„Ein hochklassiges internationales Starterfeld“ versprechen die Macher der Sauerland Rundfahrt, die am Donnerstagnachmittag in Brilon beginnt und neue Maßstäbe für den Radsport in der Region setzen wird. Etwa 400 Kilometer und 9400 Höhenmeter müssen über 100 Profifahrer auf vier Teilstücken bewältigen, wenn sie entweder das magentafarbene Trikot des Gesamtführenden, das grüne für den Punktbesten oder ein ganz besonderes Jersey erobern wollen: Das mit dem Konterfei der im April 2026 verstorbenen Sport-Legende Paul Senske versehene für den besten Bergfahrer.
Lesen Sie auch
Teams
Den klangvollsten Namen im Feld der teilnehmenden Teams hat Red Bull – Bora-Hansgrohe, der Rennstall von Remco Evenepol und Florian Lipowitz, der mit seiner U23-Mannschaft sowie einigen Ausnahmefahrern antritt. Das Team Lidl - Trek, bekannt für Fahrer wie Mads Pedersen und Jonathan Milan, reist ebenfalls mit dem Nachwuchs („Future Racing“) an.
Auch interessant
Ähnlich verhält es sich mit dem „Development Team“ von Picnic PostNL aus den Niederlanden und der U23-Truppe des Tudor Cycling Teams. „Außerdem ist die deutsche Bahnrad-Nationalmannschaft dabei“, sagt Tour-Organisator Jörg Scherf, der sich auch sehr auf die „Vertretung aus Österreich“ freut und das Team Vorarlberg als „richtig stark“ einschätzt.
18 Teams mit je sieben Fahrern kämpfen um Podiumsplätze
Insgesamt kämpfen 18 Teams aus unterschiedlichen Nationen mit jeweils sieben Fahrern um Bestzeiten und Podiumsplätze.
Fahrer
Er ist gleichzeitig einer der größten Stars der Veranstaltung – und mittlerweile als Sauerländer auch ein echter „Local hero“: Ben Zwiehoff meisterte den Wechsel vom Mountainbike aufs Rennrad wie kaum ein Zweiter. Der gebürtige Essener überzeugt in den Bergen und auf langen, schweren Etappen mit Ausdauer und seiner Bereitschaft, sich für sein Team Red Bull – Bora-Hansgrohe aufzuopfern. „Er ist dieses Jahr den Giro d‘Italia gefahren und hat sich da als bergfester Helfer bewiesen“, sagt Scherf über den 32-Jährigen, der mittlerweile in Menden-Lendringsen lebt und in seiner (U23-)Mannschaft als Führungsfigur fungiert.
Jermaine Zemke fährt in dieser Saison am stärksten und ist ein heißer Podiums-Kandidat.
Jörg Scherf, Sportlicher Leiter beim Team Rembe | Rad-net
Achten sollte man auch auf Bruno Keßler vom Team Tudor, der erst 2025 von Rembe | Rad-net zu den Schweizern wechselte und mit 20 Jahren schon tolle Ergebnisse vorweisen kann. Dasselbe gilt für Max Bock, vielseitiges Klettertalent in Reihen von Red Bull – Bora-hansgrohe. „Der hat schon zweimal das Bundesliga-Rennen in Wenholthausen gewonnen, kennt sich hier also hervorragend aus“, sagt Scherf über den 20-Jährigen. Noch ein bisschen jünger ist Maxim Roor – und vor allem ist er: Briloner! Der frühere Rembe-Fahrer geht 2026 und damit auch bei seiner Rückkehr ins Sauerland für das saarländische Team Bike Aid Südliche Weinstraße an den Start.
Etappen
1. Etappe (Donnerstag, 3. September) – Einzelzeitfahren in Brilon: Ab 16.30 Uhr sind die Straßen in und um Brilon gesperrt, der Marktplatz in der Kernstadt wird zum Festival-Gelände, denn dort rollen im Abstand von einer Minute alle Fahrer von der Rampe und kommen nach etwa 20 Minuten dort auch wieder ins Ziel. „Dort können die Zeitfahr-Spezialisten schon wichtige Abstände herausfahren“, weiß Tour-Organisator Heiko Volkert – und denkt dabei sicherlich auch Lokalmatador Miguel Heidemann, Bergtrikot-Gewinner bei der Deutschland Tour, der im Vorfeld schon mit einem Sieg zum Auftakt liebäugelte.
Länge: 13,5 Kilometer. Start: 17 Uhr, Zielankunft letzter Fahrer ca. 19.30 Uhr.
2. Etappe (Fr., 4. September) – Bergetappe Brilon - Siedlinghausen: Vom Briloner Marktplatz geht es um 12 Uhr zunächst in westliche Richtung. Die erste Bergetappe bietet viel Abwechslung und – festhalten: 2945 Höhenmeter! Eine gute Renneinteilung ist schon vorher gefragt, aber das Finale wird besonders. Es besteht aus drei spannenden Runden, die in Winterberg-Altenberg beginnen, durch den Zielort Siedlinghausen und über Brunskappel ins Elpetal und wieder hoch nach Altenberg führen.
Länge: 135 Kilometer. Start: 12 Uhr, Zielankunft um ca. 15 Uhr.
3. Etappe (Sa., 5. September) – Rundkurs Wenholthausen: Der Blick auf die Karte darf nicht täuschen, der dritte Tag ist der „ehrlichste“ und vielleicht härteste. Anstiege und technische Passagen addieren sich von Runde zu Runde – und summieren sich am Ende des zehnten Durchgangs auf unfassbare 3710 Höhenmeter. Los geht‘s am Ortsrand von Wenholthausen und dann rauf Richtung Oesterberge, Schüren, Büenfeld und Buemke.
Länge: 122 Kilometer. Start: 9.30 Uhr, Zielankunft ca. 14.45 Uhr.
4. Etappe (So., 6. September) – Arnsberg-Winterberg: Die Route ist Radsport-Insidern aus den Vorjahren bereits bekannt und noch einmal eine Art „Best of Sauerland“, inklusive der Altstädte von Arnsberg und Schmallenberg, der legendären Hirschberger Wand und einigen Zuschauer-Hotspots. Nach 2400 Höhenmetern endet sowohl das Teilstück als auch die Sauerland Rundfahrt auf dem berühmten Kahlen Asten.
Länge: 133 Kilometer, Start: 9.30 Uhr, Zielankunft ca. 13 Uhr.
Auch interessant
Die Lokalmatadoren
Auch interessant
Viel vorgenommen beim „Heimspiel“ hat sich natürlich das Team Rembe | Rad-net mit Sitz in Arnsberg. Die aus HSK-Sicht hoffentlich „glorreichen Sieben“, die das petrolgrüne Trikot tragen, sind: Johannes Adamietz, Leon Arenz, Mauro Brenner, Miguel Heidemann, Roger Kluge, Ole Theiler und Jermaine Zemke. Adamietz, Heidemann und Theiler konnten bei der Deutschland Tour in den Fokus der Öffentlichkeit fahren, Teamchef Scherf empfiehlt aber, (auch) auf einen anderen zu achten: „Jermaine Zemke fährt in dieser Saison am stärksten und ist ein heißer Podiums-Kandidat.“
Das Jedermann-Rennen
Mindestens 400 „Jedermänner“ werden sich am Sonntag unmittelbar nach dem Profi-Start am „A“ in Arnsberg um 9.45 Uhr ebenfalls auf die Schlussetappe (s. oben) begeben. Gesperrte Straßen und Fans am Streckenrand sorgen für eine einmalige Atmosphäre, zumal die rechtzeitig angemeldeten Teilnehmer auch noch einen Shuttle-Service buchen konnten, der sie vom Kahlen Asten zurück nach Arnsberg bringt. Oder von der Esloher Rochuskapelle aus – denn da endet das Rennen für all jene zwar ambitionierten Hobbyfahrer, denen aber die Mitteldistanz mit 85,3 Kilometern reicht. Nachmeldungen sind bis Samstag unter sauerlandrundfahrt.de noch möglich! Wichtig: Ein Schnitt von 28 km/h sollte nicht unterschritten werden.








