Der Weltcup-Auftakt in Winterberg misslang Julia Taubitz Anfang Dezember des vergangenen Jahres. Vor dem zweiten Weltcup der Saison in der Veltins-EisArena, bei dem die 29-Jährige an diesem Samstag hinter der Österreicherin Hannah Prock auf Rang zwei raste, sprach die zweifache Weltmeisterin im Damen-Einsitzer vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal über die Erfolgsspur, eine offene Rechnung und die fiese Grippewelle.

Winterberg: Taubitz erlebte Rückschlag

Frau Taubitz, „Das war für den A...“, war Ihr Kommentar im Dezember nach dem Saisonauftakt in Winterberg. Wie groß ist Ihre Zuversicht, dass dieses Mal Ihr so bekanntes Siegerlachen gebraucht wird?

Julia Taubitz: Die Zuversicht, dass ich mit einem Lächeln aus Winterberg wegfahre, ist natürlich da. Ich rodel hier sehr, sehr gerne und habe in Winterberg schon einige Erfolge eingefahren. Aber irgendwo gehört es auch dazu, dass man mal einen Rückschlag auf einer Bahn erlebt. Zum Weltcup-Auftakt war es eindeutig einer. Ich versuche auf jeden Fall, ein besseres Ergebnis einzufahren.

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Wie erklären Sie Ihre Rückkehr in die Erfolgsspur ab dem Weltcup in Lake Placid mit dem Sieg dort und Rang drei zuletzt in Sigulda?

Rückkehr in die Erfolgsspur – ich weiß nicht, ob man das so betiteln kann. Ich bin in den Qualifikationsrennen sehr gut in die Saison gestartet. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich war auch zeitmäßig gut dabei. Dass die ersten zwei Weltcups daneben gingen, ist irgendwie normal. Es gehört dazu, dass man nicht überall Top-Leistungen einfahren kann. Wir sind auch nur Menschen und machen oft Fehler. Es war wichtig, dass ich vor Weihnachten mit dem Erfolg in der Tasche aus Lake Placid weggeflogen bin. Und dass ich in Sigulda trotz Erkältung Rang drei geholt habe, gibt auch Auftrieb.

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Über allem schwebt in dieser Saison Olympia. Wie sehr nagt die offene Rechnung durch Rang sieben bei den Olympischen Winterspielen 2022 in China noch an Ihnen – oder ist sie eher eine zusätzliche Motivation?

Die offene Rechnung, tja. Rang sieben in China ist vorhanden in meinem Leben. Diesen Moment, dieses Erlebnis werde ich nicht rausretuschieren können – das möchte ich auch gar nicht. Ich bin mittlerweile sehr dankbar für diese Erfahrung, weil ich aus ihr sehr viel lernen und mich weiterentwickeln konnte. Wenn man immer nur gewinnt, lernt man auch nichts. (schmunzelt) Man lernt in den Momenten, in denen es nicht so rosig aussieht, in denen man nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll. Daraus zieht man Stärke. Nichtsdestotrotz habe ich immer noch den Traum von einer Olympia-Medaille. Und ich gebe alles dafür, mir diesen zu erfüllen.

Der Zeitplan in Winterberg

Samstag, 10. Januar: 11.50 Uhr Damen Einsitzer 1. Lauf, 13.10 Uhr Damen Einsitzer 2. Lauf; 14.25 Uhr Herren Einsitzer 1. Lauf, 15.50 Uhr Herren Einsitzer 2. Lauf. - Sonntag, 11. Januar: 9.00 Uhr Damen Doppelsitzer 1. Lauf, 9.50 Uhr Damen Doppelsitzer 2. Lauf; 11 Uhr Herren Doppelsitzer 1. Lauf, 12.15 Uhr Herren Doppelsitzer 2. Lauf; 13.50 Uhr Team-Staffel.

Ergebnisse, Damen Einsitzer: 1. Hannah Prock (Österreich) 1:51.885 Minuten, 2. Julia Taubitz (Deutschland, +0.087), 3. Verena Hofer (Italien, +0.365), 4. Lisa Schulte (Österreich, +0.430), 5. Summer Britcher (USA, +0.642), 6. Anna Berreiter (Deutschland, +0.691).

Vor Winterberg erwischte Sie und das Team eine Grippewelle: Wie hat sich die Mannschaft gegenseitig geschützt, oder ist das durch das Miteinander gar nicht möglich?

Diese Grippewelle ist natürlich nicht so schön. Ich glaube, durch die Coronazeit haben wir gelernt, was es für Maßnahmen gibt, damit die Infektionsrate nicht das ganze Team erwischt. Die, die krank sind, tragen zum Beispiel eine Maske. Das mache ich tatsächlich ziemlich gerne, weil ich die anderen ja nicht anstecken möchte. Und man versucht natürlich, Abstand zu halten. Im Endeffekt muss man trotzdem sagen: Wir arbeiten tagtäglich zusammen, dass ein Bakterium oder ein Virus überspringt, ist deshalb nicht komplett zu verhindern. Aber wir versuchen, der Grippewelle die kalte Schulter zu zeigen. (grinst) Außerdem..

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Bitte?

Ich möchte mich bei Lutz Kistenmeier in Zusammenarbeit mit dem Team der Praxis Dr. Nieswand in Winterberg bedanken. Sie haben mich in vier Tagen aufgepäppelt, damit ich überhaupt an den Start gehen kann. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar.