Viele Hausbesitzer halten eine Absicherung gegen Elementarschäden nach wie vor nur in stark von Hochwasser gefährdeten Gebieten für nötig. Wer auf dem platten Land lebt, weit weg von Flüssen, muss sich über Hochwasserabsicherung keine Gedanken machen. Doch dies gilt heute nicht mehr. Jedes Haus sollte den Schutz haben. Wichtig ist aber auch, nicht zu viel Geld dafür zu zahlen.

Flusshochwasser bedroht vor allem Häuser in bestimmten Lagen: Im höchsten Risikogebiet, Klasse 4, kommt es statistisch mindestens einmal in zehn Jahren zu einem Hochwasser. In Risikoklasse 3 ist einmal alle zehn bis 100 Jahre mit einem Hochwasser zu rechnen. Nur etwa 1,5 Prozent der Gebäude stehen in Deutschland in diesen Risikogebieten für Flusshochwasser.

Gebäude versichern? Starkregen-Schäden drohen auch fernab von Flüssen

In den letzten Jahren kam es jedoch immer wieder zu Hochwasserereignissen durch Starkregen – weit weg von Flüssen. Wenn in kurzer Zeit sehr viel Regen in einem relativ kleinen Gebiet herunterkommt, vielleicht noch auf ausgetrocknete Böden trifft, können Keller und Erdgeschosse überflutet werden. Und das passiert immer öfter, wie der Naturgefahrenreport des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer (GDV) zeigt.

Die Einteilung von Adressen in kaum oder sehr stark gefährdete Gebiete für Hochwasser ist daher nur noch begrenzt aussagekräftig. Hausbesitzer können sich schnell in falscher Sicherheit wiegen, wenn ihr Haus eine niedrige Gefahrenstufe hat, denn über Hochwasser durch Starkregen sagt dieser Wert nichts aus. Daher ist es für jeden wichtig, vorzusorgen und sein Eigenheim zu schützen.

Der Geldratgeber Finanztip empfiehlt deshalb allen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern heute eine Elementarschadenabsicherung. Dies ist ein zusätzlicher Schutz in der Wohngebäudeversicherung. Die Versicherung kommt dann auch für Schäden auf, die entstehen durch

  • Hochwasser,
  • Starkregen,
  • Erdrutsch oder
  • Lawinen.

Elementarschadenschutz: wichtig, aber teuer

Leider macht dieser Zusatzschutz die Wohngebäudeversicherung auch teurer. Wie stark die Beiträge steigen, hängt vom Standort des Hauses ab. Denn auch wenn Hochwasser durch Starkregen für alle unvorhersehbarer wird, gibt es bestimmte Regionen, die weiterhin gefährdeter sind als andere. Je höher die potenzielle Gefahr, desto teurer die Versicherung.

Laut der jüngsten Finanztip-Analyse liegen die Aufschläge für die Elementarversicherung – also die Zusatzbeiträge für diesen Schutz – zwischen 20 und 400 Prozent auf den Beitrag der Wohngebäudeversicherung. Auf den Schutz sollten Eigentümerinnen und Eigentümer dennoch nicht vorschnell verzichten, sondern stattdessen Angebote sorgfältig vergleichen und prüfen, wie sie bei den Beiträgen sparen können.

Auch politisch soll der Elementarschutz der Wohngebäudeversicherung künftig zur Pflicht werden. Das Bundesjustizministerium hat ein Diskussionspapier veröffentlicht, das Grundlage für den kommenden Gesetzentwurf sein soll. Elementarabsicherung soll damit für alle Hausbesitzer zum Standard werden. Wer nur einen Mindestschutz abschließt und sein Haus damit nicht komplett versichert, soll auch kein Recht mehr auf staatliche Hilfszahlungen haben.

Gebäudeversicherung: So können Hausbesitzer sparen

Der Finanztip-Vergleichsportaltest für Wohngebäude zeigt Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern schon heute, dass die Beitragsunterschiede zwischen den Tarifen erheblich sind. Daher ist es wichtig, Tarife miteinander zu vergleichen. Jedoch hat nicht jedes Portal auch die günstigsten Anbieter im Vergleich. Finanztip hat Vergleichsportale getestet und empfiehlt Mr-Money oder Fairfekt.

Vor dem Abschluss sollten Eigentümerinnen und Eigentümer nicht auf wichtige Leistungen zugunsten eines günstigen Tarifs verzichten. Besonders achten sollten sie auf:

  • Leistungen auch bei grober Fahrlässigkeit
  • Leistungen bei Rückstau
  • Absicherung aller Rohre, die zum Haus gehören
  • Übernahme von Hotelkosten für mindestens 180 Tage und 100 Euro pro Tag

Eine Selbstbeteiligung kann den Beitrag senken. Dabei müssen Versicherte aber darauf achten, wie viel Eigenbeteiligung sie sich bei einem Schaden leisten können. Finanztip empfiehlt 500 Euro.

Für neue oder sanierte Häuser sind die Beiträge in der Regel günstiger. Wer also ohnehin plant, in ein paar Jahren sein Haus zu sanieren, könnte das vorverlegen. Bei einem sehr hohen Risiko kann ein Gespräch mit den Versicherern helfen. Sie schlagen eventuell bauliche Maßnahmen am Gebäude vor, die helfen, das Haus besser gegen Hochwasser schützen und dadurch die Beiträge senken.

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Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geldratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.