Bei einem Wettbewerb für die aktivste Handball-Familie im Sauerland gäbe es sicher einige Kandidaten. Bekanntestes Beispiel ist die Familie von Andreas Schmidt, dessen vier Söhne in den letzten Jahren allesamt zum Stammpersonal des VfS Warstein gehört haben. „Aber wir sind die Verrücktesten“, meint Damian Bachen, stolzer Vater von vier Mädchen und einem Jungen, die sich allesamt dem Handball verschrieben haben – und deren Vornamen jeweils mit einem „J“ beginnen.
Lesen Sie auch
In Ibbenbüren aufgewachsen, zog Erzieher Bachen mit seiner Frau Astrid, sie ist Förderschullehrerin, nach Freienohl. Der einstige Landesliga-Fußballer entdeckte seine Liebe zum Handball und stieß bei seinem Nachwuchs auf offene Ohren. Zur großen Karriere hat es bei Filius Jannis nicht gereicht, aber der 27-Jährige gehört zu den hoffnungsvollen Nachwuchs-Schiedsrichtern, bildet mit dem Ruhrtaler Carsten Schulte ein Gespann.
Handball statt Fußball: Jannis Bachen startet als Schiedsrichter durch
Die zwei Jahre jüngere Jule Marie Bachen schaffte beim TV Arnsberg den Sprung in die erste Mannschaft und wechselte unter Trainer Tobias Genau zum ASC Dortmund, wo sie Drittliga-Erfahrungen sammelte und aktuell als Linksaußen Stammkraft des Regionalliga-Teams ist. Auch ihre 19-jährige Schwester Jonte, die in Bochum studiert und zudem beim Handball-Verband Westfalen tätig ist, beackert beim ASC die linke Flanke, allerdings in der die Verbandsliga anführenden zweiten Mannschaft. Und natürlich hat sich die 23-jährige Jana ebenfalls dem Handball verschrieben, wurde in Schwerte und Ahlen ausgebildet, ist mittlerweile seit zwei Jahren studienbedingt nach Landau/Pfalz verzogen.
Sie schlängelt sich durch die gegnerischen Abwehrreihen wie Welthandballer Mathias Gidsel.
Damian Bachen, über seine Tochter Jelle
Das Nesthäkchen der Bachens, die 16-jährige Jelle, scheint das größte Talent zu sein, denn sie feierte schon als D-Jugendliche in Ahlen die westfälische Vizemeisterschaft der C-Jugend und wurde zwei Jahre später als „Altjahrgang“ Westfalenmeisterin. „Sie schlängelt sich durch die gegnerischen Abwehrreihen wie Welthandballer Mathias Gidsel“, schwärmt Vater Damian von seiner Jüngsten, die sich in der B-Jugend-Bundesliga als Spielmacherin und Siebenmeter-Schützin einen Namen machte sowie Platz zwei der Torschützenliste belegte.

Prompt folgte Jelles nächster Karrieresprung. Mit der Schulmannschaft des Goethe-Gymnasiums in Dortmund schaffte sie den Sprung in die im Januar steigende Meisterrunde und fiebert schon ihrem ersten internationalen Einsatz entgegen, denn in Nordmazedonien steigt im Frühjahr die WM für Schulmannschaften.
Auch beim BVB durchgesetzt
Fast zwangsläufig kam im Sommer der Wechsel zu nationalen Handball-Marktführer Borussia Dortmund, der eng mit der Goethe-Schule kooperiert und so für eine zeitlich perfekte Abstimmung zwischen Schule und Sport sorgt. Auch beim BVB konnte sich Jelle durchsetzen, gehört zum Stammpersonal des Tabellenzweiten der B-Jugend-Bundesliga Süd, hatte sogar schon Einsätze in der A-Jugend.
Mehr Sauerlandsport? Folgen Sie dem HSK-Lokalsport in den Sozialen Medien und im Netz:
- Folgen Sie uns auf Facebook: Westfalenpost Sauerlandsport
- Live und nah dran auf Instagram: @sauerlandsport
- Das tägliche Update per Mail: Newsletter Lokalsport HSK
- Der Kult-Podcast zur Fußball-Bezirksliga 4: „Bundesliga des Sauerlandes“
- Alle Artikel im Netz: wp.de/sauerlandsport
An Ehrgeiz und Selbstbewusstsein fehlt es Jelle nicht, denn auf die Frage nach ihren persönlichen Zielen sagt sie klipp und klar: „Ich möchte in die Damen-Bundesliga und Nationalspielerin werden.“ Mit Stolz verfolgt Vater Damian, wenn sich seine Jüngste in den schwarz-gelben BVB-Bus setzt: „Ich darf da leider nicht mitfahren.“
Also heißt es, mit dem eigenen Pkw die Spiele von Jelle verfolgen – ohne dabei die älteren Schwestern zu vernachlässigen. „Manchmal wird das zur Tagestour“, schildert Damian Bachen, der heilfroh ist, dass seine Ehefrau das „Team Handball“ voll unterstützt. Für eine Trainertätigkeit – Bachen hat die C-Lizenz – fehlt ihm aktuell die Zeit, „aber es kann durchaus sein, dass ich da wieder einsteige und mich um eine Nachwuchsmannschaft kümmere“, meint der wohl im positiven Sinne wohl verrückteste Handballvater der Region.





