Im „Habbels“ in Schmallenberg kippte die Stimmung innerhalb weniger Minuten mehrfach. Erst feuerten ihre Fans Hannah Neise beim Public Viewing in jeder Kurve des finalen Laufes bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d‘Ampezzo lautstark an. Dann litten sie mit der Skeleton-Pilotin des BSC Winterberg, die nach und nach aus den Medaillenrängen auf Rang vier verdrängt wurde. Doch nur einen Wimpernschlag nach dem verdienten und beklatschten Olympiasieg der Österreicherin Janine Flock hielten die Schmallenberger mit ihrer ehrlichen Meinung zu Neises Leistung nicht hinter dem Berg.

Schmallenberg: Live-Schalte aus Italien

„Bravo, Hannah!“; „Sie ist super gefahren“; „Platz vier bei Olympia ist doch eine wirklich starke Leistung“ – so klang es unisono durch das „Habbels“. Und als sich die 25-jährige Schmallenbergerin noch vor der Siegerehrung aus Italien via Smartphone live im Hochsauerland meldete, brandete erneut Jubel auf.

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Die Positivität ihrer Fans konnte Neise im ersten Augenblick nach dem olympischen Rennen allerdings nicht teilen. „Es ist ärgerlich. Ein vierter Platz ist immer ärgerlich. Ich brauche wahrscheinlich noch ein paar Tage, um das zu verarbeiten“, sagte die Bundespolizistin, die bei den Olympischen Winterspielen 2022 in China überraschend die Goldmedaille gewonnen hatte.

Olympische Winterspiele 2026
Hannah Neise (BSC Winterberg) bereitet sich mit Chef-Bundestrainer Christian Baude auf ihren Start bei den Olympischen Winterspielen vor.© Robert Michael/dpa | Robert Michael

In Cortina d‘Ampezzo, wo Neise im vergangenen November mit einem zweiten Platz in die Weltcupsaison gestartet war, lief es im Zeichen der fünf Ringe vom ersten Lauf an nicht wie erhofft. Auf 1,15 Sekunden summierte sich der Rückstand der Sauerländerin auf die Österreicherin Flock insgesamt. Deutliche 71 Hundertstelsekunden trennten sie von der Bronzemedaille, die sich Jacqueline Pfeifer (RSG Hochsauerland) hinter Silber-Skeletoni Susanne Kreher (DSC Dresden 1898) sicherte.

Hannah hat vor vier Jahren Gold gewonnen, jetzt ist sie Vierte geworden. Sie ist ein tolles Rennen gefahren. 

Christian Baude,, Chef-Bundestrainer Skeleton

„Das ist ein sehr, sehr starkes Mannschaftsergebnis“, resümierte Hannah Neise und fand lobende Worte für ihre Teamkolleginnen: „Jacka und Susi haben sich die Medaillen so verdient. Sie haben gezeigt, was sie können, auch wenn sich Jacka nach dem Training vielleicht mehr erhofft hatte. Aber sie hat ihre zweite Olympia-Medaille und kann mega-stolz auf sich sein.“

Das sagt der Chef-Bundestrainer

Für Neise gilt das – auch ohne Medaille – ebenso. „Hannah hätte es auch verdient, auf dem Treppchen zu stehen. Aber man muss auch akzeptieren, dass Janine eine wirklich verdiente Olympiasiegerin ist“, erklärte Chef-Bundestrainer Christian Baude. „Hannah hat vor vier Jahren Gold gewonnen, jetzt ist sie Vierte geworden. Sie ist ein tolles Rennen gefahren. Platz vier ist bei Olympia immer der dümmste Platz, aber die Hannah kann das verkraften und ich hoffe, dass sie das als Ansporn sieht, um in vier Jahren wieder auf dem Treppchen zu stehen“, ergänzte er. In vier Jahren gastieren die Olympischen Winterspiele im französischen La Plagne.

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Die Schmallenbergerin, die erst zwei Weltcuprennen für sich entscheiden konnte, dürfte mit etwas Abstand ähnlich denken. Das klang in ihren Äußerungen in Cortina d‘Ampezzo bereits durch. „Ich war zum zweiten Mal in Folge bei Olympischen Winterspielen und bin die Viertbeste der Welt geworden. Ich bin so dankbar, dass ich das zusammen mit meiner Familie und meinen Freunden erleben durfte – ich kann zufrieden sein“, sagte Hannah Neise.

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In ihrem Heimatort und im „Habbels“ – waren sie das bereits früher am Abend.