Ausgerechnet die Frau, die Laura Nolte im Monobob eine fast sicher geglaubte Goldmedaille stibitzte, adelte die Bobpilotin des BSC Winterberg – bevor die 27-Jährige bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d‘Ampezzo selbst Geschichte schrieb. „Du bist bereits eine Legende, obwohl du noch so jung bist“, antwortete Elana Meyers Taylor auf einen Instagram-Post Noltes vor deren Olympiasieg mit Anschieberin Deborah Levi im Zweierbob in Italien. Umso mehr dürfte sich die 41-jährige US-Pilotin über eine unmittelbar im Anschluss an den Triumph aufgekommene Diskussion wundern.

Winterberg feiert erneuten Olympiasieg

In Winterberg, beim Rudelgucken ihres Vereins in der Veltins-EisArena, registrierten Noltes Vereinskameraden im Jubel über den erneuten Olympiasieg der BSC-Pilotin im Zweierbob gar nicht, was ARD-Moderator Claus Lufen mit Bob-Expertin Mariama Jamanka noch vor dem ersten kurzen Siegerinterview besprach. Laura Noltes Mutter, die bei den rasanten Ritten durch die Eiskanäle dieser Welt vor Angst kaum hinschauen könne, habe einen Deal mit der Tochter verraten, dass nach den Olympischen Winterspielen 2026 Schluss mit dem Bobfahren sei, hieß es.

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Als erste Bobpilotin der Geschichte gewann Laura Nolte zweimal die Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen. Sie schaffte dieses Kunststück gemeinsam mit ihrer 28-jährigen Anschieberin Deborah Levi vom SC Potsdam sogar bei aufeinander folgenden Winterspielen. Die Silbermedaille im Monobob vor Wochenfrist macht Nolte zur erfolgreichsten deutschen Olympia-Pilotin. Selbst Sandra Kiriasis, die 46 Weltcupsiege holte und fünfmal den Gesamtweltcup im Zweierbob gewann, nennt mit einer goldenen und einer silbernen „nur“ zwei Olympia-Medaillen ihr Eigen.

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Aufgeregt – seien Levi und sie trotz der klaren Favoritenrolle und der Möglichkeit, Geschichte zu schreiben, aber nicht gewesen, erklärte Nolte. „Wir sind über den Punkt hinaus, wo uns das aus der Ruhe bringt oder nervös macht. Wir kennen das ja seit ein paar Jahren. Uns gibt das Selbstvertrauen. Wir wissen, dass wir die Gejagten sind. Die anderen wissen, dass sie etwas Besonderes schaffen müssen, um uns zu schlagen“, erzählte die BSC-Pilotin, deren Sieg im Gesamtweltcup in dieser Saison der vierte in Folge war.

Wir wollten 2026 eigentlich aufhören. Ich glaube, das haben wir uns beide so ein bisschen anders überlegt. Es macht einfach nur super viel Spaß.

Laura Nolte, Bobpilotin des BSC Winterberg

Anschließend ergänzte sie: „Auf der anderen Seiten sind wir bodenständig genug, um zu wissen, dass auch bei uns alles passen muss. Aber wir vertrauen uns so sehr, wir ergänzen uns so super und haben immer so eine gute Zeit zusammen, dass es einfach Spaß macht.“ Nolte sprach damit die enge Freundschaft zwischen Levi und ihr an, die sich über die Jahre entwickelte.

Olympische Winterspiele 2026
Das Siegerpodest im Zweierbob der Frauen: (v.li.) Die Zweitplatzierten Lisa Buckwitz und Neele Schuten, die Olympiasieger Laura Nolte und Deborah Levi sowie die Drittplatzierten Kaillie Armbruster Humphries und Jasmine Jones.© Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

Und mit diesem sportlich so erfolgreichen Duo sollte plötzlich Schluss sein?

Gold-Hattrick als neue Motivation

2030 werden die Olympia-Medaillen in den französischen Alpen vergeben. Nolte und Levi könnten dort einen Gold-Hattrick anstreben. „In La Plagne haben wir unseren ersten Weltcupsieg zusammen geholt. Doch vier Jahre sind noch weit weg. Schauen wir mal“, sagte die aus Unna stammende und in Frankfurt wohnende Laura Nolte. Sie ergänzte: „Wir wollten 2026 eigentlich aufhören. Ich glaube, das haben wir uns beide so ein bisschen anders überlegt. Es macht einfach nur super viel Spaß.“

Silbermedaille für Winterberg

Auch im abschließenden Viererbob-Wettbewerb durfte der BSC Winterberg jubeln. BSC-Anschieber Matthias Sommer gewann mit dem Team des Piloten Francesco Friedrich die Silbermedaille. Der Olympiasieg ging an den Viererbob von Johannes Lochner, der bereits im Zweierbob vor Friedrich Gold geholt hatte.

Diesen hatte das Duo auch bei den Feier im Deutschen Haus. Mit Familie und Freunden wurde getanzt, was die Kondition hergab. Zu Deutschrap-Klängen hüpften Nolte und Levi auf und ab, die Goldmedaille baumelte an ihrem Hals. „Es wird nicht viele Getränke brauchen“, sagte die BSC-Pilotin, die seit knapp einem Jahr komplett auf Alkohol verzichtet hatte, schmunzelnd.

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„Es wäre ein Traum, mit zwei Medaillen aus Italien abreisen zu können“, hatte Laura Nolte im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Cortina d‘Ampezzo erklärt. Der Plan ging auf. Und weil Elana Meyers Taylor ihr im vierten Lauf Gold im Monobob stibitzte, gibt es neben dem Gold-Hattrick ein weiteres lohnenswertes Ziel, um bis 2030 weiterzumachen.