Diese zwei kleinen, unbedachten verbalen Spitzen könnten Felix Loch zusätzlich motiviert haben. Die erste setzte Moderator Philip Stallmeister während der Pressekonferenz vor dem Rennrodel-Weltcup in Winterberg gegen den deutschen Rodel-Star, als er über verpatzte vierte Läufe bei Olympischen Winterspielen sprach. Später entschuldigte sich Stallmeister bereits prophylaktisch bei Loch, als er Max Langenhan als deutsche Nummer eins bezeichnete. Loch lachte – und antwortete eindrucksvoll im Eiskanal.
Winterberg: Loch beendet Sieglos-Serie
Zweimal raste der 36-Jährige fast fehlerfrei durch die Veltins-EisArena und verwies den Österreicher Jonas Müller auf den zweiten Platz (+0,090 Sekunden). Dritter wurde sein Teamkollege und Gesamtweltcup-Sieger des Vorjahres, Max Langenhan (+0,268 Sekunden). Damit feierte der zweifache Familienvater seinen 52. Weltcupsieg in einem Einzelrennen.
Zum Auftakt in die olympische Saison endete für ihn In Winterberg eine lange Sieglos-Serie. Zuletzt hatte er im Februar 2024 in Sigulda ein Einzelrennen gewonnen. „Wir haben sehr gut am Material gearbeitet, es ging noch mal einen richtigen Schritt nach vorn. Es freut mich, dass die Arbeit im Sommer sich auszahlt“, sagte Loch „mega happy“ nach dem Erfolg.
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Winterberg springt für Innsbruck ein
„So kann es weitergehen“, ergänzte der dreifache Olympiasieger, der bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d‘Ampezzo (6. bis 22. Februar 2026) die nächste Goldmedaille holen möchte. Es wäre zudem seine fünfte Teilnahme an Olympischen Winterspielen in Folge. In Südkorea (2018) und China (2022) verpasste Loch zuletzt das Podium im Einsitzer teils spektakulär.

Als besondere Motivation können bei den Winterspielen in Italien seine Söhne Lorenz und Ludwig an der Bahn stehen und ihren Vater anfeuern. In Winterberg fehlten die schulpflichtigen Jungs, die eigentlich zum Saisonstart eine Stippvisite in Innsbruck eingeplant hatten. Aus der Heimat in der Nähe von Berchtesgaden wäre das ein Katzensprung gewesen, allerdings wurde der Weltcup dort bekanntlich abgesagt, weil die Renovierung des Eiskanals missriet.
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Loch nutzte das Hochsauerland, um sich weiteren Schwung für die Saison zu holen. Und er untermauerte auf seine Art, wer bis zum Karriereende (dessen Datum längst noch nicht feststeht) die deutsche Nummer eins im Rennrodeln bleibt.

In den vergangenen Jahren waren Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal die deutsche Nummer eins im Damen-Doppel. Der Start in die nationale Olympia-Qualifikation misslang dem Duo vom RRC Altenberg und BSC Winterberg jedoch. In Rosenthals „Wohnzimmer“ gelang an diesem Samstag aber ein Statement-Sieg.
Unser Traum ist noch lange nicht vorbei.
Jessica Degenhardt, Rennrodlerin
„Unser Traum ist noch lange nicht vorbei“, sagte Jessica Degenhardt nach dem Weltcupsieg vor Selina Egle/Lara Michaela Kipp aus Österreich (+0,069 Sek.) und den deutschen Konkurrentinnen Dajana Eitberger/Magdalena Matschina (+0,134). Auf Eitberger/Matschina holten Degenhardt/Rosenthal in der nationalen Qualifikation um einen einzigen Olympia-Startplatz einige Punkte auf.
Winterberg: Akrobatische „Tobis“
Das Weltcuprennen im Doppelsitzer der Herren gewannen die Österreicher Juri Gatt/Riccardo Schöpf vor dem deutschen Top-Doppel Tobias Wendl/Tobias Arlt (+0,108). „Die Tobis“ verhinderten mit einer akrobatischen Einlage einen Sturz im zweiten Lauf nur knapp, verwiesen die Österreicher Yannick Müller/Armin Frauscher (+0,192) dennoch auf Rang drei.
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Top-Rodlerin Julia Taubitz schaffte es im Einsitzer der Frauen am Sonntagvormittag nicht unter die Top Ten. Die Weltmeisterin und Gesamtweltcup-Siegerin wurde Zwölfte. „Das war für den A...“, sagte die 29-Jährige und haderte besonders mit ihrem zweiten Lauf, vor dem sie ihren Schlitten etwas umgebaut hatte. Beste deutsche Rodlerin beim Sieg der Österreicherin Hannah Prock im Hochsauerland war Merle Fräbel als Zweite (+0,030 Sek.). „Das war ein super Saisonstart“, sagte die 22-Jährige. Anna Berreiter belegte Rang vier (+0,298) und war erleichtert über die Platzierung.










































