Wer für die Familie beruflich zurücksteckt, sollte die Folgen nicht allein tragen. Paare sollten deswegen über alle Geldfragen reden, die davon betroffen sind: gemeinsame oder getrennte Konten, Spielraum für eigene Wünsche und Vorsorge sowie ein Ausgleich für mehr Familienarbeit – nichts sollte offenbleiben. Helfen kann unter anderem ein regelmäßiger Geld-Termin.

Familie und Geld: Warum Mütter oft finanziell zurückstecken

Die finanziellen Folgen von Kindern und Care-Arbeit tragen noch immer häufig Frauen. Das zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim und der Universität Tilburg: Im vierten Jahr nach der ersten Geburt verdienen Mütter durchschnittlich fast 30.000 Euro weniger im Jahr als gleichaltrige Frauen ohne Kinder.

Auszeiten, Teilzeit und ausbleibende Karriereschritte wirken bis in die Rente. Die Familie profitiert, die langfristigen Nachteile trägt jedoch häufig die Frau.

Money-Date: So sprechen Paare über Geld

Abhilfe kann ein regelmäßiges Money-Date schaffen, bei dem sich beide Partner zu einem Gespräch über diese Fragen verabreden. Es schafft mehr Ruhe als die Diskussion über Kontoauszüge zwischen Abendessen und Zubettbringen der Kinder. Ein guter Einstieg für das erste Date ist ein Wunsch statt eines Vorwurfs: „Ich möchte, dass wir beide finanziell gut dastehen. Können wir gemeinsam schauen, wie wir das hinbekommen?“

Zunächst gehören die Zahlen auf den Tisch: Was verdienen beide? Welche gemeinsamen Kosten fallen an? Und was bleibt jeweils für eigene Wünsche, Rücklagen und Vorsorge? Dabei sollte auch zur Sprache kommen, wer wie viel Familienarbeit übernimmt, ob sich das fair anfühlt und ob sie sich anders verteilen lässt.

Kosten teilen als Paar: Warum 50:50 nicht immer fair ist

Viele Paare teilen die gemeinsamen Kosten hälftig auf. Der finanzielle Unterschied kann dabei aber groß sein, wenn nicht beide ähnlich viel verdienen. Das zeigt ein Beispiel: Eine Frau verdient in Teilzeit 1500 Euro netto, ihr Partner in Vollzeit 3000 Euro. Die gemeinsamen Ausgaben betragen 2100 Euro.

Zahlen beide jeweils die Hälfte, also 1050 Euro, bleiben ihr 450 Euro, ihm dagegen 1950 Euro. Das ist nicht fair: Ihr bleibt weniger Spielraum für Rücklagen, Freizeit und Altersvorsorge. Ein erster Schritt kann sein, die Kosten nach dem Einkommen aufzuteilen: Sie übernimmt ein Drittel, also 700 Euro, er zwei Drittel, also 1400 Euro. Damit bleiben ihr 800 Euro und ihm 1600 Euro.

Donation, Volunteers Charity Concept. Tiny Female Character Throw Heart into Huge Glass Jar with Coins for Donate
Geld spielt in der Partnerschaft eine wichtige Rolle. (Symolbild)© iStock | istock

Bei familienbedingter Teilzeit kann der Ausgleich weitergehen: Von 4500 Euro gemeinsamem Einkommen bleiben nach 2100 Euro Kosten 2400 Euro. Davon sollte das Paar zuerst für die Altersvorsorge zurücklegen; den Rest kann es hälftig teilen. Bestehen Rentenlücken, kann mehr auf das Vorsorgekonto der Person mit geringerem Einkommen fließen.

Gemeinschaftskonto für Paare: So regelt man die Ausgaben

Ein Gemeinschaftskonto für gemeinsame Ausgaben und je ein eigenes Konto für Rücklagen und Wünsche machen die Vereinbarung praktisch. Im Beispiel überweisen die Partner entsprechend ihren Einkommen 700 beziehungsweise 1400 Euro darauf; beim vollständigen Ausgleich sind es 300 beziehungsweise 1800 Euro.

Teilzeit und Rente: So sorgt die Person mit weniger Einkommen vor

Eine gerechtere Aufteilung der laufenden Kosten gleicht aber noch keine Rentennachteile aus. 47 Prozent der befragten Frauen in einer repräsentativen Innofact-Umfrage im Auftrag von Finanztip machen sich eher große oder sehr große Sorgen um ihre Altersvorsorge. Bei den Männern sind es 35 Prozent.

Deshalb sollte die Kommunikation über die laufenden Ausgaben hinausgehen. Paare sollten zusätzlich besprechen, wie die Person mit weniger Erwerbseinkommen weiter für die eigene Altersvorsorge sparen kann. Eine Möglichkeit ist eine feste monatliche Ausgleichszahlung. Die Deutsche Rentenversicherung kann im Rahmen einer Beratung dabei helfen, die Auswirkungen der Teilzeit auf die gesetzlichen Rentenansprüche zu klären. Über Geld zu sprechen, braucht manchmal Überwindung. Doch die Frage „Was bleibt eigentlich für dich?“ kann ebenso liebevoll sein wie die Planung des nächsten gemeinsamen Urlaubs.

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Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geldratgeber ist Teil der gemeinnützigen Finanztip Stiftung.

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