Dieses Areal ist einer der Sehnsuchtsorte vieler Reiter. Das gilt mit Abstrichen auch für die Reitanlage im Schatten von Schloss Wocklum, auf der jährlich im Rahmen des Longines Balve Optimum die Deutschen Meisterschaften ausgetragen werden. Aber: Das CHIO-Gelände in der Aachener Soers aktiv im Sattel zu erleben – dieser Traum geht für die wenigsten in Erfüllung. Für eine junge Dressurreiterin aus dem Sauerland ist er jetzt allerdings zum Greifen nahe.
Sprungbrett in den Weltcup
„Man benötigt für ihn schon eine Bedienungsanleitung“, sagte Sophia Gerlach vor einiger Zeit über ihr Pferd Amaru F. Doch die 23-Jährige, deren Familie den zwölfjährigen Wallach selbst zog und ausbildete, scheint diese sehr gut verinnerlicht zu haben. Auf dem Weg in die nationale Spitze machten Gerlach und Amaru F nämlich den nächsten Schritt und wurden für den Piaff-Förderpreis nominiert. Diese Serie gilt als Sprungbrett vom U25- in den großen Dressursport. Vorjahressieger Moritz Treffinger etwa fliegt in seiner ersten Weltcup-Saison im April direkt zum Finale nach Texas.
„Es ist ein Traum, der wahr geworden ist“, sagte Gerlach über ihre Nominierung zum Piaff-Förderpreis und ergänzte: „Die Quali ist sehr gut gelaufen, wir haben uns total gefreut.“ 21 Paare aus Deutschland hatten sich für den Sichtungslehrgang in Warendorf auf dem Gelände der Deutschen Reiterlichen Vereinigung empfohlen.
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Das für den RFV Brilon startende Duo bestach in der Dressurprüfung Klasse S*** U25-Grand Prix derart, dass die international erfahrenen und bekannten Richter Katrina Wüst, Dr. Evi Eisenhardt und Sven Günter Rotenberger den Auftritt mit 70.078 Prozent belohnten. Das war die drittbeste Wertung. Lucie-Anouk Baumgürtel vom RFV Amelsbüren gewann die Prüfung mit 71.008 Prozent.
Bislang ist der Plan, alle Stationen zu reiten.
Sophia Gerlach,, RFV Brilon
13 Paare sicherten sich ihren Platz beim Piaff-Förderpreis letztendlich über das Auswahlturnier. Hinzu kommen die U25-Reiter, die bereits mit ihren Pferden im Perspektivkader perspektivisch aufgeführt sind. Insgesamt sind 19 Paare für den Piaff-Förderpreis nominiert.
Eine prominente Trainerin
Trainiert wird Sophia Gerlach übrigens von Katharina Hemmer aus Erwitte. 2024 war sie Reservistin für das Olympia-Team. 2025 gewann sie bei den Deutschen Meisterschaften in Balve im Grand Prix Special mit Denoix PCH die Bronzemedaille und wurde mit Denoix PCH für die Europameisterschaft nominiert. Gemeinsam mit Isabell Werth, Frederic Wandres und Ingrid Klimke holte sich Hemmer die Team-Goldmedaille. Im Grand Prix Special ritt sie ihre persönliche Bestleistung und verpasste mit Platz vier nur knapp eine Medaille.
Benannt wurde dieser nach dem berühmten Dressurpferd Piaff von Olympiasiegerin Liselott Schindling-Rheinberger, besser bekannt unter dem Namen Linsenhoff. Die Liselott Schindling-Stiftung zur Förderung des Dressurreitsports ist es auch, die diese Serie ermöglicht. Wo dem Sport früher viele gute Nachwuchstalente verloren gingen, entweder weil sie den Sprung zum Grand Prix verpassten, die „große“ Konkurrenz scheuten oder einfach, weil die Berufsausbildung Vorrang hatte, ist heute – dank des Piaff-Förderpreises – eine eigene Szene entstanden.

Eine Szene junger Grand-Prix-Reiter, die die Chance nutzen, sich langsam mit den höchsten Anforderungen des Dressurreitens vertraut zu machen, ohne dabei gleich gegen Profis und aktuelle Topreiter antreten zu müssen. Zu dieser Szene gehört nun auch die aus Marsberg-Giershagen stammende Sophia Gerlach. Vier Stationen umfasst die Nachwuchsserie, bevor das Finale ansteht.
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Konkret sind das Mannheim (29. April bis 5. Mai), Balve (4. bis 7. Juni, DM U25, mit Kür), Elmlohe (30. Juli bis 2. August) und Anakenenhof, Pinneberg (4. bis 6. September). „Man muss bei drei Stationen starten, um das Finale reiten zu dürfen. Aber bislang ist der Plan, alle Stationen zu reiten“, sagte Gerlach. Das Finale – das steigt vom 2. bis 6. Dezember im Rahmen der Aachen Youngstars auf dem, nicht nur nach eigener Aussage, berühmtesten Turniergelände der Welt.




