Ein Theatermann mit Leib und Seele

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Hagen. Er ist ein Theatermann mit Leib und Seele und ein vielseitiger Künstler dazu: Der Sänger, Schauspieler, Moderator, Autor, Regisseur und Leiter des Kinder- und Jugendtheaters, Werner Hahn, wurde vor 25 Jahren als lyrischer Bariton ans Theater Hagen

Seine Liebe zur Musik entwickelte er in Salzburg: Der gebürtige Österreicher wurde im Alter von 8 Jahren in den Kinderchor der Salzburger Festspiele aufgenommen und war an Opernproduktionen wie "Boris Godunow" und "Carmen" unter der musikalischen Leitung und Regie von Herbert von Karajan beteiligt. Nach seinem Stimmbruch arbeitete er sieben Jahre lang als Platzanweiser bei dem weltberühmten Festival. "Die Gerüche im Theater haben mich fasziniert", so dass es für Hahn nur einen Berufswunsch gab: Sänger. Mit 18 begann er sein Gesangsstudium am Mozarteum in Salzburg bei Susanne Anders, der Ehefrau des weltberühmten Tenors Peter Anders. Vier Jahre später wurde er zunächst in Zürich an das Opernstudio und anschließend an das dortige Opernhaus engagiert.

1982 dann das Festengagement als lyrischer Bariton am Theater Hagen. "Ich bin nur genommen worden, weil das Vorsingen so eine Gaudi war", erinnert sich Hahn, der mit einer Anfangsgage von 2.600 DM brutto an 13 Premieren und 150 Vorstellungen pro Spielzeit beteiligt war. 1995 wurde er für seine Interpretation des Cyrano in der gleichnamigen Oper von Jack Beeson in der Kritikerumfrage der Zeitschrift "Opernwelt" zum Sänger des Jahres gekürt.

In diesen Jahren hatte Hahn keineswegs Ambitionen Regisseur zu werden und mit Jugendlichen zu arbeiten. Dahin wurde er eher sanft gedrängt, und zwar durch den damaligen GMD Gerhard Markson, der ihn bat, die Kinder- und Familienkonzerte zu moderieren. Die entwickelten sich so gut, dass Werner Hahn zu Gastspielen nach Bochum, Recklinghausen und Wuppertal eingeladen wurde und langsam Gefallen an der Profession des Regisseurs und Stückeschreibers fand. Seiner ersten Inszenierung "Mann im Mond" in einer Kooperation zwischen Theater und der Max-Reger-Musikschule folgte "Mozart auf Reisen". Im Jahre 2000 wurde er gebeten, ein eigenständiges Kinder- und Jugendtheater aufzubauen, das im Jahre 2003 - nicht ohne innerbetriebliche Widerstände - zu einer eigenen Spielstätte im Theater, dem Lutz, führte.

Seither ist Hahn sowohl als Sänger wie als Regisseur und Stückeschreiber im Hagener Theater gleichermaßen präsent und hat in seiner achtjährigen Amtszeit als Personalratsvorsitzender in den 90er Jahren die erste große Einsparwelle am Hagener Theater erleben müssen. Auf die Frage, welche Rollen er noch singen möchte, kommt die Antwort schnell: "Wozzeck" und - noch einmal - den Beckmesser in Richard Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg".

Auch in dieser Spielzeit wird Werner Hahn am Theater Hagen wieder in seiner ganzen künstlerischen Spannbreite zu erleben sein: So bei der Eröffnungspremiere in der Oper "Dead Man Walking" als Sänger in der Rolle des Owen Hart, als Regisseur des mehrfach preisgekrönten Stücks "Die Schaukel" und als Regisseur und Autor der Neufassung des Weihnachtsmärchens "Frau Holle".

"Ich bin ein Quantitätssänger", bekennt Werner Hahn und zitiert hierbei den ehemaligen Generalmusikdirektor Michael Halász, der diesen Typus Künstler als die Basis jedes Theaters ansieht.

Ein Vollblut-Theatermann wie Werner Hahn kann nicht anders, als sich seinem Beruf mit Leib und Seele zu verschreiben. Dass er sich zudem mit der gleichen Leidenschaft seit nunmehr 25 Jahren dem (Bürger-)Theater Hagen verschrieben hat und mit seiner Jugendarbeit einen wichtigen sozialen Beitrag in dieser Stadt leistet, verdient Respekt.

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