Die Strapazen waren schnell vergessen. Weder der an den Nerven zehrende, ungeplante Saisonverlauf, noch die ärztliche Behandlung nach dem Halbfinale änderten etwas daran: Alexandra Föster, Top-Ruderin des RC Meschede, belegte im ersten A-Finale ihrer Karriere bei einer Weltmeisterschaft den fünften Platz – und freute sich darüber enorm. Denn diese Premiere ist a) für den Deutschen Ruderverband (DRV) ein historisches Ergebnis und b) für die Sauerländer zukunftweisend.

Föster ohne Medaillenchance

Im Kampf um Gold gab es eine große Überraschung. Die Irin Fiona Murtagh brachte der Britin Lauren Henry ausgerechnet im WM-Finale die erste Niederlage dieser Saison bei. Murtagh (7:12,27 Minuten) lag von Beginn an in Führung und rettete einen Vorsprung von drei Hundertstelsekunden auf Henry (7:12,30) in Ziel. Bronze ging an die Dänin Frieda Sanggaard Nielsen (7:15,89).

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Mit dem Kampf um die Medaillen hatte die 23-jährige Föster nichts zu tun. Die Meschederin startete langsam, überholte aber die Spanierin Esther Briz Samorano noch und ruderte in 7:26,31 Minuten auf Rang fünf. „Ich bin sehr glücklich, endlich im A-Finale gewesen zu sein, und habe versucht, nochmal mein Bestes abzurufen“, sagte Föster. „Auch wenn ich heute nur die Spanierin hinter mir lassen konnte, bin ich doch zufrieden. Dieser kleine Sprung ins große Finale ist etwas, was mich im Hinblick auf die nächste Saison beflügeln kann“, ergänzte sie.

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Mit ihrer Platzierung ruderte Föster in die Weltspitze und lieferte ein Ergebnis, welches an ihrer Zukunft im Einer der Frauen – auch mit Blick auf Olympia 2028 in Los Angeles – keine Zweifel mehr aufkommen lassen dürfte. „Ein so gutes Ergebnis im Einer für den DRV müsste jetzt über 20 Jahre her sein“, sagte Fösters Heimtrainer Sebastian Kleinsorgen.

Das ist etwas, auf das wir stolz sein können. Alex ist ein mutiges Rennen gefahren.

Sebastian Kleinsorgen, Trainer

„Das ist etwas, auf das wir stolz sein können. Alex ist ein mutiges Rennen gefahren. Ein Angriff auf den vierten Platz war schwierig, zumal vorne ein erbitterter Kampf um die Medaillen die Geschwindigkeit nochmal erhöhte. Auf den letzten 500 Metern war sie nur eine Sekunde langsamer als die Spitze. Das ist auch etwas Gutes, zumal ihre Außenbahn nicht viel vom Schiebewind abbekommen hat“, ergänzte er.

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„Vorab gilt mein Glückwunsch unserer gesamten Mannschaft für das starke und geschlossene Auftreten hier in Shanghai. Wir befinden uns im ersten Jahr der Neuorientierung und Reform des Deutschen Ruderverbandes und haben eine neue Richtung eingeschlagen, das kann man erkennen. Klar ist: Das neu ausgerichtete Training braucht Zeit, um seine Wirkung zu entfalten. Das haben wir zu Beginn des Jahres so vorausgesagt“, sagte DRV-Sportvorstand Robert Sens.