Im ersten Moment klingt alles nach einem Eldorado für Wassersportler. Schließlich ist nicht nur Amsterdam für seine Grachten und Kanäle berühmt, sondern das deutsche Nachbarland Niederlande an sich. Wenn auf der vor den Toren der Hauptstadt gelegenen Regattastrecke „Bosbaan“ die Weltmeisterschaften im Rudern ausgetragen werden, hört sich das erstmal – vielversprechend an. „Die Bosbaan ist eine der unfairsten Strecken“, sagte allerdings Sebastian Kleinsorgen, Heimtrainer der Top-Ruderin Alexandra Föster vom RC Meschede, die an diesem Samstag im Halbfinale um den Einzug ins A-Finale im Frauen-Einer rudert.
Föster spart bislang ihre Kräfte
„Je nach Windrichtung und Windstärke hat die Vorteil behaftete Bahn einen Vorteil von bis zu sieben Sekunden gegenüber der schlechtesten Bahn“, erklärte Sebastian Kleinsorgen seine Einschätzung. Im Vorlauf nutzte die Amerikanerin Lauren O‘Connor genau dies und verwies Alexandra Föster auf den dritten Rang. Für das Viertelfinale qualifizierten sich beide ebenso wie die souveräne Siegerin Lauren Henry (Großbritannien).
Die Sauerländerin konnte auf Grund der schnellen Zeit ihres Vorlaufes sogar Kräfte sparen und verzichtete auf ihren berühmten Schlussspurt, um O‘Connor eventuell noch einzuholen. Fast identisch lief das Viertelfinale. Da sich die spätere Siegerin Viktorija Senkute (Litauen, 7:26.98 Minuten), Alexandra Föster und Kateryna Dudchenko (Ukraine) schnell vom Rest des Feldes absetzten, geriet der Einzug ins Halbfinale nie in Gefahr.
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Föster ließ sich sogar ohne nennenswerte Gegenwehr etwa zur Hälfte des Rennens von Dudchenko überholen und auf Rang drei (7:34.64 Minuten) verdrängen. „Das große Ziel ist der Einzug ins A-Finale“, sagte sie im Vorfeld der WM. Und da die Top Drei eines jeden Viertelfinales ins Halbfinale einzogen, konnte sie für eben dieses sowie den angepeilten Sprung unter die Top Sechs der Welt erneut Kräfte sparen. Für diesen Samstag sind die beiden Halbfinals angesetzt (15.05 Uhr und 15.12 Uhr).
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Aktuell liegt die Sauerländerin bei der WM auf Kurs und betreibt erfolgreiche Wiedergutmachung nach dem enttäuschenden Auftritt bei der Europameisterschaft. Bei den Titelkämpfen in Italien allerdings saß sie in einem Ersatzboot, weil ihr eigenes Boot bei den Finals in Hannover einen Bruchschaden erlitten hatte. Der Materialwechsel habe „viel Unruhe und Unsicherheit“ erzeugt, sagte Trainer Sebastian Kleinsorgen. Drei Wochen hat es bis zur Reparatur gedauert, aber jetzt kann Föster wieder ihr gewohntes Boot nutzen – und im Halbfinale notfalls auch noch ihren bisher nicht benötigten Schlussspurt aufbieten, um einen der ersten drei Plätze zu belegen.




