Jonas Müller lächelte, das war zu erkennen, als der Österreicher auf seinem Schlitten sitzend das Ziel in Winterberg erreichte. Aber er wedelte zudem mit der rechten Hand und zeigte damit an: Sein Sieg beim Rennrodel-Weltcup in der Veltins-EisArena war keine Selbstverständlichkeit, obwohl die Führung nach dem ersten Lauf deutlich ausgefallen war. Doch bei trockener, klirrender Kälte hatte einer im zweiten Lauf eine Angriffsfahrt hingelegt, der in der aktuellen olympischen Saison seinen x-ten Frühling erlebt.
Winterberg: Duell Deutschland vs. Österreich
Felix Loch, der deutsche Rodel-Star aus Berchtesgaden, jubelte nach Müllers Zielankunft über den zweiten Platz (+0.105 Sekunde) vor Nico Gleirscher (+0.117) und Wolfgang Kindl (+0.285). Hinter den beiden Österreichern belegte Max Langenhan Rang fünf (+0.347). „Im ersten Lauf hatte ich leider zu viele Fehler. Vor dem zweiten habe ich das Setup des Schlittens etwas geändert, das hat mich nach vorne gebracht“, sagte Loch, der darüber hinaus wenig Fehler machte und mit der schnellsten Laufzeit brillierte.
Zum Saisonauftakt im Dezember hatte der 36-Jährige, der bereits drei goldene Olympia-Medaillen sein Eigen nennt, in Winterberg seinen 52. Weltcupsieg in einem Einzelrennen gefeiert und eine lange Sieglos-Serie beendet. Zuletzt hatte er zuvor im Februar 2024 in Sigulda ein Einzelrennen gewonnen.
Winterberg: Loch verschenkt Gelbes Leibchen
Und seit Dezember 2025 – läuft es beim Altmeister des Rennrodelns. Die Weltcupsiege 53 und 54 im Einsitzer fügte er in Lake Placid und Sigulda seiner sportlichen Vita hinzu. Mit Rang zwei in Winterberg verteidigte Loch die Führung im Gesamtweltcup vor Jonas Müller. Das Gelbe Leibchen, mit dem er das Rennen an der Kappe bestritt, verschenkte er anschließend an einen kleinen Fan, der sein Glück kaum fassen konnte.
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„Der zweite Lauf war insgesamt richtig gut. Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz“, sagte Loch. „Es passt einfach alles momentan. Ich fühle mich wohl auf dem Schlitten und hoffe, den Flow bis nach Cortina mitnehmen zu können“, ergänzte er. Dort, in Cortina d‘Ampezzo strebt er bei den Olympischen Winterspielen (6. bis 22. Februar) seine vierte Olympia-Medaille an und möchte nach dem Patzer im finalen Lauf 2018 in Südkorea (er wurde Fünfter) und Rang vier bei den Winterspielen 2022 in China eine offene Rechnung mit Olympia begleichen.
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„Das Ziel ist ganz klar eine Medaille. Ob es eine wird, oder welche, sehen wir dann. Man hat ja auch heute gesehen, wie eng alles beieinander ist. Aber ich war schon lange nicht mehr so gut unterwegs wie jetzt über längere Zeit“, erzählte Felix Loch in Winterberg. Im Gegensatz zu vorherigen Rennen der Rennrodler präsentierte sich das Wetter im Hochsauerland vor allem zum zweiten Lauf übrigens wie im Winter-Bilderbuch. „Wir haben wirklich Glück gehabt“, sagte Loch. „Obwohl es zum Training schon eine große Umstellung war und es im ersten Lauf galt, die Arschbacken zusammenzukneifen“, ergänzte er grinsend.
Winterberg: Ex-Cheftrainer zurück an der Bahn
Ein Faktor in Lochs Glücksformel dürfte auch sein Vater Norbert sein. Nach seinem Rücktritt als Chef-Bundestrainer ist der 63-Jährige offiziell Leiter des Bundesstützpunktes für Bob, Skeleton und Rennrodeln in Berchtesgaden, seit dieser Saison aber wieder beim deutschen Weltcup-Team – als Bahntrainer. Was im ersten Moment kurios klingt, soll dem großen Ganzen dienen.
Mir gibt es natürlich eine gewisse zusätzliche Sicherheit. Er weiß, wie ich rodele. Er weiß, wann ich mich wohlfühle. Und er weiß, welche Infos ich brauche. Aber am Ende profitiert das gesamte Team.
Felix Loch über Norbert Lochs Rückkehr
„Wir haben im vergangenen Jahr gemerkt, dass wir – ich will nicht sagen gestrauchelt sind, so war es ja nicht. Aber wir haben gemerkt, dass uns die eine oder andere Expertise an der Bahn abgegangen ist“, sagte Felix Loch. Und deshalb sei zum Ende der vorherigen Saison bereits die Rückkehr Norbert Lochs in das Team des neuen Cheftrainer Patric Leitner zum Olympia-Winter beschlossen worden.

„Es bleibt für ihn zu Hause natürlich viel liegen, weil er ja eigentlich einen anderen Job hat. Aber der Verband sieht den Erfolg an erster Stelle. Mir gibt es natürlich eine gewisse zusätzliche Sicherheit. Er weiß, wie ich rodele. Er weiß, wann ich mich wohlfühle. Und er weiß, welche Infos ich brauche. Aber am Ende profitiert das gesamte Team“, erklärte Felix Loch.
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Zum Auftakt in Winterberg war Julia Taubitz im Weltcuprennen der Damen ebenfalls auf Platz zwei gefahren – hinter der Österreicherin Hannah Prock.






































































