Sie startete bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris und entschied das B-Finale für sich. Sie gewann ihr drittes Gold bei einer U23-Weltmeisterschaft – und es schien, als führte die Karriere der Alexandra Föster, Top-Ruderin des RC Meschede, zukünftig nur in eine Richtung: steil bergauf. Umso enttäuschter fielen die Reaktionen aus, als die 23-Jährige in der aktuellen Saison anfangs ihrer Form hinterher ruderte. Doch Föster zeigte Nervenstärke, kämpfte sich trotz eines Experiments des Chef-Bundestrainers Marcus Schwarzrock zurück – und qualifizierte sich im Frauen-Einer für die Weltmeisterschaft in Shanghai. Dort feiert sie eine Premiere.

Föster: Ziel ist eine Medaille

Nach dem souveränen Einzug ins Halbfinale als Zweite ihres Vorlaufs startete Föster an diesem Freitagmorgen im ersten Semifinale des Frauen-Einers. Als Dritte ihres Halbfinals qualifizierte sie sich für das Finale. Die dreifache U23-Weltmeisterin kam in 7:38,20 Minuten hinter der in diesem Jahr noch ungeschlagenen Britin Lauren Henry (7:28,75) und der Dänin Frida Sanggaard Nielsen (7:33,93) ins Ziel. Damit rudert die 23-jährige Föster am Sonntag (8.17 Uhr MESZ) erstmals in einem WM-A-Finale um eine Medaille.

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„Das Ziel eines Sportlers ist immer, eine Medaille zu gewinnen“, sagte ihr Heimtrainer Sebastian Kleinsorgen im Vorfeld. Er weiß allerdings, wie schwer diese Aufgabe bei der Weltmeisterschaft ist. 2023 ruderte die Sauerländerin bei den Titelkämpfen in Belgrad auf Rang acht, sicherte dem Deutschen Ruderverband (DRV) damit aber den Quotenplatz in ihrer Bootsklasse für die Olympischen Sommerspiele in Paris.

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Dass es bei dieser WM – die für die Meschederin mit den Vorläufen am Montag, 22. September, begann – erneut um Fösters Zukunft geht, verdeutlichte Cheftrainer Schwarzrock auf Nachfrage zwischen den Zeilen. Er probierte während der Weltcup-Saison einen Doppelzweier mit Föster sowie dessen Einer-Konkurrentin Juliane Faralisch aus und erntete dafür nicht nur Beifall. Schwarzrock über...

...Fösters Entwicklung im Saisonverlauf

„Alexandra hat in dieser Saison eine aufsteigende Form gezeigt und ihre physische Form Schritt für Schritt mit dem Trainer weiterentwickelt. Besonders im Hinblick auf ihre Rennhärte und Stabilität unter Wettkampfdruck hat sie noch einmal einen Sprung gemacht. Das Ausscheidungsrennen in Ratzeburg gegen Juliane Faralisch hat sie gut gelöst, auch der Sieg bei „Die Finals“ war ein erfreulicher Erfolg“, erklärte der Cheftrainer.

Unterschiedliche Sichtweisen gehören zum Leistungssport. Wichtig ist, dass wir sie offen und respektvoll austauschen.

Marcus Schwarzrock, Chef-Bundestrainer der Ruderer

...das Experiment Doppelzweier

„Die Idee war, zwei sehr starke Einer-Ruderinnen zusammenzubringen, um zu sehen, ob wir damit kurzfristig ein international konkurrenzfähiges Boot für die WM stellen können“, sagte Schwarzrock. Das Boot habe im Training und insbesondere beim Sieg im Halbfinale auf dem Weltcup sehr gute Ansätze gezeigt. „Wir haben aber auch gemerkt, dass die Athletinnen aktuell unterschiedliche Schwerpunkte und Stärken haben, was die Feinabstimmung anspruchsvoll macht“, ergänzte er.

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...den vielleicht einfacheren Weg zur Medaille im Doppelzweier

„Aus Sicht des Cheftrainers geht es nicht um „einfacher“, sondern um die größte Medaillenchance für das Team Deutschland und die langfristige Leistungsentwicklung im Hinblick auf LA 2028“, sagte Schwarzrock mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele in Los Angeles 2028. „Beide Bootsklassen – Einer und Doppelzweier – haben Potenzial, aber Alexandra sieht sich im Einer und hat den Einerausscheid gewonnen. Letztlich kommt es bei der Erwartungshaltung von Alexandra aber einzig und alleine auf das internationale Ergebnis an, das ist der Maßstab“, erklärte er.

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...unterschiedliche Meinungen

„Unterschiedliche Sichtweisen gehören zum Leistungssport. Wichtig ist, dass wir sie offen und respektvoll austauschen und am Ende eine sportlich nachvollziehbare Entscheidung treffen, die von klaren Kriterien und Ergebnissen getragen wird. Am Ende geht es bei mir nicht um Meinungen, sondern um eine transparente Leistungsüberprüfung“, sagte der Chef-Bundestrainer.