Wer Michelle Henkies während des Trainings der Volleyballerinnen des RC Sorpesee beobachtet, dem fällt es vielleicht auf den zweiten Blick auf. Durch das Karriereende ihrer langjährigen Mitspielerin und Mannschaftskapitänin Kirsten Prachtel nach der zurückliegenden Saison in der 2. Bundesliga Nord rutschte die Zuspielerin eher unfreiwillig in eine neue Rolle. Henkies ist mit ihren 27 Jahren plötzlich die Alterspräsidentin des Zweitligisten – und sie ist sogar älter als der neue Trainer des RCS. Droht damit ein Problem?
Sorpesee: Neuer Trainer 23 Jahre jung
Die Antwort ist eindeutig: Nein. Obwohl Tom Barthel, der in diesem Sommer das Amt des Cheftrainers von seinem Vater Martin übernahm, gut vier Jahre jünger als Henkies ist. Der 23-Jährige dürfte damit einer der jüngsten, wenn nicht sogar der jüngste „Chef“ an der Seitenlinie in der 2. Bundesliga Nord sein. Neuland betritt Barthel allerdings nicht.
„Ich spiele Volleyball seitdem ich sieben Jahre alt bin, habe davor aber auch schon häufig meine Eltern in viele Hallen begleitet“, erzählte der Physiotherapeut, der sich selbst als „begeistert vom Volleyballsport“ bezeichnete. „Ich habe vier Jahre lang spielerische Erfahrungen in der 3. Liga sammeln können und über den engen Kontakt im RCS habe ich früh Einblicke bekommen, wie ein Training in der 2. Liga aussieht und abläuft“, ergänzte er.

Barthels größtes Plus aber ist: Nachdem sein Vater Martin auf Grund des überraschenden Rücktritts des langjährigen Erfolgstrainers Julian Schallow im Februar 2025 vom Co-Trainer zum Hauptverantwortlichen wurde, war Barthel Junior bereits als Physiotherapeut bei der Mannschaft. In der vergangenen Spielzeit wurde er schließlich Co-Trainer seines Vaters. „Besonders in dem Jahr konnte ich viel von meinem Papa lernen und habe dadurch das Team auch besser kennengelernt“, sagte Tom Barthel.
Außerdem ist der Austausch mit meinem Vater ja weiterhin da, so wie er es in den vergangenen Jahren auch immer war.
Tom Barthel, , Cheftrainer des RC Sorpesee
Weil er das eine oder andere Training bereits selbst leitete, wissen Mannschaft und neuer Cheftrainer, was sie an einander haben. „Außerdem ist der Austausch mit meinem Vater ja weiterhin da, so wie er es in den vergangenen Jahren auch immer war. Wir fachsimpeln natürlich ab und zu über den Volleyballsport und nehmen daraus positive Gedanken mit“, erklärte Barthel.
Sorpesee: So jung ist die Mannschaft
Dass ältere Spielerinnen den „Jungspund“ nicht ernst nehmen könnten, gilt beim RCS deshalb als ausgeschlossen. „Der Umgang mit den älteren Spielerinnen ist sehr gut“, erzählte Tom Barthel, der darüber hinaus von den erfahrenen Co-Trainern Dominik Horst und Linus Tepe unterstützt wird. Außerdem: Durch das Karriereende von Kirsten Prachtel sowie den Abschied von Antonia Brenscheidt, die ihr Lehramtsstudium forciert, schrumpfte die Fraktion der älteren Spielerinnen auf Henkies, Bonnie Bastert (25) und Victoria Vornweg (24) zusammen. Leonie Hümmeke ist etwa ein halbes Jahr jünger als Tom Barthel.
Die Gegner des RCS
2. Bundesliga Nord, Saisonstart am 19. September: BBSC Berlin, BSV Ostbevern, FC 47 Leschede, Grün-Weiß Eimsbüttel, RC Sorpesee, SC Potsdam, Schweriner SC II (Sonderspielrecht), SSF Bonn, Team 48 Hildesheim, TUSA City Girls Düsseldorf, TV Hörde, USC Münster II, VCO Münster (Sonderspielrecht), VC Osnabrück.
Der Rest der Mannschaft speist sich aus Spielerinnen der Jahrgänge 2008 und jünger wie Pauline Emig oder Lena Barthel – die übrigens die kleine Schwester des neuen Cheftrainers ist. „Stand jetzt gibt es keine Zugänge und auch keine weiteren Abgänge neben Kirsten Prachtel und Antonia Brenscheidt“, erklärte Tom Barthel. Seine Motivation, die durchaus herausfordernde Aufgabe beim RCS zu übernehmen, beschrieb er so: „Mich reizen das Niveau der Spielleistung, sich auf der Bundesliga-Ebene zu bewegen sowie gezielte Gedanken zum Thema der Leistungsentwicklung auf dem Niveau zu machen.“
Knappe Niederlage für RC Sorpesee: Die besten Bilder vom Volleyball-Krimi
Vorerst werden in der Vorbereitung auf die im September beginnende Saison per Athletikplan die Grundlagen gelegt. „Wir verbinden Ausdauerelemente mit Schnelligkeitsaspekten, welche wir super an unserem schönen Sorpesee durchführen können. Dazu stehen wir mit den Damen auch regelmäßig im Kraftraum, um an den körperlichen Voraussetzungen zu arbeiten“, sagte Tom Barthel. „Natürlich geht es für uns auch in die Halle, wo wir die ersten Ballkontakte sammeln werden und das Spielsystem wieder aufbauen“, ergänzte er.
Mehr Sauerlandsport? Folgen Sie dem HSK-Lokalsport in den Sozialen Medien und im Netz:
- Folgen Sie uns auf Facebook: Westfalenpost Sauerlandsport
- Live und nah dran auf Instagram: @sauerlandsport
- Das tägliche Update per Mail: Newsletter Lokalsport HSK
- Der Kult-Podcast zur Fußball-Bezirksliga 4: „Bundesliga des Sauerlandes“
- Alle Artikel im Netz: wp.de/sauerlandsport
Über Vorbereitungsturniere werde vor und nach der Wettkampf-Modus wieder vorbereitet. Wer dort und bei Testspielen das Amt der Mannschaftskapitänin, das Kirsten Prachtel inne hatte, einnimmt? Vielleicht wartet die nächste neue Rolle auf Michelle Henkies...
Die RCS-Spiele der Hinrunde
Samstag, 19. September, 18 Uhr: BBSC Berlin - RC Sorpesee
Samstag, 26. September, 18.30 Uhr: RC Sorpesee - TUSA City Girls Düsseldorf
Samstag, 3. Oktober, 18.30 Uhr: RC Sorpesee - BSV Ostbevern
Samstag, 17. Oktober, 20 Uhr: FC 47 Leschede - RC Sorpesee
Sonntag, 1. November, 18 Uhr: RC Sorpesee - VC Osnabrück
Samstag, 14. November, 15.30 Uhr: Schweriner SC II - RC Sorpesee
Sonntag, 15. November, 16 Uhr: GW Eimsbüttel - RC Sorpesee
Samstag, 21. November, 16 Uhr: VCO Münster - RC Sorpesee
Sonntag, 29. November, 16 Uhr: SSF Bonn - RC Sorpesee
Samstag, 5. Dezember, 18.30 Uhr: RC Sorpesee - TV Hörde
Samstag, 12. Dezember, 18.30 Uhr: RC Sorpesee - USC Münster II
Sonntag, 20. Dezember, 16 Uhr: Team 48 Hildesheim - RC Sorpesee
Sonntag, 10. Januar 2027, 16 Uhr: RC Sorpesee - SC Potsdam




























