Um die 20 Minuten? Von wegen: Je länger das Einzelzeitfahren zum Auftakt der Sauerland Rundfahrt 2026 dauerte, je deutlicher wurde: Nur wer den Rundkurs von gut 13 Kilometern in etwa 17 Minuten schafft, hat eine Chance auf den Sieg. Richtig spannend war es ganz am Ende des Rennens, zu dem alle 126 Fahrer im Abstand von einer Minute in Brilon auf die Strecke gegangen waren.
Sauerland Rundfahrt: Zwiehoff siegt und erobert das Führungstrikot
Schließlich war Ben Zwiehoff am schnellsten zurück auf dem Marktplatz – und somit verdrängte der eine Wahl-Sauerländer den anderen aus dem roten Sessel, der für den Führenden auf der Bühne stand. Miguel Heidemann vom Sauerland-Team Rembe | Rad-net hatte seiner Ankündigung, die Etappe gewinnen zu wollen, tatsächlich Taten folgen lassen. Zwiehoff, gebürtiger Essener und jetzt in Menden-Lendringsen wohnhaft, war aber schneller und tauschte bei der Siegerehrung das Trikot seines Teams Red Bull - Bora-Hansgrohe gegen das knallpinke für den Gesamtführenden.
„Erstmal muss ich mich bei unserer Nachwuchsmannschaft bedanken, dass sie mich überhaupt mitgenommen haben“, sagte der 32-Jährige, der eigentlich zum Pro-Tour-Team um Florian Lipowitz gehört. „Da ich jetzt unweit der Strecken wohne, ist der Sieg für mich eine große Ehre.“ Viele Abschnitte der Sauerland Rundfahrt habe er sich vorher angeschaut, „die Strecke des Zeitfahrens natürlich nicht“, verriet der Sieger am Donnerstagabend verschmitzt. „Umso schöner ist, dass ich in meiner Heimat gewinnen konnte. Ich habe mit Vielem gerechnet – damit nicht!“
Ich habe mit Vielem gerechnet – damit nicht!
Ben Zwiehoff (Red Bull – Bora-Hansgrohe), über seinen Sieg im Einzelzeitfahren
Neben ihm auf dem Podium in sattem Grün als Zweiter: Heidemann, Gewinner des Bergtrikots bei der unlängst beendeten Deutschland Tour. „Ich hatte mir viel vorgenommen und es lief super, ich habe alles gegeben und auf der Straße gelassen“, sagte Rembe-Fahrer Heidemann „mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“
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Sprintpunkte werden erst am Freitag vergeben, die Wertungstrikots wurden aber allesamt nach dem Einzelzeitfahren bereits verliehen. So gebührt als Drittem dem Spanier Eñaut Urcaregi Sanz (Lidl-Trek Future Racing) die Ehre, das Bergtrikot mit dem Konterfei des im April 2026 verstorbenen Paul Senske auf der Bergetappe von Brilon nach Siedlinghausen zu tragen (Start um 12 Uhr).
Ordentliche Anstiege
Zu unterschätzen war mit über 300 Höhenmetern aber auch der Zeitfahrkurs über Rixen und Scharfenberg nicht. „Da waren schon drei ordentlich Anstiege drin., an denen du dich ins Koma schießen musstest“, erklärte Jermaine Zemke von Rembe | Rad-net, als er zufrieden das Ziel erreicht hatte.
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„Das war ein anspruchsvoller Kurs, sehr technisch – und für die Spezialisten auch richtig rasant“, erläuterte sein erfahrener Teamkollege Roger Kluge. Tatsächlich erreichten Zwiehoff, Heidemann und Co. Spitzengeschwindigkeiten von etwa 100 km/h. So wurde die veranschlagte Rundenzeit dann auch deutlich unterboten.























































