„Ausgerechnet jetzt bieten wir unsere schlechteste Saisonleistung“, war Henning Becker, Coach des Handball-Verbandsligisten SG Ruhrtal, ziemlich angefressen, denn im Spitzenspiel beim Tabellenführer RSV Altenbögge/Bönen traten die Oeventroper keineswegs wie ein Herausforderer auf und kassierten mit 20:27 (10:18) eine deftige Niederlage, die schon nach der halben Spielzeit besiegelt war.

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Dabei hatte die SGR einen durchaus vielversprechenden Start erwischt, weil Aaron Humpert gleich auf Betriebstemperatur war und im Alleingang die 3:1-Führung besorgte. Nach dem 4:2 durch Lukas Struwe stockte der Angriffsmotor aber gewaltig. Immer wieder blieben die Gäste an der beweglichen RSV-Deckung hängen, die weiteren Torerfolge bis zum Seitenwechsel waren fast an einer Hand abzuzählen.

SGR verliert nach starkem Start den Faden im Angriffsspiel

Hinzu kam, dass auch die Abwehr, das sonstige Prunkstück der Ruhrtaler, ungewohnte Lücken offenbarte, so dass die RSV-Asse Gregor Stefek (6), Max Rickenhaus und Levin Lauenstein (je 5) immer wieder zu erfolgreichen Abschlüssen kamen.

Über 10:6 (21.) zogen die Hausherren weiter davon, sorgten mit einem 3:0-Lauf kurz vor der Pause schon für hängende Köpfe bei den Gästen, die ja wie befürchtet neben den Weber-Zwillingen, David Bauerdick und Matthias Storm auch auf Linksaußen Yannick Mähl verzichten mussten. Seine permanenten Rückenbeschwerden zwingen ihn zu einer längeren Pause.

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Die passte ins Negativbild, dass Rechtsaußen Justus Klauke beim Einwerfen umgeknickt war. Becker standen also gerade mal neun Feldspieler inklusive des ja nur in der Abwehr einsetzbaren Ludwig Schwefer zur Verfügung. Das schränkte die Auswechselung formschwacher Akteure wie den diesmal indisponierten Spielmacher Phillipp Mähl stark ein.

Becker fordert Steigerung

Von daher konnte es in Abschnitt zwei nur noch um Schadensbegrenzung gehen. Immerhin raffte sich die SGR zu einer nun konzentrierteren Defensivarbeit auf, die Verkürzung auf 14:20 war aber nur eine Momentaufnahme, weil danach drei Gegentore am Stück folgten. Louis Klute sorgte mit zwei Gegenstoßtoren immerhin dafür, dass der Rückstand nach zweistellig wurde. Und weil in der Schlussphase nach Mähl auch Torhüter Henrik Basler ins verwaiste Altenbögger Gehäuse traf, ging der zweite Abschnitt sogar an die SGR. Das konnte die Laune von Becker („Nächsten Samstag gegen die Dragons-Reserve müssen wir uns gewaltig steigern“) aber nicht mehr anheben.

SGR: Basler (1), Malik; Humpert (5), Struwe (5), Schmidt (4), Klute (2), P. Mähl (1), Pilz (1), Schulte (1), Röttger, Schwefer.