Andrew Mountbatten-Windsor ist Ende 2025 nur noch ein 65-jähriger Mann, der zufällig royale Wurzeln hat. Nachdem ihm sein Bruder, König Charles III., Anfang November alle royalen und militärischen Titel entzogen hatte, wird nun sein Auszug aus der Royal Lodge erwartet. Aus Ex-Prinz Andrew wird ein britischer Normalbürger. Zumindest formal. Denn: So sehr das Königshaus das eigene Familienmitglied auch verbannen will – Andrews Vergangenheit mit Sexualsstraftäter Jeffrey Epstein klebt wie schwarzer Teer am Buckingham Palace.
Und jede neue Enthüllung wirkt wie ein starker Sonnenstrahl, der die Gespräche neu zum Kochen und die giftige Masse wieder in Bewegung bringt. Den Skandal einfach von der gern als blitzeblanken inszenierten royalen Fassade abkratzen? Das erscheint unmöglich – vor allem nach diesem Jahr.
Es verging kaum eine Woche, in der britische Medien nicht über neue Enthüllugen berichteten. Am ersten Weihnachtsfeiertag sagte Marina Lacerda, eine Überlebende von Epstein, gegenüber dem „Guardian“ nach der Veröffentlichung einiger Epstein-Akten, die sich auf Prinz Andrew beziehen, dass Mountbatten-Windsor „zur Rechenschaft gezogen werden“ müsse.
E-Mails an Ghislaine Maxwell belasten Prinz Andrew
In der letzten Veröffentlichung, die mehr als 10.000 Dokumente umfasste, sollen nach Angaben von „BBC“ E-Mails aus dem Jahr 2001 von „A.“ aus „Balomoral“ enthalten sein. Darin fragt die Person Epsteins Mitarbeitern und mittlerweile verurteilte Frauenhändlerin Ghislaine Maxwell: „Hast du mir ein paar neue, unpassende Freunde besorgt?“ Maxwell erklärte im Gegenzug, sie suche nach „freundlichen, diskreten und lustigen“ Mädchen.

Die E-Mails reihen sich 2025 in eine erneut lange Liste von Enthüllungen ein, die Stück für Stück die Verbindung von Prinz Andrew und Jefferey Epstein, der sich 2019 in seiner Gefängniszelle das Leben nahm, offenlegen. Den Anstoß für die Entscheidung von König Charles III., seinem Bruder wirklich alle Titel zu entziehen, gaben die posthum erschienen Memoiren von Virginia Giuffre im Oktober.
In „Nobody`s Girl“ berichtet die Frau, die sich im April mit 41 Jahren das Leben nahm, über brutale Vergewaltigungen durch Jeffrey Epstein – und schreibt auch von Treffen mit Prinz Andrew. Das bekannteste Opfer von Epstein wirft dem Mitglied der britischen Königsfamilie darin vor, sie als Minderjährige mehrmals missbraucht zu haben. Der Prinz habe sich verhalten, als glaube er, „Sex mit mir zu haben, sei sein Geburtsrecht“, heißt es in dem Buch.
Epstein-Skandal: Andrew bestreitet alle Vorwürfe vehement
Andrew bestreitet alle Vorwürfe vehement. Eine Zivilkklage von Guiffrey gegen Prinz Andrew endete 2022 mit einem außergerichtlichen Vergleich. So blieb auch dem britischen Königshaus ein öffentlicher Prozess, in dem weitere Details bekannt werden, erspart. Berichten zufolge soll Andrew an Guiffrey einen achtstelligen Betrag gezahlt haben – eine Bestätigung gibt es dafür bis heute nicht.
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Dafür aber zahlreiche Fotos und weitere Dokumente, die gegen die Aussagen von Andrew sprechen, der wiederholt eine freundschaftliche Verbindung zu Epstein abstritt. Wenige Tage nach dem Erscheinen von Guiffreys Biografie enthüllte „BBC“ ein Treffen von Prinz Andrew mit Epstein, Maxwell und Harvey Weinstein in der Royal Lodge. Die Drei sollen das Anwesen 2006 anlässlich des 18. Geburtstages von Andrews Tochter Beatrice besucht haben.

Es dürfte nicht die letzte Enthüllung gewesen sein, die Andrews Aussagen rund um seine Verbandlungen im Epstein-Skandal in Frage stellen. Doch wie geht es für den einstigen Prinzen nach dessen tiefen Fall jetzt weiter? Nach dem offiziellen Rauswurf aus der Royal Lodge auf Schloss Windsor hat Andrew formal noch bis Oktober 2026 Zeit, das Anwesen zu räumen. Es wird aber damit gerechnet, dass das royale Skandal-Familienmitglied schon früher seine Sachen packen wird.
Und auch seine Töchter, Prinzessinnen Beatrice und Eugenie, scheinen sich weiter von ihm abzuwenden. Während die beiden zusammen mit der Königsfamilie traditionell zur Kirche St. Mary Magdalene spazierten und am Weihnachtsgottesdienst in Sandringham teilnahmen, wurde Andrew Berichten zufolge vor der Royal Lodge und damit seinem „Noch“-Zuhause gesehen. Ein einsamer Jahresabschied, der bereits eine Aussicht für 2026 liefern könnte.





