Es ist etwa zwei Jahre her, als Felix Seibel „all in“ ging. Nachdem seine Karriere als Skeleton-Pilot international schleppend voran ging, brach der Athlet des BRC Hallenberg seine Zelte im Sauerland und an seinem Studienort Münster ab, um nach Oberhof in Thüringen zu ziehen. Die dortige, prominent besetzte Trainingsgruppe sollte Seibel antreiben und ihn im ersten Schritt seinem Traum vom Start bei der Heim-Weltmeisterschaft in Winterberg näher bringen. In der Ferne lockten damals bereits die Olympischen Winterspiele 2026 in Cortina d‘Ampezzo. Der erste Traum platzte – und der Weg zu Olympia wurde nun, allerdings erwartbar, etwas steiniger.

Winterberg: Seibel verpasst WM knapp

In der ersten Saison nach dem Wechsel des Trainings- und Lebensmittelpunkts schien sich Seibels Mut zur Veränderung auszuzahlen. Bis zur Heim-WM 2024 in der Veltins-EisArena in Winterberg startete er regelmäßig im Weltcup und belegte in Lillehammer/Norwegen sogar einen dritten Platz. Erst ein knapp verlorenes internes Stechen ließ Seibels WM-Traum platzen.

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Umso motivierter ging der Skeleton-Pilot in die Vorbereitung auf die nächste Saison – und erlebte ein Verletzungsfiasko. Bei einem schweren Sturz zog sich Seibel einen Riss an der Bizepssehne zu. Als zudem ein Defekt am Eiskanal der Veltins-EisArena für eine Änderung im Qualifikationsmodus der deutschen Mannschaft sorgte, ging Seibel bei der Vergabe der Weltcup-Tickets leer aus.

Ich werde zum Start der Saison fähig sein, den Schritt in den Weltcup zu machen.

Felix Seibel, Skeleton-Pilot des BRC Hallenberg

Der mittlerweile 28-Jährige startete im Europacup und gewann dort souverän die Gesamtwertung, aber erst jetzt spürt er die Auswirkungen einer Saison ohne Start im Weltcup richtig. Im Gegensatz zu Jacqueline Pfeifer (RSG Hochsauerland) oder der Olympiasiegerin von 2022, Hannah Neise, vom BSC Winterberg, steht Seibel nicht im Olympiakader des Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD). „Ich hätte im Weltcup wie in der vorherigen Saison unter den Top Acht sein müssen“, erklärte er die erwartbare Zurückstufung in den Perspektivkader.

Die Top-Kadersportler

Bob: Olympiakader: Leonie Fiebig (BSC Winterberg), Deborah Levi (SC Potsdam/BSC Winterberg), Kira Lipperheide (TV Gladbeck), Laura Nolte (BSC Winterberg), Neele Schuten (TV Gladbeck), Matthias Sommer (BSC Winterberg). - Perspektivkader: Lena Brunnhübner (TuS Hachenburg/Winterberg), Charlotte Candrix (BSC Winterberg), Leonie Kluwig (SC Potsdam/Winterberg), Lauryn Siebert (BSC Winterberg), Simon Büthe, (BSC Winterberg).

Skeleton: Olympiakader: Jacqueline Pfeifer (RSG Hochsauerland), Hannah Neise (BSC Winterberg). - Perspektivkader: Felix Seibel (BRC Hallenberg).

Rodeln: Olympiakader: Cheyenne Rosenthal (BSC Winterberg).

Allzu schwerwiegend sind die organisatorischen und finanziellen Nachteile allerdings nicht. Und an seiner Zielsetzung für die Saison ändert die Einstufung ebenfalls nichts. „Das Ziel ist natürlich der Wiedereinzug in den Weltcup, und wenn das klappt, die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele“, sagte Seibel.

Aufgeben? Das kommt für Felix Seibel vom BRC Hallenberg nicht in Frage. Sein Olympia-Traum kann noch wahr werden.
Aufgeben? Das kommt für Felix Seibel vom BRC Hallenberg nicht in Frage. Sein Olympia-Traum kann noch wahr werden. © Dietmar Reker | Dietmar Reker

Bislang läuft seine Vorbereitung sehr gut, so dass er pünktlich zu den Qualifikationsrennen um die Weltcupplätze in Form sein dürfte. Diese werden ab Mitte Oktober ausgetragen, da die Weltcupsaison am 21. November auf der Olympiabahn in Cortina d‘Ampezzo starten soll. „Ich werde zum Start der Saison fähig sein, den Schritt in den Weltcup zu machen“, sagte Sportsoldat Seibel optimistisch und ergänzte: „Alles andere hängt dann von mir ab.“

Winterberg: Neise bereits nominiert

Hannah Neise, Skeleton-Pilotin des BSC Winterberg und Olympiasiegerin 2022, plagen diese Sorgen nicht mehr. Ihr Platz im deutschen Weltcup-Team ist bereits sicher, da Chef-Bundestrainer Christian Baude die 25-Jährige schon nominierte. In der vergangenen Saison belegte Neise im Gesamtweltcup den dritten Platz.

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„Die Vorbereitung läuft, denke ich, ganz gut. Ich war Ende Mai verletzt und musste da etwas zurückschrauben, aber jetzt läuft es“, sagte Neise. „Da ich schon gesetzt bin für die Weltcups, ist es für mich während der ersten Wochen im Oktober und November etwas entspannter“, ergänzte sie mit Blick auf die Selektion, die in Lillehammer/Norwegen startet und in Winterberg endet. Mit dem Weltcup-Auftakt beginnt aber auch für sie die Qualifikationsphase für Olympia 2026.