Polizei

Achtjähriger rast mit Tempo 140 in Mutters Auto über A44

Symbolbild. Der Achtjährige beendet seine Fahrt selbst - mit eingeschalteten Warnblinkern.

Symbolbild. Der Achtjährige beendet seine Fahrt selbst - mit eingeschalteten Warnblinkern.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Soest.  Ein Achtjähriger aus Soest hat in der Nacht einen Polizeieinsatz ausgelöst. Er war mit dem Auto seiner Mutter weggefahren. Übung hatte er.

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Mit bis zu Tempo 140 ist ein achtjähriger Junge in der Nacht zu Mittwoch bei Soest am Steuer eines Autos auf der Autobahn 44 nach eigener Aussage unterwegs gewesen. Seine Mutter alarmierte die Polizei. Denn der Achtjährige hatte ihr Auto entführt.

Entdeckt wurde der Junge dann an einer Raststätte. Seine Fahrt habe er von sich aus beendet, berichtete am Mittwoch die Kreispolizei Soest. „Ich wollte nur ein bisschen Auto fahren“, habe der Junge der Polizei erklärt. Wie lange der Junge mit dem Auto unterwegs war, wusste die Polizei auf Nachfrage nicht zu sagen. Ausgehend von seinem Wohnort sei er „mindestens acht Kilometer weit mit dem Auto gefahren“, sagte ein Polizeisprecher.

Achtjähriger ist laut Mutter „autoaffin“

Um 0.25 Uhr hatte die Mutter die Polizei alarmiert. Ihr Sohn sei mit ihrem Automatik-Golf davongefahren. Die Frau habe der Polizei zudem geschildert, dass der Achtjährige „autoaffin“ sei: Er würde regelmäßig Kart und Autoscooter fahren und habe auch schon mal ein Auto gesteuert - auf einem Privatgelände, teilte die Polizei mit.

Auch die Mutter hatte sich in der Nacht auf die Suche nach ihrem Sohn gemacht. Sie war es auch, die ihn schließlich gegen 1 Uhr entdeckte und die Polizei um 1.06 Uhr informierte: Auf dem Rasthof Ostönner Grund in Fahrtrichtung Dortmund hatte ihr Sohn den Golf „in einer Ecke auf dem Parkplatz“ abgestellt. Er habe das Auto mit eingeschaltetem Warnblinklicht geparkt. „Zusätzlich sicherte er den Standplatz des Golfs mit einem Warndreieck“, berichtete die Polizei.

Laut Polizei waren „dem Knaben und dem Fahrzeug offensichtlich nichts passiert“. Der Polizei lagen am Mittwoch jedenfalls keine Hinweise vor, dass es bei der Fahrt des Achtjährigen zu einem Unfall gekommen wäre. Warum er seinen Ausflug von sich aus beendet hatte? „Er habe sich bei Tempo 140 auf der Autobahn nicht mehr wohlgefühlt“, habe er laut Bericht den Polizisten gesagt.

Inwieweit die unerlaubte Spritztour des Achtjährigen rechtliche Konsequenzen für die Eltern hat, werde bei der Polizei nun ermittelt, sagte der Sprecher. Einem Urteil des Amtsgerichts Hagen nach aus dem Jahr 2013 sei es rechtlich nicht zu beanstanden, wenn Eltern ihren Autoschlüssel frei zugänglich zum Beispiel auf einer Kommode aufbewahren. (dae)

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