In den sozialen Medien ist es dann und wann üblich, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen. „Wieder ein Jahr vorbei – die Senioren sind immer noch am Start“, schrieben Jacqueline Pfeifer und Axel Jungk deshalb zu einem Foto, welches die Skeleton-Stars auf dem Weg nach Lillehammer zeigt. Doch ihren Sport nehmen die 30-Jährige als Alterspräsidentin und der 34-Jährige als Alterspräsident der deutschen Nationalmannschaft weiterhin sehr ernst. Um topfit in die olympische Saison zu starten, quartierte sich die seit 2023 verheiratete Pfeifer sogar zu Hause aus. „Bei mir haben sich ein paar Sachen geändert“, berichtete sie.

Pfeifer: Qualifikation als erstes Ziel

Fast auf den Tag genau 15 Jahre nach ihrer Premiere bei einem internationalen Rennen beginnt für die aus Brachbach stammende und für die RSG Hochsauerland startende Olympia-Zweite von 2018 eine wegweisende Zeit. An diesem Samstag geht in Lillehammer/Norwegen das erste von insgesamt vier Selektionsrennen über die Bühne, in denen sich Pfeifer einen von noch drei freien Plätze in der deutschen Weltcup-Mannschaft sichern muss.

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Lediglich Hannah Neise vom BSC Winterberg wurde von Chef-Bundestrainer Christian Baude bereits vornominiert. Und nur wer den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) im Weltcup vertritt, kann sich für die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien (6. Februar bis 22. Februar 2026) qualifizieren. Zu den Rennen im Eiskanal von Cortina d‘Ampezzo darf Baude drei Athletinnen schicken.

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Nach 2018 in Südkorea und 2022 in China strebt Pfeifer den dritten Olympia-Start in Folge an. Und dafür – veränderte sie ihr Sommertraining erneut. Bereits nach den mit Rang acht enttäuschend verlaufenen Winterspielen in Peking hatte die Bundespolizistin ihr Umfeld neu aufgestellt und eine Zusammenarbeit mit dem Sportwissenschaftler Dr. Tobias Alt vom Olympiastützpunkt in Dortmund begonnen, um an ihrer Athletik zu arbeiten.

Die ersten Starts auf Eis haben gezeigt, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe und ich auch mit 30 Jahren noch schneller werden kann.

Jacqueline Pfeifer

Denn bei allem fahrerischen Können der Weltmeisterin von 2017, die insgesamt drei Mal den Gesamtweltcup gewann: Am 22. Januar 2021 gelang Pfeifer der bislang letzte Weltcupsieg, wenige Wochen später holte sie mit Silber in Altenberg ihre aktuell letzte WM-Medaille – zuletzt auf einem Weltcuppodest stand sie im Januar 2022 in Winterberg als Zweitplatzierte. Der Grund war und ist bekannt: Die Konkurrenz enteilt Pfeifer am Start.

Friedrich verliert Titel

Der nach dem Weltcup in Winterberg publik gewordene Dopingfall seines Anschiebers Simon Wulff hat für Bob-Ass Francesco Friedrich lange nach Saisonende weitreichende Folgen. Der 35-Jährige wurde beim Zweier-Weltcup in Altenberg nachträglich disqualifiziert und verliert damit Platz eins im Zweierbob-Weltcup sowie im Gesamtweltcup an seinen Dauerrivalen Johannes Lochner aus Berchtesgaden, der nachträglich auch zum Sieger in Altenberg erklärt wurde. In der Viererbob-Wertung ändert sich nichts, weil Friedrichs gesamtes Team nur für das eine Rennen disqualifiziert wurde. „Im Bob-Zirkus sorgt der Fall für Kopfschütteln“, sagte Lochner der Mediengruppe Münchner Merkur/tz. Das Vorgehen des Verbandes sei „nicht nachzuvollziehen“.

Deshalb arbeitet die seit diesem Februar 30-Jährige intensiv an ihrer Athletik und intensivierte die Zusammenarbeit mit Dr. Tobias Alt mehr und mehr. „Das Training mit Tobi funktioniert bei mit sehr gut“, erzählt Pfeifer, die in ihrer Heimat Brachbach am Rande des Siegerlandes fest verwurzelt ist. Um für die Olympia-Saison athletisch noch besser vorbereitet zu sein, traf sie sich nicht nur mit Dr. Alt zu Starteinheiten in Winterberg, sondern jetzt auch zum Athletiktraining in Dortmund.

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„Ich habe viel Zeit in Dortmund verbracht und dann teilweise auch bei Axel und seiner Freundin geschlafen“, sagt Pfeifer. Mit Axel Jungk verbindet sie nach den vielen gemeinsamen Jahren im Weltcup eine echte Freundschaft. Der 34-Jährige zog im vergangenen Sommer aus Dresden in die Heimatstadt seiner Freundin und trainiert seitdem ebenfalls mit Dr. Tobias Alt. „Tobi hat unsere Technik am Start etwas überholt“, erzählt Pfeifer schmunzelnd und ergänzt: „Die ersten Starts auf Eis haben gezeigt, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe und ich auch mit 30 Jahren noch schneller werden kann.“

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Mit diesem Selbstvertrauen geht Pfeifer in diese besondere Saison. Auf die zwei Selektionsrennen in Lillehammer folgt jeweils ein weiteres in Altenberg und Winterberg. „Und nach dem Rennen am 31. Oktober in Winterberg bin ich hoffentlich für den Weltcup qualifiziert“, sagt Pfeifer – Seniorin hin oder her.