„Flummi“ oder „Dörte“ – das sind nur zwei Spitznamen, die eine kurze Online-Suche für Victoria Vornweg ausspuckt. Bei etwas gibt es allerdings keine zwei Meinungen: Die 24-Jährige ist als Libera eine der Leistungsträgerinnen der Volleyballerinnen des RC Sorpesee in der 2. Bundesliga Nord. Mit fünf Siegen aus den vergangenen sechs Spielen etablierten sich die Sauerländerinnen im Mittelfeld der Tabelle. Und wer war beim zurückliegenden 3:2-Erfolg gegen den VC Osnabrück erneut MVP? Die Abwehrspezialistin.
Sorpesee: Auszeichnung für Vornweg
Victoria Vornweg spricht über ihre Rolle, den Saisonverlauf und eine ihr sehr gut bekannte ehemalige Mitspielerin – ihre drei Jahre ältere Schwester Vanessa.
Frau Vornweg, was sagt es über eine Mannschaft aus, wenn die Libera zum wiederholten Male MVP, also wertvollste Spielerin, wird?
Victoria Vornweg: Klar ist es schön, auch mal eine Anerkennung zu erhalten. Jedoch kommt der Wert einer MVP-Medaille nicht ansatzweise an den Wert eines Sieges heran. Im Enddefekt bleibt Volleyball ein Teamsport, weshalb diese Auszeichnung definitiv nur nebenrangig ist. Die Medaille an die Libera sagt jedoch viel über die Abstimmungen in der Mannschaft aus. Eine gute Annahme und Feldabwehr funktionieren nur, wenn das ganze Team zusammenarbeitet.
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Wie beurteilen Sie diesbezüglich die Saison des RCS vor den abschließenden vier Spielen?
Diese Saison, wie aber auch eigentlich jede Saison, hat ihre Höhen und Tiefen. Gerade am Anfang mussten wir uns als Team erstmal finden und aufeinander einstimmen. Durch ein paar Abgänge langjähriger Spielerinnen war dies zu erwarten. Ich finde, wir haben uns super entwickelt, was natürlich auch die zweite Saisonhälfte deutlich zeigt.

Machen Sie das nur an den Siegen aus?
Wir sind viel konstanter über den gesamten Spielverlauf geworden. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen, denn in der Hinrunde gingen unsere eingefahrenen Siege fast alle über die volle Distanz. Das war zwar gegen Osnabrück ebenfalls der Fall, aber zuvor nicht. Ich hoffe, wir können diesen Schwung mit in die abschließenden vier Spiele nehmen und nochmal alles rausholen.
Sorpesee: Eine Hoffnung besteht
Wieso hat es so lange gedauert, bis Sie mit Ihrer Mannschaft in die Erfolgsspur gekommen sind?
Wie schon erwähnt, ist unsere Mannschaft personell ziemlich durchgewürfelt worden mit vielen neuen, jungen Spielerinnen. Dies braucht einfach seine Zeit und ist ganz natürlich. Daher bin ich umso glücklicher, dass die Findungsphase sich jetzt in der Rückrunde auszahlt.
Ich hätte zum Anfang der Rückrunde nicht gedacht, dass wir so eine Wendung hinlegen können.
Victoria Vornweg,, Libera des RC Sorpesee
Was hat Sie in dieser Saison bislang am meisten überrascht – positiv wie negativ?
Positiv haben mich auf jeden Fall die Rückrunde und die Weiterentwicklung als Team überrascht. Ich hätte zum Anfang der Rückrunde nicht gedacht, dass wir so eine Wendung hinlegen können, wie ein Schalter, der umgedreht werden musste. Wir sind viel konstanter geworden und behalten auch in engen Situationen, wie im vierten Satz gegen Düsseldorf, die Nerven.
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Wie fühlt es sich eigentlich ohne die große Schwester in der Mannschaft an – immer noch ungewohnt? Vanessa und Sie spielten ja jahrelang zusammen, aber vor gut zwei Jahren zog es sie gen Hamburg.
Also, ich muss ganz ehrlich sagen: Sie fehlt total! Sie war so viele Jahre ein fester Bestandteil der ersten Damenmannschaft. So einen Baustein kann man einfach nicht ersetzen, egal ob auf oder neben dem Feld. Natürlich hatten wir auch mal unsere schwesterlichen Differenzen, aber selbst das fehlt mir teilweise. Daher freue ich mich, beziehungsweise es freut sich das gesamte Team, wenn sie in der Heimat ist. Sie ist dann natürlich auch immer als Trainingsgast herzlich willkommen.
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Sie spielt weiterhin Volleyball, und darüber tauschen Sie sich intensiv aus?
Wir reden eigentlich über alles. Wir analysieren die Spiele genauso wie vorher auch und ich weiß, dass sie auch in schwierigen Phasen immer ein offenes Ohr für mich hat. Sie ist quasi immer noch ein Teammitglied – nur aus der Ferne. Und sie ist dazu unser größter Fan und Unterstützer, der jedes Spiel guckt und mitfiebert. Es ist schön zu wissen, dass meine Schwester, die in Hamburg wohnt, trotzdem so „nah“ dran ist und mir immer den Rücken stärkt. Sie macht super viel möglich, wie zum Beispiel nach Schwerin zu kommen und uns anzufeuern. Daher hoffe ich wirklich sehr, dass wir eines Tages wieder gemeinsam auf dem Feld stehen können.





