Der Tankrabatt ist ausgelaufen, die Debatte über Entlastung und Preise läuft weiter. Für zwei Monate hatte die Bundesregierung die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um bis zu 17 Cent brutto pro Liter gesenkt. Für Autofahrerinnen und Autofahrer zählt nun mehr denn je: Wie zahle ich beim nächsten Tankstopp weniger – und wie komme ich mit derselben Tankfüllung weiter? Ein einzelner Trick löst das Problem nicht. Mehrere kleine Routinen aber sparen spürbar Geld.

Günstig tanken: Uhrzeit beim Tanken entscheidend

Seit dem 1. April 2026 gilt in Deutschland die 12-Uhr-Regel: Tankstellen dürfen ihre Preise nur einmal täglich erhöhen, um 12 Uhr mittags. Preissenkungen sind weiterhin jederzeit möglich. Deshalb ist der günstigste Moment zum Tanken kurz vor zwölf. Finanztip empfiehlt: Eher gegen 11.30 Uhr bei der Tankstelle vorfahren und nicht erst kurz vor knapp, sonst kann schon eine Schlange reichen, um den Preissprung zu erwischen. Passt das Mittagstanken im Alltag nicht, ist der spätere Nachmittag eine Alternative: Nach Finanztip-Analysen sinken die Preise ab etwa 17 Uhr in der Regel wieder auf ein moderates Niveau (siehe Tank-Uhr unten).

Clever-tanken & Co.: Auf Tank-App hören statt aufs Bauchgefühl

Tank-Apps wie clever-tanken und Co. zeigen, welche Tankstelle in der Nähe gerade günstig ist. Wichtig: Die staatlich erfassten Echtzeitdaten gibt es verpflichtend nur für Diesel, Super E5 und Super E10. Rabatte über ADAC, Payback oder Coupons sind in den App-Preisen nicht eingerechnet. Wer solche Nachlässe nutzt, muss selbst vergleichen. Auch die alte Stammtankstelle sollte regelmäßig überprüft werden. In der Regel gilt aber: Eine einmal günstige Tankstelle bleibt häufig günstig.

Für den Weg zur billigeren Tankstelle hilft die folgende Formel:

Ersparnis pro Tankfüllung geteilt durch Spritkosten pro Kilometer = maximaler Umweg.

Dazu ein Beispiel:

  • Bei 45 Litern Tankvolumen und zehn Cent Preisunterschied spart einmal Volltanken 4,50 Euro.
  • Kostet der gefahrene Kilometer acht Cent, liegt der rechnerisch lohnende Umweg bei gut 56 Kilometern.
  • Gemeint ist der gesamte zusätzliche Weg, also Hin- und Rückfahrt.
  • Das ist aber nur die Obergrenze. Zeit, Verschleiß und vor allem auch Umweltbelastung sind nicht eingerechnet.

Am besten sind immer Tankstopps, die ohnehin auf dem Weg liegen: auf dem Weg zum Wocheneinkauf, nach der Arbeit oder vor der Reise – dann am besten noch vor der ersten Autobahnauffahrt.

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Günstig tanken: Autobahn-Tankstellen vermeiden

Auf der Urlaubsfahrt ist die Versuchung groß: Raststätte, Toilette, Kaffee, volltanken. Genau dort wird es teuer. In Deutschland beobachtet die Markttransparenzstelle die Kraftstoffpreise – und hat im vergangenen Jahr Aufschläge an Autobahn-Tankstellen von bis zu rund 50 Cent pro Liter ausgemacht. Im Jahresschnitt waren die Preise für Super E5 45 Cent höher als an anderen Tankstellen. Bei einem 50-Liter-Tank kann das mit einmal Volltanken mehr als 20 Euro ausmachen.

Besser: Vor längeren Fahrten volltanken, den nächsten Stopp planen und bei Bedarf kurz von der Autobahn abfahren. Autohöfe sind in der Regel günstiger als Tankstellen an Raststätten. Wer doch mal an einer teuren Station landet: Reißleine ziehen, nicht automatisch vollmachen, sondern nur genug tanken, um bis zur nächsten günstigeren Möglichkeit zu kommen. Vor allem aber: Snacks, Wasser und Kaffee lieber vorher im Supermarkt kaufen.

Billig tanken: Sorte und Grenze prüfen

Wer einen Benziner fährt, sollte prüfen, ob sein Auto E10 verträgt. Der Kraftstoff ist meist einige Cent günstiger als Super E5. Die Herstellerfreigabe steht in der Bedienungsanleitung, an der Tankklappe oder in Herstellerlisten. Bei Fahrten ins Ausland lohnt ebenfalls ein Blick auf die Preise. In Richtung Polen, Tschechien oder Luxemburg kann Tanken hinter der Grenze günstiger sein. In den Niederlanden, Dänemark, Frankreich oder der Schweiz ist Sprit häufig teurer, in Österreich kommt es auf den Kraftstoff an. Wer Sprit aus einem EU-Land im Kanister nach Deutschland mitbringt, darf zusätzlich zum vollen Fahrzeugtank von ebendiesem Kraftstoff noch bis zu 20 Liter steuerfrei einführen.

Der günstigste Liter ist der, den man nicht verbraucht. Deshalb lohnt der Blick in den Kofferraum: Getränkekisten, Werkzeug, Schneeketten im Sommer oder Sporttaschen, die seit Wochen mitfahren, kosten bei jedem Anfahren Energie. Dachboxen, Dachträger und Fahrradträger sollten nach der Reise runter, weil sie in der Regel den Luftwiderstand erhöhen. Auch der Reifendruck gehört auf die Checkliste. Zu wenig Luft erhöht Verbrauch und Verschleiß. Der richtige Wert steht meist in der Tankklappe oder im Türrahmen; bei voller Beladung gilt der Herstellerwert für Last.

Tankrechnung senken: Weniger fahren bleibt der stärkste Hebel

Vorausschauendes Fahren wirkt sofort: Abstand halten, früh vom Gas gehen, nicht unnötig bremsen und danach wieder beschleunigen. Wer einen Handschalter fährt, sollte früh hochschalten, Automatikfahrer sollten den Eco-Modus nutzen. Auf der Autobahn spart ein moderates Tempo deutlich mehr als hektisches Fahren. Klimaanlage, Sitzheizung und Heckscheibenheizung nur so lange nutzen, wie nötig.

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Der stärkste Hebel: Den Benziner öfter einfach stehenlassen. Kurze Strecken mit kaltem Motor sind besonders ineffizient. Wer Erledigungen bündelt, das Rad nimmt oder auf das E-Auto umsattelt, den Nahverkehr nutzt oder Fahrgemeinschaften bildet, senkt die Tankrechnung dauerhaft. All das zeigt: Am Ende geht es nicht um Verzicht, sondern um Routine. Preise vergleichen, klug planen, Auto entrümpeln, Reifendruck prüfen und gelassener fahren – und das Auto auch mal stehenlassen.

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geldratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.