Kein Sieger im Verfolgerduell der Handball-Bezirksliga: Die HVE Villigst-Ergste II und der TV Arnsberg trennten sich nach einer packenden Partie am späten Sonntag mit 32:32 (15:14) – ein Ergebnis, auf das TVA-Coach Jan Klute durchaus stolz ist („Endlich haben wir hier mal etwas mitgenommen“), von dem letztlich aber am meisten Spitzenreiter VfS Warstein profitiert, der sich zu einem 37:34 über die Mendener-Wölfe Reserve mühte. Er hat jetzt fünf Runden vor Saisonende satte sechs Punkte Vorsprung.
TV Arnsberg holt Rückstand auf und sorgt für packende Schlussphase
Die Arnsberger waren mit einem üppigen Kader nach Schwerte gereist, obwohl in Johannes Mevenkamp, Nils Schopper, Oscar Assmann und Phil Klömich vier Stammkräfte fehlten. Die HVE-Zweite, im Vorjahr noch wie Arnsberg in den Abstiegskampf verstrickt, erwischte den deutlich besseren Start. Klute nahm schon nach elf Minuten und 5:9-Rückstand seine erste Auszeit, aber die Kompaktheit in der Abwehr wurde erst nach dem 8:13 besser. Dann aber gewaltig, denn Keeper Lukas Wennmann hielt seinen Kasten über sieben Minuten lang inklusive gehaltenem Siebenmeter sauber, während seine Vorderleute mit einem 5:0-Lauf den Ausgleich durch den starken Paul Geyer herstellten.
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In Halbzeit zwei konnte sich kein Team einen nennenswerten Vorteil verschaffen, das 22:20 (41.) war der letzte Zwei-Tore-Vorsprung für die von David Wolff gecoachten Ruhrstädter um Lennart Prünte (8). Auf Arnsberger Seite übernahmen die Leistungsträger Felix Stratenschulte und Regisseur Alex Blanke mehr und mehr die Verantwortung, glichen zum 22:22 aus. Da waren noch 17 Minuten zu spielen, die extrem spannend verliefen, weil fortan auf eine Führung des TVA postwendend der Ausgleich durch die Hausherren fiel.
Die Einstellung meiner Jungs war top. Jetzt freuen wir uns auf den Samstag, wollen vor großer Kulisse das Derby gegen Neheim gewinnen.
Jan Klute, Trainer des TV Arnsberg
Wer würde als erster diesen Rhythmus durchbrechen? „Wir hatten eine Riesenchance, um auf zwei Tore wegzuziehen, die wir leider nicht genutzt haben“, schildert Klute. Ansonsten aber blieb sein Team nervenstark, ging tatsächlich zehnmal in Folge in Führung, bis hin zum 32:31 durch den acht Stratenschulte-Treffer. Mit einem der zahlreichen Siebenmeter konnte die HVE-Zweite ausgleichen. Und in den verbleibenden 60 Sekunden gab Arnsberg den Ball nicht mehr her, versuchte mit dem Abpfiff vergeblich, über einen direkten Freiwurf noch den Sieg zu erringen. „Die Einstellung meiner Jungs war top. Jetzt freuen wir uns auf den Samstag, wollen vor großer Kulisse das Derby gegen Neheim gewinnen“, blickt Klute schon nach vorne. Ob sich noch eine Titelchance-Tür öffnet, wird sich bereits am Freitag zeigen, wenn Warstein Gast des TVA-Bezwingers ASC Dortmund II ist.
TVA: Wennmann (45. Drees); Stratenschulte (8), Blanke (8/5), Geyer (6), Tiemann (4), Hesse (2), F. Rüther (2), Capristo (1), L. Rüther (1), Hennecke, Bause, Probst.
TV Neheim - SG Ruhrtal II 26:23 (12:13)
Der ersatzgeschwächte Tabellenletzte wäre fast zum Stolperstein geworden, aber am Ende durften die Bezirksliga-Handballer des TV Neheim doch den so wichtigen Derbysieg über die SG Ruhrtal II feiern und haben nach dem mühsamen 26:23 (12:13) jetzt drei Punkte Vorsprung auf den Vorletzten aus Höchsten.
Neheim ringt Ruhrtal-Reserve nieder: 40 packende Fotos vom Handball-Derby
Den Hausherren merkte man die Verunsicherung nach vier Niederlagen in Serie an. Selbst klarste Chancen wurden in der ersten Halbzeit vergeben, zudem wies auch die Abwehr Lücken auf. „Unser gesamter Rückraum war nicht in Form. Zum Glück hatten wir ja Hannes Koch“, war TVN-Coach Alex Blech heilfroh, dass sein Linksaußen bei seinem zweiten Comeback-Match nach langer Verletzungspause groß auftrumpfte und elf Treffer erzielte.
In Halbzeit eins war Ruhrtals Schlussmann Max Schäfer auffälligster Akteur, denn seine Paraden sorgten dafür, dass Neheim ständig einem Rückstand hinterherlaufen musste. Nach 21 Minuten stand es 7:9. Und drei Minuten vor dem Seitenwechsel besorgte SGR- Linkshänder Tobias Tillmann sogar das 9:12. „Vielleicht haben meine Jungs den ersatzgeschwächten Gegner im Unterbewusstsein unterschätzt und sich einlullen lassen“, suchte Blech nach Gründen für die schwache Angriffsleistung seiner Schützlinge. John Kintgen ging völlig leer aus, auch Justus Nöggerath und Moritz Pater konnte keine Akzente setzen.
Ruhrtals Torwart Schäfer hält Neheim mit starken Paraden auf Distanz
Auch die ersten zehn Minuten von Abschnitt zwei sahen eine unbeschwert aufspielende SGR-Reserve, die sich viel Applaus der recht zahlreichen Anhänger inklusive erster Mannschaft abholen durfte. Die Wende kam nach dem 17:19 (39.), als der TVN aggressiver zu Werke ging und den Gästen acht Minuten lang kein Tor gestattete, selbst aber durch Koch (4) und Nöggerath eine zum 22:19 führende Serie hinlegte. Wer aber dachte, damit sei das Match gelaufen, weil Ruhrtal ja ohne Dirk Esser, Gideon Stoffels und Till Rosenberger auskommen musste und kaum Wechselmöglichkeiten hatte, sah sich getäuscht.

Die Gäste bekamen nämlich die zweite Luft und verkürzten, obwohl Christoph Steinke mit blutender Platzwunde ins Krankenhaus musste (50.) und deshalb Keeper Schäfer im Feld aushalf, durch Benni Hannappel auf 23:22 (53.). Gesualdo Caruso, Sören Frohne und Koch verhinderten mit ihren Treffern zum 26:22 eine nervenaufreibende Schlussphase. Am Samstag steht für die Neheimer das nächste Derby beim TV Arnsberg an, während Ruhrtal Gastgeber von Herdecke/Ende II ist.
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TVN: Funke; Koch (11), S. Frohne (5/2), Caruso (3), Nöggerath (2), Stamen (2), T. Frohne (1), M. Pater (1), Meier (1), Kintgen, Klinkemeier.
SGR II: Schäfer (50. S. Stoffels); Tillmann (7), Rapude (7/4), Steinke (4), Bornemann (3), Be. Hannappel (2), Volmari, Ba. Hannappel.












































