Umgestürzte Autos, abgedeckte Dächer, zerstörte Strommasten und eine schwer beschädigte Schule: Zwei Wasserhosen haben am Freitag die Gegend um die sizilianische Hafenstadt Marsala verwüstet. Mindestens elf Menschen wurden verletzt, darunter sechs Kinder. Ein 70-jähriger Mann erlitt mehrere Knochenbrüche und musste operiert werden.
Die beiden Sturmwirbel hatten sich über dem Meer gebildet und waren anschließend auf die Küste getroffen. Mit großer Wucht zogen die Sturmwirbel ins Landesinnere der südsizilianischen Provinz Trapani. Die Windstärke riss Leitplanken aus ihrer Verankerung, beschädigte Wohnhäuser und setzte Gebäude unter Wasser. In der Nähe des Stadions wurden zahlreiche Autos umgeworfen.
Verletzte Kinder in Sizilien: Schulleiter beschreibt dramatische Szenen
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Besonders schwer traf es die Schule Alcide De Gasperi in Marsala. 273 Kinder befanden sich in der Schule, als der Tornado über das Schulgebäude hinwegfegte. Ein Verlassen des Gebäudes war unmöglich. Das Personal versuchte, die Schülerinnen und Schüler in einen abgeschotteten Bereich der Schule in Sicherheit zu bringen. Sechs Kinder wurden leicht verletzt.
Auch drei Erwachsene mussten medizinisch versorgt werden. Schulleiter Leonardo Gullotta schilderte die dramatischen Momente: „Der Tornado hat alles vollständig zerstört. Die Rettungskräfte waren zum Glück schnell vor Ort, obwohl es Straßensperrungen gab und Autos durch die Luft geschleudert wurden“, berichtete Gullotta.
Folgen des Klimawandels
Großeinsatz auf Sizilien: Unwetter richten schweren Schaden an
Das Krankenhaus von Marsala aktivierte einen Notfallplan für den gleichzeitigen Zustrom zahlreicher Verletzter. Zusätzlich wurde psychologische Unterstützung für Patienten eingerichtet. Auch im benachbarten Petrosino richteten die Tornados schwere Schäden an. Dort wurde ein Auto erfasst und in eine Schlucht geschleudert. Beide Insassen wurden verletzt.

Umgestürzte Strommasten und auf die Fahrbahn geschleuderte Leitplanken versperrten die Strecke. Mindestens zwei Häuser wurden in diesem Bereich schwer beschädigt, ebenso eine weiter stadteinwärts gelegene Schule. Feuerwehr, Zivilschutz, freiwillige Helfer und Rettungskräfte waren im Großeinsatz.
Überschwemmungen und Netzausfall: Auch Ischia und Neapel betroffen
Die schweren Schäden auf Sizilien sind Teil einer Unwetterlage, die auch andere Regionen Italiens erfasst hat. Auf der Insel Ischia im Golf von Neapel führten starke Regenfälle zu Überschwemmungen und kleineren Erdrutschen. Die Feuerwehr rückte zu mehr als einem Dutzend Einsätzen aus. Zusätzlich waren auf Ischia am Donnerstagabend für mehr als zwei Stunden Internet, Mobilfunk und Festnetz ausgefallen. Tausende Menschen konnten zeitweise weder telefonieren noch digitale Dienste nutzen. Auch Notrufe waren dadurch erschwert.
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In Neapel stürzte im Stadtzentrum ein Baum um, während die Stadtteile Fuorigrotta und Bagnoli von Überschwemmungen betroffen waren. In der Hafenstadt Pozzuoli brach die Wand eines Supermarkts ein. Auch Norditalien war vom Unwetter betroffen. In Castelleone in der lombardischen Provinz Cremona verursachte ein heftiges Gewitter mit Hagel und starken Windböen ebenfalls erhebliche Schäden. Straßen und Keller wurden überflutet, Bäume stürzten auf geparkte Autos. Stellenweise stand das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch.





