Zusammenfassung

  • Der RC Sorpesee hat nach einer Serie von sechs Siegen in der 2. Bundesliga Nord gegen Meister Emlichheim knapp verloren, aber weiterhin eine starke Entwicklung gezeigt.
  • Trainer Martin Barthel betont, dass das Team dank mannschaftlicher Geschlossenheit und neuen Angriffsspielzügen viel erreicht hat, obwohl sie körperlich oft unterlegen sind.
  • Barthel sieht die größten Fortschritte im Kollektiv und spricht auch über die Herausforderungen und seine persönliche Entwicklung als Cheftrainer.

Mindestens 25 Minuten lang hatte es den Anschein, als könnte der RC Sorpesee seine phänomenale Erfolgsserie in der 2. Bundesliga Nord sogar beim Meister fortschreiben. Die Volleyballerinnen aus dem Sauerland führten dort nach einem starken ersten Satz (25:21) mit 1:0. Dann aber rückte der SC Union Emlichheim die Kräfteverhältnisse am Sonntagabend wieder zurecht und feierte am Ende mit 3:1 Sätzen den erwarteten Favoritensieg.

Trainer Barthel sieht RCS-Aufschwung als logische Entwicklung

Dass die Serie von sechs Siegen in Folge aus RCS-Sicht damit passé ist, ist kein Drama. Drei erfolgreiche Wintermonate und eine Kletterpartie von Tabellenplatz elf auf den zwischenzeitlich sechsten Platz sprechen eine deutliche Sprache. Sorpesees Trainer Martin Barthel über eine Entwicklung, die ihn nicht überrascht – und über sein erstes Jahr als Cheftrainer der Sauerländerinnen.

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Das ist für uns eine ganz normale Entwicklung, denn wir brauchen immer etwas Zeit, um in der Saison an unser Leistungsmaximum zu kommen. Wir sind körperlich nun mal keine absoluten Riesen, kämpfen aber gut. Neue Spielzüge im Angriff müssen sich bei uns erst einspielen – dann können wir die Gegner damit auch überraschen.

Für uns und besonders unsere jüngeren Spielerinnen kommt es darauf an, schnell die Ehrfurcht abzulegen und die Zuversicht zu behalten, wenn es mal nicht so läuft.

Martin Barthel, Trainer des RC Sorpesee

Schon im Hinspiel gegen Emlichheim konnte die Mannschaft den Favoriten in zwei Sätzen ein bisschen ärgern. Was ist der nächste Schritt?

Es wäre Hybris zu sagen, dass wir auf Augenhöhe sind, wenn wir mal einen Satz nur knapp mit 22 oder 23 eigenen Punkten verlieren. Ein Gegner wie Emlichheim oder die Teams aus den größeren Städten und Profi-Stützpunkten sind extrem erfahren und im Eins-gegen-eins immer überlegen. Für uns und besonders unsere jüngeren Spielerinnen kommt es darauf an, dann schnell die Ehrfurcht abzulegen und die Zuversicht zu behalten, wenn es mal nicht so läuft.

Sport
Die Volleyballerinnen des RC Sorpesee gewinnen ihr Heimspiel gegen Düsseldorf. Trainer Martin Barthel (re.) klatscht mit seinen Spielerinnen ab.© Ralf Litera | Ralf Litera

Gibt es eine oder mehrere Spielerinnen, die eine besonders große Weiterentwicklung gezeigt haben? Oder verbietet es sich für jemanden, der im Hauptberuf Schulleiter, also Lehrer ist, Einzelne hervorzuheben?

(Lacht) Es hat nichts damit zu tun, dass ich Lehrer bin, aber tatsächlich ist das bei uns definitiv eine Mannschaftsleistung. Wir haben keinen Kader, der über herausragende Einzelspielerinnen verfügt, sondern kommen über das Kollektiv.

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Sie sind seit etwas mehr als einem Jahr und dem plötzlichen Rücktritt von Julian Schallow Cheftrainer der ersten Frauen-Mannschaft. Wie groß ist die zeitliche, aber vielleicht auch mentale Belastung?

Zeitlich ist es sogar zum Teil weniger Aufwand als zuvor, wenn ich gleichzeitig Co-Trainer der ersten Mannschaft und noch verantwortlich für ein Nachwuchsteam war. Kevin Mattig, Tom (Barthel, Anm. d. Red.) und Ronja Imkamp leisten mir eine sehr gute Unterstützung, falls ich beim Training mal fehlen sollte. Ein bisschen mehr Stress ist es als Zweitliga-Cheftrainer aber wegen der Außendarstellung schon. Es herrscht ein gewisser Ergebnisdruck, auch wenn ich mir den selber mache, weil ich ungern verliere (lacht). Erst recht will ich natürlich vor vielen Zuschauern nicht verlieren.

Haben Sie sich in dem letzten Jahr auch persönlich weiterentwickelt?

Persönliche Weiterentwicklung gibt es immer, das hört nie auf. Andererseits bin ich seit 31 Jahren Trainer und bei dem grundlegenden Verständnis für den Volleyball, bei dem Stil, den wir spielen, sehe ich keine Unterschiede im Vergleich zu meinen früheren Aufgaben.