Nur noch einen Tag, dann steigt im österreichischen Wien das Finale des Eurovision Song Contest (ESC). 25 Sängerinnen und Sänger treten gegeneinander an. Schon das 70. Mal findet der ESC in diesem Jahr statt. Wie schon in den vergangenen Jahren, läuft auch dieses Jahr eine politische Diskussion rund um den Wettbewerb.
Der Grund: die Teilnahme Israels. Der 28-jährige Noam Bettan ist Sänger und Songwriter und tritt für sein Heimatland an. Im Gespräch mit der „Welt“ hat Bettan kurz vor dem Finale Einblick in seine Gefühlswelt gegeben – und welche Rituale ihn begleiten.
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ESC 2026: Bettan setzt auf Gebet und positive Energie vor Auftritten
Vor seinen Auftritten betet der Sänger. „Ich spreche das ‚Schma Israel‘ und bitte Gott, mich zu leiten und mir gute Absichten zu schicken“, so Bettan. Das „Schma Israel“ gilt als das wichtigste Glaubensbekenntnis im Judentum. Daneben versuche Bettan, auch seinen Tänzern positive Energie zu schicken: „Man muss die Balance finden: innerlich ganz ruhig, aber nach außen voller Power.“
Um einen Sieg beim ESC 2026 gehe es dabei nicht, betont der 28-Jährige. Am vergangenen Dienstag hatte er sich für das Finale qualifiziert. „Ich vertraue dem Prozess“, sagt er nun. Er bete zu Gott und bitte ihn, das geschehen zu lassen, was das Beste für ihn ist. Bettan wolle die Erfahrung, am ESC teilzunehmen, nur als etwas Wundervolles in Erinnerung behalten.
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ESC 2026: Teilnahme Israels sorgt für Boykott und Proteste
Derweil wird die Teilnahme von Israel am Wettbewerb kontrovers diskutiert. Schon Bettans Auftritt im Halbfinale am Dienstag war von Pfiffen und Zwischenrufen mit pro-palästinensischen Parolen geprägt. Fünf Staaten, darunter Irland, nehmen wegen der Teilnahme Israels nicht mit einem eigenen Gesangsbeitrag am ESC teil.
Hintergrund sind Vorwürfe gegen Israel wegen des Gaza-Krieges als Folge des Angriffs der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Für das Vorgehen der am Boykott beteiligten Länder und Sendeanstalten gibt es Zustimmung, aber auch Kritik. Für den Finaltag am Samstag haben pro-palästinensische Aktivisten eine Demonstration mit rund 3.000 Teilnehmern angekündigt.
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Noam Bettan möchte Nationen mit Musik verbinden
Noam Bettan selbst wurde von seinem Team bereits in den Proben auf Buhrufe aus dem Publikum vorbereitet. Im Gespräch mit der „Welt“ bestätigt der Sänger, die Rufe bei seinem Auftritt gehört zu haben – aber nur kurz. „Nach einer Sekunde war da nur noch eine Welle aus Liebe und Unterstützung“, sagt Bettan. Es sei überwältigend gewesen. Er habe die Flaggen seines Landes gesehen und das Gefühl gehabt, für sein Volk zu singen.
Für das kommende Jahr und den ESC 2027 wünscht sich Bettam, dass „wieder alle Länder mit dabei sind, gemeinsam singen und einfach gut zueinander sind“. Mit seinem morgigen Finalauftritt will der Sänger schon mal seinen Beitrag dazu leisten. „Ich möchte Menschen näher zusammenbringen – dass wir uns alle eins fühlen.“ Er glaube fest daran, dass das möglich ist.
mit KNA




