„Ich durfte nochmal einen halben Tag lang Trainer sein“, sagte Christopher Braun – und lachte. Allerdings war dem Leiter der Außenstelle Winterberg des Olympiastützpunktes Dortmund in diesem heiklen Moment gar nicht zum Lachen zu Mute. Denn in dem Bob, der in der Veltins-EisArena fast kopfüber durch den Eiskanal rutschte, saß eine zweifache Olympiasiegerin. „Das war ein klassischer Anfängerfehler“, kommentierte Braun den Sturz – nach der Entwarnung.
Winterberg: Levi probiert sich aus
Deborah Levi war die Pilotin an den Lenkseilen des Monobobs, mit dem in Winterberg sonst junge Talente die ersten Fahrten durch den Eiskanal bestreiten. Vor kurzem gewann die 28-Jährige vom SC Potsdam als Anschieberin mit ihrer Pilotin Laura Nolte vom BSC Winterberg bei den Olympischen Winterspielen in Italien, wie vier Jahre zuvor in China, die Goldmedaille im Zweierbob. „Debbi wollte bereits nach den Winterspielen 2022 mal selbst fahren“, sagte Christopher Braun, „aber es ergab sich keine Gelegenheit.“
Nun nutzten Nolte und Levi eine ohnehin geplante Stippvisite im Hochsauerland, um den Wunsch in die Tat umzusetzen. Stützpunkttrainer Andreas Neagu und Christopher Braun wiesen Levi in die Rolle der Pilotin ein – wie sie es vor Jahren mit der jungen Laura Nolte, die dieses Mal die Zuschauerrolle einnahm, machten. „Es bringt jeden Anschieber enorm weiter, mal selbst einen Bob gefahren zu sein. Du kannst deiner Pilotin ein ganz anderes Feedback geben und verstehst deren Äußerungen viel besser“, sagte Braun.
Denn eins war von vornherein klar: Umschulen von der Anschieberin zur Pilotin will Deborah Levi nicht. Diesen Weg ging zum Beispiel Lisa Buckwitz, nachdem sie als Anschieberin mit Pilotin Mariama Jamanka bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea die Goldmedaille gewann. Nach ihrem zweiten Gold-Triumph sagten Nolte und Levi in Italien allerdings unisono über ihre gemeinsame Bob-Zukunft: „Wir wollten 2026 eigentlich aufhören. Ich glaube, das haben wir uns beide so ein bisschen anders überlegt. Es macht einfach nur super viel Spaß.“
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Und Spaß – machte allen am Ende auch Levis Testfahrt als Pilotin in Winterberg. „Im ersten Lauf hatte sie einen klassischen Anfängerfehler im Labyrinth, das in Winterberg sehr schwierig zu fahren ist. Im zweiten Lauf ist sie makellos durchgekommen. Das war richtig gut und hat ihr sowie uns sehr viel Spaß gemacht“, sagte Christopher Braun.



