Es geht um den Start bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d‘Ampezzo – um den einen Platz, den der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) im Damen-Doppelsitzer besetzen kann. Bereits beim Weltcup-Auftakt in Winterberg zeigte sich die Dramatik des Duells der Top-Doppel Jessica Degenhardt/Cheyenne Rosenthal und Dajana Eitberger/Magdalena Matschina. In Park City/USA setzte sich der Krimi fort. Selbst eine so erfahrene und im Einzel mit WM- sowie Olympia-Medaillen dekorierte Rodlerin wie Dajana Eitberger stöhnte: „Wir fahren unter enormem Druck gerade.“

Olympia: Vorteil bei Eitberger/Matschina

Allerdings schlägt das Olympia-Pendel nach dem Rennen in Nordamerika wieder mehr in Richtung des Doppels Eitberger/Matschina aus. Das Duo vom RC Ilmenau und SV Bad Feilnbach gewann das zweite Weltcupeennen souverän mit zweimal Laufbestzeit und am Ende 0,276 Sekunden Vorsprung vor den Favoritinnen aus Österreich, Selina Egle und Lara Michaela Kipp. Beide Male klappte auch der Start mit jeweils der drittbesten Zeit.

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Bronze sicherten sich Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal (+0,508) mit Startbestzeit in Lauf eins. Auf Rang drei hatten die Vorwochen-Siegerinnen vom RRC Altenberg und BSC Winterberg auch schon zur Halbzeit gelegen.

Degenhardt/Rosenthal auf Rang drei

„Der erste Lauf war ein bisschen besser als der zweite. Wir sind zweimal nicht gerade aus der 13 gekommen, die momentan recht schwierig steht. Da hatten viele Schlitten Probleme, uns erwischte es dort halt auch zweimal“, erklärte Degenhardt. „Das ist natürlich ärgerlich, mit dem oberen Teil können wir im ersten Lauf aber recht zufrieden sein. Der dritte Platz ist somit gerechtfertigt“, ergänzte sie.

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Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal nach dem dritten Platz in Park City.© BSD | BSD/privat

Bereits die Klangfarbe der Stimmen der beiden jungen Rennrodlerinnen verriet allerdings, dass der dritte Platz in Park City für ihren Traum, bei den Olympischen Winterspielen zu starten, ein herber Rückschlag war. Denn das eine deutsche Olympia-Ticket im Damen-Doppelsitzer wird nach einer klar geregelten nationalen Qualifikation vergeben.

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Der Modus der Qualifikation ist einfach. Für jede Platzierung bei der Trainingswoche in Cortina d‘Ampezzo, beim Testevent in Cortina d‘Ampezzo sowie bei den Weltcups in Winterberg, Park City und Lake Placid erhalten die Doppel analog der Vergabe im Weltcup Punkte. Das Duo mit den meisten Zählern fährt zu den Olympischen Winterspielen. „Nur wenn der Abstand zu gering ist, verlängern wir die Qualifikation um die Weltcups in Sigulda und Winterberg im Januar“, erklärte Chef-Bundestrainer Patric Leitner.

Dieser Sieg bedeutet uns sehr sehr viel. Heute haben wir einfach das Herz in die Hand genommen.

Dajana Eitberger, Rennrodlerin

Vor dem Weltcup-Auftakt in Winterberg lagen Eitberger/Matschina mit 170 Punkten in Führung, während Degenhardt/Rosenthal auf 104 kamen. „Jetzt haben wir 30 Punkte aufgeholt“, erklärte die 25-jährige Rosenthal nach dem eigenen Sieg im Hochsauerland und dem dritten Platz von Eitberger/Matschina hinter dem Doppel Selina Egle/Lara Michaela Kipp aus Österreich. „Unser Traum ist noch nicht vorbei“, ergänzte Degenhardt.

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In Park City drehten sich die Platzierungen – entsprechend machten Eitberger/Matschina 30 Punkte auf Degenhardt/Rosenthal gut. „Dieser Sieg bedeutet uns sehr sehr viel. Heute haben wir einfach das Herz in die Hand genommen“, sagte Eitberger nicht ohne Grund erleichtert.

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In der internen Qualifikation liegen Degenhardt/Rosenthal aktuell mit 274:340 Punkten zurück und vorerst zählt nur noch das Weltcuprennen in Lake Placid am nächsten Wochenende. 66 Punkte aufzuholen oder auf einen Rückstand zu verkürzen, der Chef-Bundestrainer Leitner zu einer Verlängerung der Qualifikation bewegt – erscheint nahezu unmöglich zu sein.