Mitten in Barmen am Werth 87 steht ein Café der besonderen Art: Das Café Prio der Wuppertaler Stadtmission ist weit mehr als nur ein Ort für Kaffee und Kuchen. „Menschen etwas Gutes zu geben, etwas anzubieten, einen schönen Raum bei einer schönen Musik, bei der schönen Atmosphäre. Das ist was ganz Schönes“, erklärt Paul-Gerhard Sinn, Leiter der Stadtmission.
Besonders ins Auge fällt der „Setz-dich-dazu-Tisch“ in der Ecke – hier können sich Besucher hinsetzen, die Gesellschaft suchen. Alle anderen wissen: Da kann ich mich dazusetzen. So entstehen spontane Begegnungen zwischen Jung und Alt, zwischen Menschen verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichen Geschichten.
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Dem Café Prio geht‘s nicht um Profit: „Es geht uns darum, für die Menschen da zu sein, einen Raum zu schaffen, der zur Begegnung einlädt, mit sozialen Preisen“, betont Sinn. Das Café ermöglicht auch Menschen mit wenig Geld, hier zu essen und sich wohlzufühlen. An der Theke hängt sogar ein „Kaffee-Baum“ – Gutscheine, die Kunden für andere bezahlt haben.
Die Wuppertaler Stadtmission, seit über 100 Jahren in der Stadt aktiv, versteht sich als Ergänzung zu den Angeboten der Kirchengemeinden. Als Verein leben sie von Spenden und dem selbst generierten Umsatz – „hoffen wir, dass es reicht, um die Küche, das Kochen bezahlen zu können.“

Was alles im Café Prio in der Innenstadt von Barmen passiert
Das Programm ist vielfältig:
- Sprachcafé mittwochs: Menschen verschiedener Sprachniveaus treffen sich, um Deutsch zu lernen – oft, weil sie hier arbeiten möchten
- Fahrradreparatur-Café jeden Monat: Hilfe zur Selbsthilfe
- Familiencafé mit Hebamme montags
- Lesereihe „Zuhören“ mit Wuppertaler Autoren
- Strick-Café – entstanden, weil sich Menschen einfach dazugesetzt haben
Öffnungszeiten im Café Prio
Dienstag bis Freitag: 12-17 Uhr
Samstag: 10-14 Uhr
Montag und Sonntag geschlossen
Wer im Café Prio hilft und wie
Das Café funktioniert hauptsächlich ehrenamtlich. Viele Menschen „kochen und backen hier mit Liebe, reinigen, servieren, bedienen Menschen“. Nur eine Köchin wird über das Jobcenter finanziert. Es gibt auch praktische Hilfsangebote: beim Lesen von Dokumenten, Ausfüllen von Anträgen oder durch Mitarbeiter der Ausländerbehörde.
Die Lage in der Barmer Innenstadt ist für Sinn optimal: „Das ist der richtige Ort.“ Direkt gegenüber liegt das Schwebodrom – viele Besucher nutzen die Wartezeit für einen Kaffee. Stammgäste gebe es reichlich.
Das Café ist barrierefrei und familienfreundlich – mit Spielecke für Kinder und Stillecke für Mütter. Bei Veranstaltungen gibt‘s keinen Eintritt, aber Spenden sind willkommen.





