Die Handball-Jugendspielgemeinschaft aus Ruhrtal und Warstein hat es tatsächlich geschafft, mit ihrem Aushängeschild im zweiten Jahr daheim ohne Minuspunkt zu bleiben. Im Vorjahr hatte die JSG dies als Altjahrgang in der C-Jugend erreicht, in dieser Saison als Jungjahrgang in der B-Jugend-Oberliga, was im Schlussklassement bei 24:12-Punkten Rang drei hinter dem TuS Ferndorf und dem HV 2020 Münster bedeutete.

Ruhrtal auch auswärts stark

Zur extremen Heimstärke gesellte sich nämlich in der Rückrunde auch die Fähigkeit, in fremden Hallen zu punkten. Hatte man die Erfolge bei den Kellerkindern FC Schalke 04 und HVE Villigst-Ergste noch einkalkuliert, kam das 27:24 beim Spitzenteam JSG Westfalen II schon überraschend. Wie sehr sich die heimischen Talente gemausert haben, zeigten die Duelle mit dem HSC Haltern-Sythen. Das Hinspiel wurde nach einer allerdings auch mageren Vorstellung mit 26:30 verloren.

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Am vergangenen Samstag hingegen, am finalen Spieltag in der Ruhrtalhalle, konnte sich das Trainergespann Benedikt Furmaniak/Kai Trompetter erlauben, seine Leistungsträger lange Zeit auf der Bank sitzen zu lassen. Trotzdem sprang ein souveränes 34:26 (14:8) heraus, wobei nach einer 25:12-Führung die Konzentration ganz auf möglichst schön herausgespielte Treffer inklusive Kempa-Trick lag und die Abwehrarbeit vernachlässigt wurde.

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Bemerkenswert: Der kleine Ruhrtaler Flügelspieler Elia Kostomitsopoulos lieferte eine ganz starke Leistung als Regisseur mit Tordrang ab und war mit acht Treffern bester Schütze. Aber auch die beiden Ruhrtaler Rückraum-Hünen Florian Reddig und Max Deventer (je 5) wussten voll zu überzeugen.

Es gab genügend Anfragen von anderen Vereinen, teilweise direkt an die Spieler gerichtet, aber es will keiner weg, weil sich die Jungs bei uns bestens aufgehoben fühlen.

Kai Trompetter,, JSG-Trainer

Den Leistungsschub in der zweiten Saisonhälfte führt Trompetter, „nebenbei“ noch Jugendwart der SGR-Stammvereine Oeventrop und Freienohl, auf eine deutliche stabile Defensive zurück. „Die Jungs mussten sich erst daran gewöhnen, dass ab der B-Jugend auch defensivere Abwehrvarianten erlaubt sind. Wir haben intensiv daran gearbeitet, eine forsche 5:1-Deckung zu stellen, die im Lauf der Zeit immer kompakter wurde und dadurch auch Gelegenheiten für Kontervorstöße ermöglichte“, sagte er.

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Die B-Jugend-Handballer der JSG Ruhrtal/Warstein mit ihren Trainern Kai Trompetter (hinten, links) und Benedikt Furmaniak (hinten, rechts).© Verein | Verein

Ein weiteres Geheimnis des Erfolges: Es gab bis auf Ben Bienstein (Kreuzbandriss) keinen Langzeitverletzten. Der relativ kleine, aber sehr ausgeglichen besetzte Kader konnte weitgehend in Bestbesetzung aufspielen. Außerdem wurden alle Spiele gefilmt, was dazu diente, die Mannschaft optimal auf die Rückrundengegner einzustellen. „Wir waren zwar in fast jedem Match körperlich unterlegen, aber das haben wir mit Schnelligkeit und Spielwitz wettgemacht“, resümierte Trompetter. Dessen Sohn Felix gehörte zwar wie der Furmaniak-Filius Joshua regelmäßig zu den Hauptschützen, aber auch die Ruhrtaler Jonas Brüggemann und Kostomitsopoulos waren zuverlässige Vollstrecker einer Mannschaft, die bis auf den zur A-Jugend aufrückenden Ben Schunke unverändert zusammenbleibt.

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Experte zum Abstiegskampf: "Das verändert einiges"
Bundesliga des Sauerlandes
 

„Es wäre natürlich schön, wenn wir unseren Kader etwas vergrößern könnten, denn wir wollen ja nächste Saison in der Regionalliga antreten, aber es bieten sich aus dem näheren Umfeld kaum Talente an. Vermutlich werden wir Spieler aus der B2 hochziehen, von denen übrigens sieben der älteren Akteure nach Arnsberg wechseln werden“, verriet Trompetter.

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Wegen des fehlenden Unterbaus steht der heimischen JSG nicht das Recht zu, an der Qualifikation zur Bundesliga teilzunehmen. Auch ein Quotenplatz für die Verbandsliga wird nicht vergeben, stattdessen wird der Weg über eine Kreis-Qualifikation nötig, in der mindestens zwei von sechs Teilnehmern die nächste Runde erreichen. „Wichtig ist, dass die ganze Truppe zusammenbleibt. Es gab genügend Anfragen von anderen Vereinen, teilweise direkt an die Spieler gerichtet, aber es will keiner weg, weil sich die Jungs bei uns bestens aufgehoben fühlen“, erklärte Trompetter.