Barmens zentrale Fußgängerzone bekommt bis Ende 2026 ein völlig neues Gesicht. Thomas Helbig, Geschäftsführer der ISG Barmen, hat lange mit dafür gekämpft, dass die Umbauarbeiten endlich beginnen. Im September 2025 rollten die ersten Bagger an.

Herr Helbig, wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung des Werths in den vergangenen Jahren?

Helbig: Wir haben eine Wellenbewegung erlebt, wie in allen Innenstädten: In den 70er-, 80er-, 90er-Jahren blühender Einzelhandel, blühende Gastronomie, dann kam der Internethandel, grauere Fußgängerzonen, Leerstände. Deswegen haben wir die ISG Barmen gegründet – ein Zusammenschluss der Hauseigentümer, die gemeinsam versuchen wollen, die Innenstadt zu attraktivieren.

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Was haben Sie konkret unternommen?

Helbig: Wir haben gute Arbeit geleistet: neue Bänke aufgestellt, andere Feste organisiert, neue Akzentbeleuchtung installiert, viele Kooperationsgeschichten entwickelt. Trotzdem fehlte ein inhaltliches Projekt, dafür haben wir das Schwebodrom gegründet. Und ein Punkt war klar: Eigentlich müsste der Werth neu gepflastert werden.

Da sind Sie schon lange dran...

Helbig: Da haben wir als ISG viel positiven Druck gemacht, die Stadt bei den Bemühungen unterstützt, Fördergelder zu bekommen. Und jetzt rollen die Bagger – wenn ich da rausschaue, bin ich begeistert. Im Moment hoffe ich, dass wir bei allen Sachen, die man nicht beeinflussen kann wie Kriege oder Inflation, uns gut behaupten und der Umbau des Werths ein starker Impuls dafür ist.

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    Warum ist das optische Erscheinungsbild so wichtig?

    Helbig: Wenn es schmuddelig aussieht, hat man keine Motivation, etwas besser zu machen. Insofern ändert sich die Verhaltensweise. Und wir sind mit der AWG sehr zufrieden beim Thema Sauberkeit – wenn da wirklich mal was rumfliegt, ist das immer sehr schnell weg.

    Wann sehen Sie erste Ergebnisse?

    Helbig: Ende September ist die erste Fläche fertig, dann wird man einen wunderbaren Eindruck haben. Es ist richtig, dass die Stadt sagt: Wir reißen nicht direkt alles auf, sondern schauen uns das einmal an und lernen im Zweifelsfall daraus. Zum Beispiel, wenn auf einmal Entwässerungsabläufe nicht parallel laufen.

    Wie bekommt man Menschen wieder in die Barmer Innenstadt?

    Es heißt, es werde ein „Urbanes Theater“ entstehen. Was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff?

    Helbig: 2017/18 gab es einen Jury-Entscheid – verschiedene Architekturgemeinschaften haben sich beworben. Die Greenbox hat „Urbanes Theater Kulturteppich Barmen“ als Thema genommen. Das kommt von der textilen Vergangenheit und den vielen kulturellen Einrichtungen. Wir haben in Barmen den Werth als Flaniermeile und weitere Flächen mit verschiedenen Schlagwörtern belegt.

    Wie wollen Sie Menschen wieder in die Innenstadt locken?

    Helbig: Man bekommt Menschen nicht mehr nur mit Einzelhandel in die City, sondern man muss die Menschen anders aktivieren. Das muss choreographiert sein. Wie beim Theater: Was mache ich am Anfang, was ist die Mitte, was ist am Ende?

    Der Werth strahlt gerade in der dunklen Jahreszeit Sicherheit aus.

    Thomas Helbig, Geschäftsführer der ISG Barmen-Werth, steht vor der Baustelle im Werth.
    Thomas Helbig, Geschäftsführer der ISG Barmen-Werth

    Wurde der Aspekt Sicherheit in den Planungen berücksichtigt?

    Helbig: An Klimafolgenanpassung, die gehört auch zum Thema, und Sicherheit denken Menschen immer. Manchmal sind die Hände gebunden, es muss in der Realität umsetzbar sein. Konkret heißt das: Wann entsteht Unsicherheit? Wenn es dunkel ist. Das passiert hier nicht. Wir haben schon den Barmer Lichterzauber gemacht, jetzt kommen Lampen-Stelen dazu. Der Werth strahlt gerade in der dunklen Jahreszeit Sicherheit aus.

    Aber auch Sicherheit im Sinne von Gehen und Laufen, dass es keine Stolperkanten gibt. Und der Werth hat sehr viele Ein- und Ausgänge, dass man schnell rauskommt, wenn man sich mal unwohl fühlt.

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    Welchen Mehrwert versprechen Sie sich von der Umgestaltung?

    Helbig: Dass die Investitionen der öffentlichen Hand auch zu Investitionen der privaten Hand führen werden – dass Menschen sich wohler fühlen. Die Pflasterung des Bodens ist total wichtig und soll dazu führen, dass Menschen sich wohlfühlen und gerne nach Barmen kommen.

    Zur Person

    Thomas Helbig ist Geschäftsführer der ISG Barmen-Werth e.V., der größten gesetzlichen Immobilien-Standort-Gemeinschaft in Nordrhein-Westfalen. Die ISG wurde 2013 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Hauseigentümern, die gemeinsam den Standort Barmen attraktiver gestalten wollen.