Es gilt als moderne Variante des Sparbuchs und erfreut sich großer Beliebtheit: das Tagesgeldkonto. Laut dem Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands nutzt rund jeder dritte Deutsche Tagesgeld als Baustein für die Geldanlage. Kein Wunder, denn das Prinzip ist einfach: Das Geld liegt sicher und bleibt jederzeit erreichbar. So ist es von den Alltagsausgaben des Girokontos getrennt und bringt in der Regel Zinsen. Doch wie viel Geld gehört wirklich aufs Tagesgeldkonto?

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Für den Geldratgeber Finanztip ist ein Tagesgeldkonto ein Pflichttopf, um die eigenen Finanzen zu sortieren. Die Experten empfehlen, darauf vor allem eines konsequent aufzubauen: den Notgroschen. Als Faustregel gelten drei bis sechs Netto-Monatseinkommen. Dieses Geld-Polster ist dafür gedacht, unerwartete Ausgaben abzufedern, ohne dass man in Stress gerät oder teure Kredite braucht. Typische Beispiele sind eine kaputte Waschmaschine, eine größere Autoreparatur oder andere Rechnungen, die plötzlich auf dem Tisch liegen.

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Tagesgeld: Ab dieser Summe verschenken Sie unnötig Zinsen

Tagesgeld eignet sich aber nicht nur für Notfälle, sondern auch für Geld, das man in absehbarer Zeit wieder ausgeben will. Wer zum Beispiel einen größeren Urlaub plant, eine neue Küche anschaffen möchte oder weiß, dass in zwei Jahren ein Immobilienkauf ansteht, kann diese Summe auf dem Tagesgeldkonto parken.

Problematisch wird Tagesgeld aber, wenn Verbraucher es als Dauerlösung für die langfristige Geldanlage nutzen. Denn selbst wenn man sich einen guten Zinssatz sichert: Auf lange Sicht reicht Tagesgeld bestenfalls, um die Inflation auszugleichen. Bedeutet: Mit einem Tagesgeldkonto können Anleger den Wert des Geldes erhalten, sie vermehren die Ersparnisse aber real nicht.

Alternative zum Tagesgeld gesucht?

Für Ziele, die wirklich langfristig sind, rät Finanztip deshalb zu breit gestreuten Aktien-ETFs. „Langfristig“ bedeutet dabei: ein Anlagehorizont von 15 Jahren oder mehr. Gerade für die Altersvorsorge ist so eine Anlage sinnvoll. Denn nach Finanztip-Analyse sind mit einem solchen ETF langfristig im Durchschnitt sechs Prozent Rendite pro Jahr realistisch. Zum Vergleich: Für Tagesgeld nehmen die Experten langfristig nur zwei Prozent Rendite im Jahr an.

Trotzdem spielt Tagesgeld in einer langfristigen Strategie eine Rolle. Es kann als Sicherheitsbaustein dienen: ein stabiler Teil des Vermögens, der nicht mit der Börse rauf und runter geht. Wie groß dieser Sicherheitsanteil sein sollte, hängt zum einen davon ab, wie gut Anleger Schwankungen aushalten können. Zum anderen ist aber auch die Lebenssituation entscheidend: Wer einen unsicheren Job hat, sollte weniger Risiko eingehen als ein unbefristet Beschäftigter.

Tagesgeldkonto: Bis zu dieser Höhe ist Ihr Geld geschützt

Neben diesen grundlegenden Punkten sollten Anleger aber noch einen weiteren Faktor im Blick haben: die Einlagensicherung. Denn gesetzlich sind pro Kunde und Bank nur bis zu 100.000 Euro geschützt. Wichtig ist dabei: Es geht um die Summe aller Einlagen bei einer Bank. Also zählen nicht nur das Tagesgeld, sondern auch Guthaben auf dem Girokonto und Festgeld dazu – Aktien und ETFs zählen allerdings nicht dazu, sie sind Sondervermögen.

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Mit wenigen Klicks lässt sich das Tagesgeld jederzeit zurück aufs Girokonto übertragen.© Getty Images | johavel

Wer deutlich mehr als 100.000 Euro auf Konten parken möchte, sollte das Geld daher in 100.000er-Tranchen auf mehrere Banken verteilen, um im Rahmen der gesetzlichen Sicherung zu bleiben. Als Alternative für einen Teil der Summe können auch sogenannte Geldmarkt-ETFs infrage kommen, mit denen Anleger von den guten Zinsen am Geldmarkt profitieren können. Dort ist das Geld ähnlich sicher und wird gut verzinst.

Online-Banken für Tagesgeld: So viel mehr Zinsen sind aktuell möglich

Bleibt die Frage: Woran erkennt man ein gutes Tagesgeldkonto? Nach der Einlagensicherung ist der entscheidende Faktor die Höhe der Zinsen. Hier sollten Anleger unbedingt vergleichen. Laut Bundesbank lag der durchschnittliche Tagesgeldzins für Neukunden im November nur bei sehr geringen 0,43 Prozent pro Jahr. In diesen Fällen lohnt sich die Eröffnung eines Kontos bei einer Online-Bank. Dort sind Zinsen möglich, mit denen sich die Inflation wirklich ausgleichen lässt. Anfang Februar 2026 bieten die Topanbieter, die Finanztip fortlaufend vergleicht, ihren Neukunden mehr als drei Prozent Zinsen pro Jahr. Bestandskunden erhalten immerhin um die zwei Prozent.

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Was heißt das für Sparer? Ausgehend von einem durchschnittlichen Netto-Monatseinkommen von rund 2500 Euro gilt:

  • Man lagert sechs Monatsgehälter, also 15.000 Euro, als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto.
  • Dadurch wächst die Summe beim durchschnittlichen Tagesgeldzins nominal in einem Jahr auf etwa 15.065 Euro.
  • Wegen der Inflation von rund 2,2 Prozent sinkt die Kaufkraft aber real auf gut 14.740 Euro.

Eine Alternative ist ein sehr guter dauerhafter Zins von 2,3 Prozent. Dann steigt das Bankguthaben nominal auf rund 15.345 Euro, und die Kaufkraft liegt bei etwa 15.015 Euro – Sparer wären somit real leicht im Plus.

Die Zahlen zeigen, dass das Tagesgeld vor allem eine Funktion erfüllt: Es ist ein einfacher, sicherer Platz für Notgroschen und absehbare Ausgaben – bei dem das Geld in der Zwischenzeit nicht an Wert verliert.

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Tipp: Im neuen Buch „Finanzen ganz einfach“ erklärt Finanztip-Chefredakteur Saidi Sulilatu, wie Verbraucher mit dem „Finanztip-Prinzip“ richtig sparen, klug investieren und gelassen vorsorgen.© Finanztip | Finanztip

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.