen“: Zehnmal wird ein Rundkurs auf Esloher Stadtgebiet durchfahren. „Auch sehr schwer“, sagte Volkert grinsend.

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Für die Schluss- und Königsetappe am 6. September gilt das eh. Von Arnsberg wird die Sauerland Rundfahrt über 133 Kilometer dem Kahlen Asten entgegenstreben. Ein würdiges Ziel. Und vielleicht auch eines für Dr. Christoph Bartsch. Sein Peugeot-Renner mit Stahlrahmen jedenfalls ist bestens gepflegt und durfte – weil er farblich perfekt zum Rundfahrt-Plakat passte – auch mit aufs offizielle Foto. „40 Jahre“, antwortete Brilons Bürgermeister schließlich auf Nachfrage nach dem genauen Alter.