Es kommt nicht oft vor, dass Starfotografen aus dem Nähkästchen plaudern. Zu wichtig ist Verschwiegenheit im Reich der Berühmten und Mächtigen. Dort gilt Privatsphäre – wenn sie denn gewollt ist – oft als wahrer Luxus. Christopher Anderson, der erst vor wenigen Wochen mit Fotos von Donald Trumps Mitarbeitern im Magazin „Vanity Fair“ für Aufsehen sorgte, hat nun von seinem Zusammentreffen mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der sich 2019 in einer Gefängniszelle das Leben nahm, berichtet. Er zeichnet in einem Instagram-Beitrag das Bild eines Mannes, der kein „Nein“ akzeptierte.
So schreibt Anderson, dass er 2015 vom „New York Magazine“ beauftragt wurde, für ein Porträt über Epstein Bilder des Mannes zu machen, der Jahre später zum wohl weltweit bekanntesten Sexualstraftäter werden sollte. Demnach wollte sich Epstein im Vorfeld des Shootings mit dem damals noch relativ unbekannten Fotografen treffen, um die Rechte an den Bildern nach der Veröffentlichung auszuhandeln.
Epstein will Fotos unbedingt haben und schüchtert Fotografen mit seinem Bodyguard ein
„Er sagte, er wolle nicht, dass jemand anderes die Bilder nach der Veröffentlichung im Magazin besäße, und bot mir 20.000 Dollar für die Rechte danach an“, schreibt Anderson bei Instagram. Der Fotograf, der nach eigenen Angaben als junger Familienvater damals finanziell kaum über die Runden kam, akzeptierte das Angebot. Doch dann entschied sich Epstein um und zog den kompletten Artikel zurück. Die Fotos wollte er dennoch von Anderson haben.
„Ich wiederholte, dass die Bilder erst nach der Veröffentlichung ihm gehörten“, erinnert sich der Fotograf bei Instagram. Doch Epstein akzeptierte das nicht. „Daraufhin begannen die Drohungen. Er schickte seinen Bodyguard/Fahrer Merwin, einen massigen Mann in einem langen schwarzen Mantel und schwarzen Lederhandschuhen, in mein Studio, um mich einzuschüchtern (es funktionierte)“, schreibt Anderson. Da auch das „New York Magazine“ die Story verwarf, konnte Anderson den Scheck annehmen.
Andersons Epstein-Foto enthüllt neue, pikante E-Mail an die königliche Regierung
„Also löste ich den Scheck ein, und Merwin kam erneut vorbei, um die Festplatte abzuholen und sicherzustellen, dass ich keine weiteren Kopien der Fotos besaß. Heute fand ich die Kopie auf einer sehr alten Festplatte“, schreibt Anderson weiter. Zu sehen sind in dem Beitrag bei Instagram neben einem Porträt von Epstein in Schwarz-Weiß weitere Bilder, die der Fotograf 2015 im Haus des Sexualstraftäters machte.
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Pikant: Neben Aufnahmen, die unter anderem Ex-US-Präsident Bill Clinton und Filmregisseur Woody Allen zeigen, veröffentlichte Anderson auch ein Foto von Epsteins Schreibtisch. Darauf zu sehen: Ein ausgedruckter E-Mail-Verkehr mit der königlichen Regierung, in dem eine Zahlung von mehr als 59.000 Dollar (ca. 50.000 Euro) von „dem Herzog und der Herzogin“ gefordert wurde. Höchstwahrscheinlich ist die Forderung an den Ex-Prinzen Andrwe Mountbatten Windsor adressiert, dessen tiefer Fall 2025 durch neue Enthüllungen zum Epstein-Skandal weiterging.
Der Beitrag von Anderson bei Instagram hat binnen kürzester Zeit für viel Aufregung im Netz gesorgt. Knapp 100.000 Menschen bedachten den Beitrag mit einem „Like“, Tausende kommentierten und sprachen Anderson vor allem ihre Bewunderung für dessen Mut aus, diese Anekdote öffentlich zu teilen.



