Dieser Satz des Cheftrainers ist (fast) in Stein gemeißelt. „Wir haben unseren Qualifikationsmodus für Olympia so geplant, dass er bis Weihnachten abgeschlossen ist“, sagte Patric Leitner. Der Weltcup-Auftakt der Rennrodler, der an diesem Wochenende nach der missglückten Renovierung des Eiskanals in Innsbruck-Igls in der Veltins-EisArena in Winterberg ausgetragen wird, markiert in diesem Modus exakt die Mitte. Und das – setzt besonders das Damen-Doppel Degenhardt/Rosenthal unter Druck. Wie sehr die Olympia-Alarmglocken schrillen, bestätigte eine Expertin.
Winterberg: Halbzeit der Qualifikation
„Es wird tatsächlich sehr schwer werden, die Olympia-Qualifikation noch zu schaffen“, sagte Corinna Martini. Die ehemalige Weltklasse-Rodlerin des BSC Winterberg kümmert sich im Nordrhein-Westfälischen Bob- und Schlittensportverband (NWBSV) als Sportwartin um die Sparte Rennrodeln. Die bisherigen zwei Rennen im Rahmen der nationalen Qualifikation, die jeweils auf der Olympiabahn von 2026 in Cortina d‘Ampezzo ausgetragen wurden, verfolgte sie deshalb aufmerksam.
Und in beiden Rennen – patzten Jessica Degenhardt (RRC Altenberg) und Cheyenne Rosenthal (BSC Winterberg).
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Seitdem die 23-Jährige aus Sachsen und die 25-Jährige aus dem Sauerland ein Doppel bilden, rodelten sie um Titel. In Winterberg gewannen sie 2022 die WM-Premiere der jungen Disziplin, in Oberhof folgte 2023 sogar Doppel-Gold bei der Weltmeisterschaft und in der vergangenen Saison gab es Silber bei den Titelkämpfen im kanadischen Whistler.

Übergeordnetes Ziel der beiden jungen Frauen blieb aber: der Start bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d‘Ampezzo (6. bis 22. Februar). Dieser geriet in den vergangenen Wochen aber in akute Gefahr, weil es lediglich einen Startplatz im Damen-Doppel für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) gibt und derzeit das Doppel Dajana Eitberger/Magdalena Matschina (RC Ilmenau/SV Bad Feilnbach) auf Olympia-Kurs liegt.
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„Jessica und Cheyenne müssen viele Punkte in der nationalen Rangliste aufholen“, sagte Corinna Martini zum dritten Platz des Duos im internen Rennen der drei deutschen Doppel während der Internationalen Trainingswoche in Cortina d‘Ampezzo und dem elften Rang bei 18 Schlitten während des Olympic Testevents des Internationalen Rodelverbandes (FIL) auf der Olympiabahn.
Die beiden müssen jetzt in jedem Rennen Vollgas geben und auf Fehler von Eitberger/Matschina hoffen.
Corinna Martini, ehemalige Weltcup-Rennrodlerin
„Der Schlitten der beiden läuft, aber leider sind ihnen zu den Qualifikationsrennen in Cortina zu große Fahrfehler passiert“, erklärte Corinna Martini. Aus eigener Erfahrung weiß die Expertin allerdings: „Es ist nicht unmöglich und im Rodelsport kann viel passieren. Die Chance besteht weiterhin, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.“
Winterberg: Gute Erinnerungen
Für den Weltcup-Auftakt auf Rosenthals Heimbahn im Hochsauerland kann es für die Gesamtweltcup-Zweiten der vergangenen Saison nur eine Marschroute geben: „Die beiden müssen jetzt in jedem Rennen Vollgas geben“, sagte Martini, um zu ergänzen: „Und auf Fehler von Eitberger/Matschina hoffen.“
Der Zeitplan
Rennrodel-Weltcup in Winterberg: Freitag, 5. Dezember: 10 Uhr Nationencup; 16.15 Uhr Mixed Doppelsitzer, 17.30 Uhr Mixed Einsitzer. - Samstag, 6. November: 10.25 Uhr Herren Einsitzer 1. Lauf, 11.55 Uhr Herren Einsitzer 2. Lauf; 13.10 Uhr Herren Doppelsitzer 1. Lauf, 14 Uhr Damen Doppelsitzer 1. Lauf, 15.05 Uhr Herren Doppelsitzer 2. Lauf, 15.45 Uhr Damen Doppelsitzer 2. Lauf. - Sonntag, 7. November: 10.35 Uhr Damen Einsitzer 1. Lauf, 12.15 Uhr Damen Einsitzer 2. Lauf; 13.50 Uhr Team-Staffel.
„Wir sind jetzt wieder auf einer Bahn, auf der wir uns wohlfühlen. Wir sind in Winterberg in der Vergangenheit echt schon gute Rennen gefahren“, erzählte Jessica Degenhardt vorausblickend. „Ich drücke die Daumen und weiß, dass die beiden so nervenstark sind, es bis zum Schluss spannend zu machen“, sagte Martini.

Bis zum Schluss – könnte sich übrigens statt Weihnachten doch bis Mitte Januar und dem regulären Weltcup in Winterberg ziehen. „Wir haben eine klare Punkteliste. Sollten in einer Disziplin weniger als zehn Punkte Differenz sein, machen wir zwei weitere Qualifikationsrennen – dann kommen noch die Weltcups in Sigulda und Winterberg hinzu“, verriet Patric Leitner.
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In Winterberg könnte für Degenhardt/Rosenthal deshalb eine Aufholjagd starten, die über die Nordamerika-Weltcups in Salt Lake City und Lake Placid vorerst nach Sigulda und Winterberg führt. Und im Februar doch noch zu den Olympischen Winterspielen in Cortina d‘Ampezzo.





