Das letzte Hindernis des Parcours lag nur wenige Galoppsprünge hinter Anna-Maria Gründler, da ließ sie die Zügel aus den Händen gleiten, lachte und fiel ihrer Stute Frieda S5 im Sattel sitzend dankbar um den Hals. Selbst die lauter werdende Musik, die aus den Boxen schallte, konnte den aufbrausenden Applaus der Zuschauer, die dicht gedrängt rund um den Springplatz standen oder auf den vollbesetzten Tribünen saßen, nicht übertönen. Der nächste Höhepunkt aus Sicht des bei den Hellefelder Reitsport Classics gastgebenden RV Hellefeld war schließlich perfekt.
Hellefeld: Tempo entscheidet Stechen
Gründler und Frieda S5 schafften es ins Stechen der Springprüfung Klasse S*** und schlossen die Prüfung auf Grund eines Abwurfs auf dem vierten Platz ab. Um den Sieg duellierten sich Sebastian Holtgräve-Osthues (RV Graf Sporck Delbrück) auf Con Caneau und Fabienne Graefe (RG Ober-Castrop) auf Cinsey 3, die als einzige Paare im Stechen fehlerfrei blieben. Letztendlich gewann Holtgräve-Osthues, weil er in 38,57 Sekunden deutlich mehr Tempo machte als Graefe (40,56 Sekunden).
Das Duo des RV Hellefeld benötigte 41,21 Sekunden für den Parcours des Stechens und freute sich zum Abschluss des Heim-Turniers über eine weitere Top-Platzierung, nachdem eine Premiere tags zuvor die Stimmung in Richtung Siedepunkt trieb. In der Springprüfung Klasse S** mit Siegerrunde gelang Gründler auf Frieda S5 ausgerechnet dort, wo sie jeden Zentimeter der Reitanlage kennt, ihr erster Sieg auf diesem Niveau.
Hellefelder Reitsport Classics: 73 emotionale Bilder von Jung und – „Älter“
„Ich habe bis zum Schluss zittern müssen“, sagte sie erleichtert lächelnd nach der Siegerehrung mit anschließender Ehrenrunde. Denn im Stechen am Samstag mussten Gründler und Frieda S5 ziemlich in der Mitte der insgesamt sieben Paare in den Parcours. „Wir kommen in diesen Prüfungen ja gerade erst an und sind noch nicht die Schnellsten“, erzählte die Reiterin zurückhaltend.
Hellefeld: Doppelter Triumph
Fehlerfrei war das Duo in 43,19 Sekunden allerdings sieben Hundertstelsekunden schneller als Sarah Nagel-Tornau (LRV Attendorn-Repetal) und Balisto 43. Damit durfte Hellefeld am Samstag einen Doppel-Triumph feiern, da Nagel-Tornau seit langem im Sunderner Ortsteil beheimatet ist.
Auch interessant
„Vor eigenem Publikum so einen Sieg zu schaffen, ist natürlich doppelt schön“, erzählte Gründler, deren Pferde auf der Anlage des RV Hellefeld stehen. Seit fünf Jahren gehört Frieda S5 dazu. „Wir haben sie sechsjährig gekauft und dann ausgebildet“, sagte Gründler. In den vergangenen Jahren näherte sich das Duo den Hindernishöhen 1,45 Meter und 1,50 Meter an und erreichte die eine oder andere Platzierung. „Das Motto ist teilweise immer noch: Probieren und riskieren“, erzählte Gründler.
Mehr Sauerlandsport? Folgen Sie dem HSK-Lokalsport in den Sozialen Medien und im Netz:
- Folgen Sie uns auf Facebook: Westfalenpost Sauerlandsport
- Live und nah dran auf Instagram: @sauerlandsport
- Das tägliche Update per Mail: Newsletter Lokalsport HSK
- Der Kult-Podcast zur Fußball-Bezirksliga 4: „Bundesliga des Sauerlandes“
- Alle Artikel im Netz: wp.de/sauerlandsport
Mit jedem erfolgreichen Start wächst aber das Vertrauen der einstigen Westfalenmeisterin in das Können ihrer Stute und verbessert sich das Zusammenspiel. Vor Jahresfrist gelang zum ersten Mal die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft der Springreiterinnen im Rahmen des Longines Balve Optimum. In wenigen Tagen (3. bis 7. Juni) treten Gründler und Frieda S5 dort erneut an. „Klar erhofft man sich dort auch eine gute Platzierung“, sagte sie, „aber ich bin ja als Amateur dort, ich reite ja nur nebenbei.“ Das allerdings – sehr erfolgreich.












































































