Es geht um viel, sozusagen um den ersten Schritt zur Fahrkarte zu den Olympischen Winterspielen in Italien 2026. Umso nervöser reagieren Wintersportler wie Felix Seibel (BRC Hallenberg) oder Jacqueline Pfeifer (RSG Hochsauerland) auf Planänderungen. Eine solche tritt jetzt aber ein, weil die Bobbahn in Altenberg nicht wie erwartet vereist werden kann. Wo das Problem liegt und wieso in diesem Jahr die Veltins-EisArena in Winterberg aushilft und wichtige Rennen rettet.

Altenberg: Ein technisches Problem

„Leider hat sich in diesem Jahr ein technisches Problem eingeschlichen. In der Kühlleitung zum oberen Bahnabschnitt hat sich ein Fremdkörper verfangen, der leider noch nicht lokalisiert und damit auch noch nicht beseitigt werden konnte. Somit ist die Bahn vorläufig erst ab Juniorenstart nutzbar“, sagte Jens Morgenstern, Geschäftsführer der Wintersport Altenberg (Osterzgebirge) GmbH. Der ehemalige Vorsitzende des BSC Winterberg ergänzte: „Sowohl unsere Kollegen als auch die Fachfirmen arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung des Problems, so dass wir zuversichtlich sind, den Athletinnen und Athleten in Kürze den gesamten Eiskanal zur Verfügung stellen zu können.“

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Der Fremdkörper wurde mittlerweile entdeckt und die Bahn vereist. Die Skeleton-Mannschaft vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) änderte ihre Pläne dennoch. Nach den ersten beiden Selektionsrennen für die noch freien Plätze im Weltcupteam in Lillehammer/Norwegen sollte das dritte in Altenberg und das vierte als Finale in Winterberg ausgetragen werden. Chef-Bundestrainer Christian Baude und Co. reisen ob des Bahndefekts im Erzgebirge direkt ins Hochsauerland. „Bei uns läuft die Eineisung sehr gut“, sagte Stephan Pieper, Geschäftsführer der Veltins-EisArena, vor kurzem.

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Vor drei Jahren sorgte eine defekte Pumpe im Hochsauerland für Verzögerungen, bis vor kurzem war die Veltins-EisArena aber die einzige komplett intakte Bobbahn in Deutschland. Jene am Königssee befindet sich weiterhin im Wiederaufbau, in Altenberg verzögerte sich die Eineisung und in Oberhof steht ein Eiskanal, in dem lediglich gerodelt wird.

Erschwerend kam hinzu, dass wir morgens um 3.30 Uhr aufstehen mussten, weil die Rennen um 6.30 Uhr starteten. 

Felix Seibel, Skeleton-Pilot BRC Hallenberg

Durch die Planänderung könnte sich besonders für Felix Seibel und Jacqueline Pfeifer allerdings ein Heimvorteil auf dem Weg in den Weltcup ergeben. Hannah Neise (BSC Winterberg) hat ihren Platz bereits sicher. „Ich freue mich auf jeden Fall auf meine Heimbahn“, sagte Seibel.

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Felix Seibel (BRC Hallenberg) bereitet sich auf einen Start vor.© BSD | Arvid Kaffke

In Lillehammer siegte bei den Männern in beiden Rennen Felix Keisinger. Lukas Nydegger war an Tag eins auf Rang zwei, Seibel auf Rang drei. Am zweiten Tag wechselten die beiden die Platzierung – Seibel fuhr auf die Zwei, Nydegger auf die Drei. Da Christopher Grotheer und Axel Jungk bereits gesetzt sind, geht es um noch zwei freie Weltcupplätze.

Seibel und Co. müssen nachts aufstehen

„Ich hatte mir auf Grund der Trainingsergebnisse etwas mehr erhofft“, sagte Seibel. „Leider bin ich zwei Tage vor den beiden Rennen krank geworden und konnte am Start nicht mein Optimum abrufen. Erschwerend kam hinzu, dass wir morgens um 3.30 Uhr aufstehen mussten, weil die Rennen um 6.30 Uhr starteten. Aber die Fahrlinien und das Material passen“, ergänzte er.

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Bei den Frauen gewann Jacqueline Pfeifer in Lillehammer das erste Rennen vor Susanne Kreher und Corinna Leipold. Einen Tag später fuhr Kreher nach vorne – vor Pfeifer und Leipold. In Winterberg finalisiert sich der Kampf um zwei freie Plätze bei den Frauen mit den Rennen am 30. und 31. Oktober.