Zusammenfassung
- Der TV Arnsberg verliert das Bezirksliga-Topspiel gegen den VfS Warstein mit 33:42 und hat nur noch minimale Chancen auf den Meistertitel.
- Warstein zeigte sich eingespielt und effizient, während Arnsberg vor allem in der zweiten Hälfte zu viele Fehler machte und wichtige Spieler fehlten.
- Die Stimmung beim TVA blieb trotz der Niederlage positiv, und beide Teams machten mit ihrer offensiven Spielweise beste Werbung für den Handball.
Wie im Hinspiel 33 Tore geworfen und doch wieder glatt verloren: Die Handballer des TV Arnsberg mussten sich im Gipfeltreffen der Bezirksliga Mitte dem Spitzenreiter VfS Warstein mit 33:42 (16:21) beugen und haben bei jetzt fünf Punkten Rückstand nur noch theoretische Chancen, dem Lokalrivalen den Titel streitig zu machen. Die Enttäuschung im TVA-Lager hielt sich allerdings in Grenzen: „Natürlich haben wir uns die Revanche vorgenommen, wollten zumindest ein enges Match hinlegen; aber um Warstein zu bezwingen, muss schon alles passen. Die sind zwar im Schnitt jünger, aber trotzdem eingespielter und cleverer als wir“, resümierte Chefcoach Jan Klute.
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Im Gegensatz zu den ersten Matches in diesem Jahr konnte der VfS bis auf Youngster Max Bornemann seine Bestbesetzung aufbieten und trat in der schon eine Stunde vor Spielbeginn proppenvollen Rundturnhalle extrem selbstbewusst auf. Die Arnsberger mussten hingegen auf Phil Klömich und Jannis Tiemann verzichten, die rechte Angriffsseite war somit nicht unerheblich geschwächt, auch wenn Routinier David Capristo mit viel Engagement aushalf.
Die sind zwar im Schnitt jünger, aber trotzdem eingespielter und cleverer als wir.
TVA-Trainer Jan Klute, über den VfS Warstein
Das Duell der mit Abstand besten Angriffsteams erfüllte in puncto Tempo und Abschlusshäufigkeit voll die Erwartungen, allerdings traf zunächst nur der Gast im Minutentakt, verschaffte sich zum 7:3 (7.) erstmals ein Polster. Dem Vier-Tore-Rückstand lief der TVA bis zum 5:9 hinterher, weil er zu häufig an den guten Reaktionen von Gästekeeper Hannes Stollberg scheiterte. „Er hat in Halbzeit eins den Unterschied gemacht“, befand Klute. Tatsächlich wehrte Stollberg fünf schwere Würfe mehr ab als sein Gegenüber Lukas Wennmann - und genau dieser Rückstand stand zum Seitenwechsel auf der Anzeigentafel.
Handball-Bezirksliga: Duell der besten Angriffsteams
Dabei hatte sich der TVA zwischenzeitlich gefangen, profitierte von einigen Abspielfehlern des Tabellenführers und glich nach 20 Minuten durch Alex Blanke (Siebenmeter) zum 12:12 aus. Den Vorteil einer weiteren VfS-Zeitstrafe konnte Arnsberg aber erneut nicht nutzen, kassierte vielmehr drei Treffer in Überzahl zum 13:15. Noch bitterer war die Schlussphase von Abschnitt eins, denn nach dem 16:18 durch Felix Stratenschulte, der am Samstag ungewohnt oft scheiterte und den Linksaußen-Vergleich mit Warsteins Florian Hoeck (4 zu 8 Tore) deutlich verlor, traf der Gast dreimal in Serie und ging mit einem guten Gefühl in die Kabine.
Die Statistik
Spielfilm: 1:3 (2.), 3:6 (6.), 7:9 (13.), 10:11 (19.).12:12 (20.), 16:18 (28.), 16:21 (HZ), 17:24 (35.), 24:30 (41.), 28:32 (49.), 28:35 (52.), 30:35 (53.), 31:38 (57.).
TVA: Wennmann, Drees; Schopper (6), Geyer (5), Assmann (5), Blanke (5/4), Stratenschulte (4), F. Rüther (4), Capristo (2), Erpelding (1), Hesse (1), L. Rüther.
VfS: Stollberg (Göke); Schröder (10), Hoeck (8), Krischer (7), Goldbach (7/1), Schmidt (4), Kraus (3), J. Rüther (1), Mir (1), Luca (1), M. Rüther.
Schiedsrichter: Phillip Dammers/Jannes Görler (Villigst-Ergste). Zeitstrafen: TVA 4, VfS 4. Siebenmeter: TVA 4/4, VfS 4/1. Zuschauer: 500.
Tatsächlich sollte sich die Hoffnung der Arnsberger Fans auf eine spannende zweite Hälfte nicht erfüllen, denn Warstein zog gleich mal auf sieben Tore weg (17:24) und leistete sich keine längere Durststrecke mehr. Insbesondere der bullige Halbrechte Philip Schröder (10) konnte sich immer wieder in Szene setzen. „Wir haben zu spät und dann noch ungeschickt angepackt“, haderte Arnsbergs Co-Trainer Ingo Willeke.

Tatsächlich drehte sich das Zeitstrafenverhältnis, gab es in Abschnitt zwei nur noch Hinausstellungen für den TVA, was die Aufholjagd deutlich erschwerte. Nils Schopper krönte seine starke Vorstellung zwar mit einem Doppelschlag in Unterzahl zum 30:35, doch die Schützlinge von Zoran Kaseric antworteten rasch durch den spät eingewechselten Simon Kraus, der zum 31:38 doppelt traf.
Zwei Busse aus Warstein
So kam es wie im Hinspiel: Die mit zwei Bussen angereisten VfS-Fans erhoben sich in den letzten zwei Minuten applaudierend von den Spitzen, durften das 40. Tor und noch zwei weitere mehr bejubeln und ihren Lieblingen beim Herumhüpfen mit „Derbysieger, Derbysieger“-Gesang zuschauen. Der TVA übernahm die Rolle des sportlich fairen Verlierers, durfte sich zumindest über eine Saison-Rekordeinnahme freuen. Klutes Fazit („Es war ein geiles Match und beste Werbung für unseren Sport“) traf jedenfalls voll ins Schwarze.





