Zusammenfassung
- TV Arnsberg schaffte im Bezirksliga-Derby gegen TV Neheim ein unglaubliches Comeback, indem sie einen Neun-Tore-Rückstand in einen 35:34-Sieg verwandelten.
- Nach einem starken Start der Verfolger liefen die Gastgeber zunächst aus dem Spiel, konnten sich aber in der zweiten Halbzeit komplett zurückkämpfen.
- Das Spiel zwischen der SG Ruhrtal II und HSG Herdecke/Ende II endete kurioserweise mit dem selben Ergebnis.
Wenn es am Ende der Handball-Saison einen Preis für das eindrucksvollste Comeback geben würde, wäre der TV Arnsberg ein heißer Kandidat. Ihm gelang nämlich im Bezirksliga-Derby gegen den TV Neheim das Kunststück, einen Neun-Tore-Rückstand noch in einen 35:34 (15:19)-Sieg umzuwandeln. Als die Sirene ertönte, hüpften die Schützlinge von Trainer Jan Klute jubelnd herum, als hätten sie gerade die Meisterschaft errungen - was übrigens der A-Jugend in der Kreisliga verlustpunktfrei gelang.
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„Das hat enorm an den Nerven gezehrt. Meine Mannschaft hat die erste Viertelstunde völlig verschlafen, wir sind regelrecht vorgeführt worden“, beschrieb Klute die für ihn und die vielen Fans auf der Tribüne kaum erträgliche Startphase. Neheims Trainer Alex Blech hatte seine Truppe bestens eingestellt, den Gastgeber mit einer aggressiven Deckung und forschem Tempospiel überrascht.
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Vor allem Justus Nöggerath war kaum zu bremsen, aber auch die Flügelspieler Hannes Koch und Gesualdo Caruso sowie der Halbrechte John Kintgen trafen fast nach Belieben. „Die haben unser Spiel gespielt“, lobte Klute den Gast, der nach dem 3:4 einen furiosen 7:0-Lauf hinlegte. Nach elf Minuten lag der TVA also mit 3:11 hinten und leistete erst ab Minute 16 und einem 4:13-Rückstand echte Gegenwehr.

Wackerer TV Neheim
Mit der Einwechselung von Felix Stratenschulte und Nils Schopper wurden die Offensivaktionen präziser, der auf den rechten Flügel gewechselte Robin Bause trug ebenfalls stark zur Aufholjagd bei. Mit einem Dreierpack kurz vor der Pause verkürzte der Tabellenzweite auf 15:19, während Neheim die Rote Karte für Spielmacher Moritz Pater (29.) verdauen musste.
Meine Mannschaft hat die erste Viertelstunde völlig verschlafen, wir sind regelrecht vorgeführt worden.
Jan Klute, Trainer des TV Arnsberg
Arnsberg war in Halbzeit zwei sofort „on fire“, brauchte nur zwölf Minuten, um die Wende zum 25:24 zu erzwingen. Aber ganz so leicht wollten sich die abstiegsbedrohten Neheimer nicht ergeben. Vielmehr setzten sie zu einem verblüffenden Zwischenspurt an, lagen beim 30:26 (48.) wieder voll auf Siegkurs. Hatte sich der TVA zu sehr verausgabt? Die Antwort war ein klares Nein. Fabienne Rüthers Doppelpack leitete die zweite Aufholjagd ein, in der Keeper Johannes Dress mit einigen Glanzparaden in den Mittelpunkt rückte.

Der nur noch zu Siebenmetern eingewechselte Kapitän Alex Blanke und der selbstbewusste Jannis Tiemann besorgten das 32:31, Kreisläufer Fritz Hesse krönte seinen Kurzeinsatz mit dem 34:32, ehe Tiemann endgültig den sicher spektakulärsten Arnsberger Saisonsieg perfekt machte und die wackeren Neheimer ins Tal der Tränen schickte.
TVA: Drees, Peitz; Bause (7), Tiemann (7), F. Rüther (5), Stratenschulte (4), Hennecke (2), Schopper (2), Geyer (2), Capristo (2), Blanke (2/2), Hesse (1), Erpelding (1).
TVN: Funke, Liebig; Nöggerath (13), Kintgen (6), Koch (6), Caruso (4), S. Frohne (4), Spitthoff (1), Lahme, Stamen, T. Frohne.
Handball-Bezirksliga: SGR verliert 69-Tore-Match
SG Ruhrtal II – HSG Herdecke/Ende II 34:35 (15:17). Auch in diesem Match fielen 69 Tore, allerdings war es hier der Gast, der am Ende bejubeln durfte. Die dünn besetzte SGR-Reserve bot gegen den Mitaufsteiger eine starke Leistung, allerdings sollte sich die Phase nach dem 6:4 (11.), als die von Yannik Matthee (13) angeführten Gäste sechs Tore in Serie erzielten, bereits als vorentscheidend erweisen. Fortan lief der Tabellenletzte hinterher, bewies aber große Moral und kam nach 46 Minuten zum 26:27-Anschluss.

„Zu mehr hat es leider nicht gereicht. Der Abstieg ist jetzt kaum noch zu verhindern, aber ich sehe eine positive Entwicklung, die Einstellung der Jungs ist vorbildlich“, resümierte Trainer Mathis Rapude, dessen stark aufspielender Bruder Niklas nach dem 31:34 seine Treffer neun und zehn erzielte.
SGR II: Schäfer (31. S. Stoffels); Rapude (10/1), Tillmann (7), Volmari (5), Esser (4), Bornemann (3), Rosenberger (3), Ba. Hannappel (1), Be. Hannappel (1).


























































