Momente des Schreckens haben Dutzende Skifahrer am Dienstag in der italienischen Region Piemont erlebt. Wie die Bergwacht mitteilte, prallte eine Kabine der Seilbahn mit hoher Geschwindigkeit gegen die Barriere der Bergstation unweit der Gemeinde Macugnaga an der Grenze zur Schweiz auf 2.800 Meter Höhe. Vier Menschen wurden leicht verletzt. Dabei handelt es sich um drei Passagiere einer Gondel, darunter ein Kind, sowie um einen Seilbahnmitarbeiter. Sie wurden von einem Arzt und einem Krankenpfleger versorgt, die sich in der Gegend aufhielten. Sie wurden danach mit einem Hubschrauber von der in etwa 2.800 Metern Höhe liegenden Bergstation evakuiert.
Über mehrere Stunden waren knapp 100 Skifahrer und Wanderer auf der Bergstation gestrandet. Da die Seilbahn außer Betrieb genommen wurde, mussten die Menschen in einer langwierigen Aktion schrittweise mit Helikoptern weggeflogen werden. Der Einsatz verlief laut Behörden ohne Zwischenfälle.
„Wir waren fast angekommen, als wir sahen, dass die Kabine schneller wurde. Dann sind wir gegen den Beton geprallt und übereinander gefallen. Es waren ein paar Sekunden, in denen wir nicht verstanden haben, was genau passiert ist“, berichtete eine Passagierin der Seilbahn laut Medien.
Technisches Problem verursacht Crash
Der Chef des Seilbahnbetreibers „Macugnaga Trasporti e Servizi“, Filippo Besozzi, erklärte, der Unfall sei durch ein technisches Problem verursacht worden, aufgrund dessen die Kabine beim Einfahren in die Station nicht ausreichend abgebremst habe und deshalb gegen die Barriere geprallt sei. Die Seilbahn blieb weitgehend unbeschädigt, wurde aber Sicherheitstests unterzogen. Die genaue Ursache des Unfalls wird von den Behörden nun untersucht.
„Wir haben alle Menschen evakuiert. Keiner der Verletzten schwebt in kritischem Zustand“, berichtete der Sprecher der Bergrettung der Region Piemont, Marco Gasperini.
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„Das Problem dürfte durch die Software verursacht worden sein, die die Ankunft der Kabine an der Station nicht erkannt und daher die Bremse nicht ausgelöst hat. Auch der Bediener in der Talstation konnte sie nicht aktivieren, allerdings wurde die Notbremse ausgelöst – glücklicherweise ohne größere Probleme“, fügte Gasperini hinzu.
Die Seilbahn in Macugnaga wurde 2023 renoviert
Ein aus der Luft aufgenommenes Video zeigt die in Macugnaga stehen gebliebene Seilbahn sowie rund hundert Personen, die in der Bergstation festsaßen. Die Seilbahnanlage, die 1962 errichtet wurde, wurde Anfang 2023 einer umfassenden Renovierung unterzogen. Dabei wurden Motoren, Umlenkrollen und Kabinen ausgetauscht. Die Arbeiten kosteten zwei Millionen Euro, davon wurden 1,8 Millionen Euro von der Region Piemont und 200.000 Euro von der Gemeinde Macugnaga finanziert.
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Der Regionalbeauftragte für Zivilschutz, Marco Gabusi, erklärte, dass „sich das regionale Zivilschutzsystem bereits in den ersten Minuten nach dem Unfall an der Seilbahn in enger Abstimmung mit der Feuerwehr, der Bergrettung, den Sicherheitskräften und dem medizinischen Personal aktiviert hat“. Priorität hatte es, die Sicherheit der beteiligten Personen zu gewährleisten, Verletzte zu versorgen und all jene zu betreuen, die festsaßen – unter komplexen Bedingungen und in schwierigem Umfeld. Das Unglück ereignete sich auf dem Höhepunkt der Skisaison, während zahlreiche Urlauber aus Italien und dem Ausland Urlaub in den italienischen Alpen machen.
Seilbahnunglück in Italien: Mehrere Tote bei Abstürzen 2021
Im Mai 2021 waren 14 Menschen beim Absturz einer Seilbahngondel im norditalienischen Stresa ums Leben gekommen. Nur ein fünfjähriger Junge überlebte das Unglück. Im vergangenen April war es zu einem Seilbahnunglück am Berg Faito nahe Neapel gekommen, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Die Kabine, die der Bergstation am nächsten war und in der sich fünf Menschen befanden, löste sich und stürzte in einen Abgrund. Bei dem Unglück kamen zwei Urlauber aus England, einer aus Israel sowie ein italienischer Mitarbeiter des Seilbahnbetreibers ums Leben.




